Pallade Veneta - Seoul: Mindestens 100 auf Seite Russlands kämpfende Nordkoreaner getötet

Seoul: Mindestens 100 auf Seite Russlands kämpfende Nordkoreaner getötet


Seoul: Mindestens 100 auf Seite Russlands kämpfende Nordkoreaner getötet
Seoul: Mindestens 100 auf Seite Russlands kämpfende Nordkoreaner getötet / Foto: Gavriil GRIGOROV - POOL/AFP

Mindestens 100 Nordkoreaner, die an der Seite Russlands gegen die Ukraine kämpfen, sind nach Informationen eines südkoreanischen Abgeordneten in diesem Monat bereits getötet worden. Im Dezember hätten sich die Nordkoreaner an den Kämpfen beteiligt, wobei es zu "mindestens 100 Todesfällen" gekommen sei, sagte der südkoreanische Parlamentarier Lee Seong Kweun am Donnerstag vor Reportern nach einem Briefing des südkoreanischen Nachrichtendienstes NIS. Dieser habe außerdem mitgeteilt, "dass sich die Zahl der Verletzten auf fast 1000 belaufen dürfte", sagte Lee.

Textgröße ändern:

Lee erklärte, es gebe Hinweise darauf, dass es bei ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffen sowie bei Trainingsunfällen zu "mehreren nordkoreanischen Verlusten" gekommen sei. Das ranghöchste Todesopfer habe "mindestens den Rang eines Generals". Die hohe Anzahl der Opfer könnte laut NIS auf die "ungewohnte Umgebung auf dem Schlachtfeld" zurückzuführen sein, "wo die nordkoreanischen Streitkräfte als entbehrliche Angriffstruppen an der Front eingesetzt werden, und auf ihre mangelnden Fähigkeiten, Drohnenangriffe abzuwehren".

Ungeachtet der Verluste gebe es dem Nachrichtendienst zufolge Anzeichen dafür, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ein Training weiterer Spezialkräfte für eine Entsendung vorbereite. Lee verwies darauf, dass die nordkoreanische Eliteeinheit Sturmkorps, aus der erste Kräfte rekrutiert worden waren, "die Kapazität" habe, "Verstärkung zu schicken". Dem NIS zufolge könne es von russischer Seite "Gegenleistungen" für weitere Truppenunterstützung geben, etwa zur "Modernisierung von Nordkoreas konventionellem Waffenarsenal".

"Innerhalb der russischen Armee sind Beschwerden laut geworden, dass die nordkoreanischen Truppen wegen ihres fehlenden Wissens über Drohnen mehr eine Last sind als ein Vorteil", sagte Lee.

Am Dienstag hatte bereits ein US-Regierungsvertreter erklärt, dass die auf Seiten Russlands kämpfenden nordkoreanischen Einheiten bei Gefechten mit der ukrainischen Armee in der russischen Grenzregion Kursk hohe Verluste erlitten hätten. "Nach unserer jüngsten Schätzung hat Nordkorea mehrere hundert Opfer zu beklagen", sagte der US-Militärverantwortliche in Washington. Die von ihm genannte Opferzahl schließe leicht verletzte Soldaten ebenso wie getötete Soldaten ein, sagte der Regierungsvertreter weiter.

Pjöngjang kritisierte am Donnerstag eine Erklärung der USA und ihrer westlichen Verbündeten zur zunehmenden Unterstützung Nordkoreas für Russlands Krieg gegen die Ukraine als "rücksichtslose Provokation". Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, die zehn Nationen und die Europäische Union würden die "normalen, partnerschaftlichen" Verbindungen Nordkoreas zu Moskau "verdrehen und verunglimpfen".

Die G7-Staaten sowie drei weitere Staaten und die EU hatten am Montag vor den Folgen dieser "gefährlichen Ausweitung" des Konfliktes gewarnt. Diese habe "ernste Konsequenzen" für die Sicherheitslage in Europa und im Indopazifik, hieß es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung der Außenminister der G7-Staaten sowie Südkoreas, Australiens, Neuseelands und der EU-Außenbeauftragten.

Russland und Nordkorea hatten ihre militärische Zusammenarbeit nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 verstärkt. Im Juni unterzeichneten beide Länder einen Verteidigungspakt, der in diesem Monat in Kraft trat. Ab Mitte Oktober gab es dann die ersten Berichte über die Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland. Nach Schätzungen der US-Regierung schickte Nordkorea rund 10.000 Soldaten zur Verstärkung der russischen Einheiten.

Die ukrainische Armee war im August in der Region Kursk einmarschiert und hatte dort mehrere hundert Quadratkilometer besetzt. Mittlerweile musste sie aber einen großen Teil des eroberten Gebiets wieder aufgeben. Am Dienstag erklärte die ukrainische Armeeführung, Russland habe in der Region eine "intensive" Gegenoffensive gestartet.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

AfD-Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt: Klingbeil sieht Klärungsbedarf bei CDU

Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil sieht nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt auch Klärungsbedarf bei der CDU. Dass Rausch mit deutlich mehr als den AfD-Stimmen gewählt wurde, "wirft sehr drängende Fragen auf", erklärte Klingbeil am Dienstag. "Nicht nur das BSW, sondern auch die CDU muss dringend erklären, wie es dazu kommen konnte."

Regierungskreise: Macron berät mit wichtigen Ministern über Schülerproteste

Angesichts der seit Wochen andauernden Schülerproteste in Frankreich trifft der französische Präsident Emmanuel Macron am Dienstagabend mit wichtigen Ministern zusammen. An dem Treffen sollen unter anderem Premierminister Sébastien Lecornu, Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray teilnehmen, wie am Dienstag aus Regierungskreisen verlautete.

Jemen: Militärkoalition meldet abgefangene Huthi-Rakete im Südwesten Saudi-Arabiens

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen hat eigenen Angaben zufolge eine ballistische Rakete der pro-iranischen Huthi-Miliz abgefangen. Die Rakete, die auf Chamis Muschait im Südwesten Saudi-Arabiens abgefeuert worden sei, sei "abgefangen und zerstört" worden, erklärte der Sprecher der Koalition, Turki al-Maliki, am Dienstag im Onlinedienst X. In der Stadt befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt.

Grüne: Regierung gelingt Berufung von Antisemitismusbeauftragtem nicht

Die Grünen kritisieren, dass das Amt des Antisemitismusbeauftragten weiter unbesetzt ist. "Zu jeder passenden wie unpassenden Gelegenheit inszeniert sich die Bundesregierung als Vorkämpferin gegen Antisemitismus", sagte die Grünen-Innenpolitikerin Marlene Schönberger am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Doch die Worte passen nicht zu ihren Taten. Politische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus wird geschwächt und es gelingt der Bundesregierung noch nicht einmal, einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen.

Textgröße ändern: