Pallade Veneta - Ausschreitungen in Mosambik: Mehr als 1500 Häftlinge aus Gefängnis geflohen

Ausschreitungen in Mosambik: Mehr als 1500 Häftlinge aus Gefängnis geflohen


Ausschreitungen in Mosambik: Mehr als 1500 Häftlinge aus Gefängnis geflohen
Ausschreitungen in Mosambik: Mehr als 1500 Häftlinge aus Gefängnis geflohen / Foto: Amilton Neves - AFP

In Mosambik sind am Mittwoch im Zuge der anhaltenden Unruhen in dem Land mehr als 1500 Häftlinge aus einem Gefängnis entkommen. Insgesamt seien 1534 Insassen aus einem Hochsicherheitsgefängnis etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Maputo entfernt geflohen, sagte Polizeichef Bernardino Rafael auf einer Pressekonferenz. 33 Häftlinge seien bei dem Fluchtversuch bei Kämpfen mit dem Gefängnispersonal getötet und 15 weitere verletzt worden, fügte Rafael hinzu.

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Bei einer von der Armee unterstütztes Suchaktion seien etwa 150 der Flüchtenden erneut festgenommen worden, sagte er. "Wir sind besorgt angesichts der Situation", erklärte der Polizeichef. Etwa 30 der Gefangenen stünden in Verbindung mit bewaffneten Banden, die seit sieben Jahren für Anschläge und Unruhen in der nördlichen Provinz Cabo Delgado verantwortlich seien.

Die Gefängnisinsassen profitierten bei ihrer Flucht von den Ausschreitungen in dem Land nach der umstrittenen Bestätigung des Wahlergebnisses. Bei den Unruhen wurden binnen 24 Stunden mindestens 21 Menschen getötet, wie Innenminister Pascoal Ronda am Dienstagabend mitteilte.

Gruppen von Demonstranten hatten sich am Mittwoch dem Gefängnis genähert, Verwirrung gestiftet und Unruhen im Inneren des Gefängnisses ausgelöst. Schließlich rissen Häftlinge eine Mauer ein und entkamen, erklärte Polizeichef Rafael.

In der Hauptstadt Maputo hatten die Proteste am Montagabend begonnen, Demonstranten errichteten Barrikaden und zündeten diese an. Geschäfte und öffentliche Gebäude wurden geplündert. Zweieinhalb Monate nach der Präsidentschafts- und Parlamentswahl hatte das oberste Gericht des Landes den umstrittenen Wahlsieg der Regierungspartei Frelimo bestätigt. Laut dem am Montag bekanntgegebenen Richterspruch des Verfassungsrats entfielen am 9. Oktober auf den Frelimo-Präsidentschaftskandidaten Daniel Chapo 65 Prozent der Stimmen.

Der Mitte Oktober aus dem Land ausgewanderte Oppositionsführer Venâncio Mondlane gewann dem Verfassungsrat zufolge 24,2 Prozent der Stimmen. Mondlane hatte sich nach der Wahl zum Sieger erklärt und zu Protest gegen den "manipulierten" Urnengang aufgerufen. Nach der Wahl war sein Rechtsanwalt getötet worden, Mondlane machte dafür Sicherheitskräfte verantwortlich und verließ Mosambik. In dem Staat im südlichen Afrika ist die Frelimo seit 1975 an der Macht.

A.Graziadei--PV

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