Pallade Veneta - Frankreichs neuer Premierminister Bayrou will Rechte und Linke für Regierung gewinnen

Frankreichs neuer Premierminister Bayrou will Rechte und Linke für Regierung gewinnen


Frankreichs neuer Premierminister Bayrou will Rechte und Linke für Regierung gewinnen
Frankreichs neuer Premierminister Bayrou will Rechte und Linke für Regierung gewinnen / Foto: JULIEN DE ROSA - AFP

Frankreichs neuer Premierminister François Bayrou will sowohl rechte als auch linke Politiker für seine Regierung gewinnen. Er mache allen ein "öffentliches Angebot der Beteiligung", sagte Bayrou bei einem Treffen mit Vertretern zahlreicher Parteien, mit Ausnahme der Rechts- und Linkspopulisten. Im Gegenzug wolle er die umstrittene Rentenreform "noch einmal angehen, ohne sie zu auszusetzen". Bis September wolle er "neue Lösungen" im Rentenstreit finden, erklärte er.

Textgröße ändern:

Die nicht eingeladene linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich) reagierte spöttisch. "Eigentlich glauben Erwachsene doch nicht an den Weihnachtsmann", kommentierte LFI-Parteichef Manuel Bompard im Onlinedienst X.

Grünen-Chefin Marine Tondelier hatte bereits zuvor mit einem erneuten Misstrauensantrag gedroht, falls Bayrou keine ausreichenden Zugeständnisse mache. "Er muss uns erst mal überzeugen", sagte sie. Der sozialistische Fraktionschef Boris Vallaud forderte ein Entgegenkommen insbesondere bei der Rentenreform und für den von Sparmaßnahmen bedrohten öffentlichen Dienst.

Bayrou war am Freitag vor einer Woche zum Premierminister ernannt worden, nachdem sein Vorgänger Michel Barnier durch ein Misstrauensvotum infolge des Haushaltsstreits gestürzt worden war. Er hatte seine Ernennung nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Präsident Emmanuel Macron durchgesetzt, wie anschließend übereinstimmende Quellen berichteten.

Macron hatte ihn mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Die bisherige Regierung ist nur noch geschäftsführend im Amt und kann keine Gesetzesvorhaben einbringen. Deshalb musste das Parlament im Schnellverfahren ein Sondergesetz verabschieden, um den Haushalt 2024 in das kommende Jahr hinein zu verlängern.

Mit einer neuen Regierung wird frühestens am Sonntag gerechnet, da Macron bis dahin außer Landes ist. Nach der von einem Unwetter verwüsteten französischen Insel Mayotte im Indischen Ozean steht Dschibuti auf seinem Programm, wo er kurz vor Weihnachten die dort stationierten französischen Soldatinnen und Soldaten besuchen will.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Israelische Siedler greifen AFP-Journalisten an und verletzten einen Fotografen

Israelische Siedler haben am Dienstag zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP im besetzten Westjordanland angegriffen und einen von ihnen verletzt. Die Fotografen Jaafar Ashtiyeh und John Wessels wurden nach eigener Aussage zunächst von einem Quad aus beschossen. Anschließend schlugen mehrere Männer mit ihren Schusswaffen auf Ashtiyeh ein, der mit Prellungen an Kopf und Oberkörper ins Krankenhaus kam.

AfD stellt in Sachsen-Anhalt bundesweit ersten Landtagspräsidenten

Zum ersten Mal in Deutschland ist mit dem Abgeordneten Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt ein Politiker der in Teilen rechtsextremistischen AfD zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Der 35-Jährige erhielt am Dienstag im Magdeburger Landtag 48 Stimmen und damit neun Stimmen von außerhalb seiner eigenen Fraktion. Auch sein Stellvertreter von der AfD, Hans-Thomas Tillschneider, wurde von anderen Abgeordneten mitgewählt. Oppositionsparteien sprachen von einem "schwarzen Tag für den Parlamentarismus" in Deutschland.

Empörung über mutmaßlichen Trump-Aufruf an den Iran zur Auslöschung von US-Städten

US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen zu möglichen Angriffen des Iran auf die US-Metropolen Los Angeles und San Diego für Empörung gesorgt. "Sollen sie doch Los Angeles auslöschen, sollen sie doch San Diego auslöschen", sagte Trump am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung. Dies sei "ein sehr kleiner Preis". Die oppositionellen Demokraten, die den Bundesstaat Kalifornien regieren, in dem Los Angeles und San Diego liegen, warfen Trump vor, Teheran zu einem Angriff auf die beiden Städte zu ermutigen.

Hunderttausende bei Schülerprotesten in Frankreich auf den Straßen

Unterstützt von Gewerkschaften haben sich in Frankreich am Dienstag hunderttausende Menschen an den seit Wochen andauernden Schülerprotesten beteiligt. Nach Gewerkschaftsangaben gab es landesweit Kundgebungen mit insgesamt 450.000 Menschen Teilnehmern, davon 100.000 allein in Paris. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte.

Textgröße ändern: