Pallade Veneta - Nach Kabel-Störung: Finnische Behörden stoppen in Russland gestarteten Öltanker

Nach Kabel-Störung: Finnische Behörden stoppen in Russland gestarteten Öltanker


Nach Kabel-Störung: Finnische Behörden stoppen in Russland gestarteten Öltanker
Nach Kabel-Störung: Finnische Behörden stoppen in Russland gestarteten Öltanker / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Nach der Störung eines unterirdischen Stromkabels in der Ostsee zwischen Finnland und Estland haben die finnischen Behörden einen von einem russischen Hafen gestarteten Öltanker gestoppt. "Wir haben das Schiff bereits aufgebracht, mit der Besatzung gesprochen und Beweise gesammelt", sagte Robin Lardot von Finnlands Nationalem Ermittlungsbüro am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Derzeit befinde sich der Tanker "Eagle S" vor der Küste der Halbinsel Porkkala rund 30 Kilometer westlich der finnischen Hauptstadt Helsinki.

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Zuvor hatte Lardot erklärt, es liefen Ermittlungen wegen "Sabotage in einem besonders schweren Fall" gegen die "Eagle S", die unter der Flagge der Cook-Inseln im Südpazifik fahre. Der Leiter der finnischen Zollbehörde, Sami Rakshit, erklärte, derzeit werde vermutet, dass der Schaden an dem Stromkabel durch ein Schiff verursacht worden sei, das zuvor in einem russischen Hafen mit Erdöl beladen worden sei.

Der finnische Präsident Alexander Stubb schrieb am Donnerstag im Onlinedienst X: "Die Gefahren, die von der russischen Schattenflotte ausgehen, müssen beseitigt werden." Er habe den Fall des beschädigten Stromkabels gemeinsam mit Regierungschef Petteri Orpo genau verfolgt.

Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker unter fremder Flagge gemeint, mit denen Russland das vor zwei Jahren verhängte Öl-Embargo umgeht. Für die Schattenflotte nutzt Russland alte und oft unversicherte Tanker, um ungeachtet der internationalen Sanktionen Rohöl und Ölprodukte zu exportieren.

Am Mittwoch war das Untersee-Stromkabel EstLink 2 zwischen Finnland und Estland vom Netz getrennt worden, wie der finnische Betreiber Fingrid mitgeteilt hatte. Ein Fingrid-Vertreter sagte dem Sender Yle, die Möglichkeit von "Sabotage" könne nicht ausgeschlossen werden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, die Störung konnte laut Fingrid am Donnerstag lokalisiert werden. Die Stromversorgung Finnlands war nicht beeinträchtigt.

Der Vorfall ereignete sich etwas mehr als einen Monat nach der Beschädigung zweier Telekommunikationskabel in schwedischen Hoheitsgewässern in der Ostsee. Der Verdacht fiel auf das unter chinesischer Flagge fahrende Frachtschiff "Yi Peng 3", das sich Internetseiten zum Verfolgen von Schiffen zufolge zum Zeitpunkt des Vorfalls in dem Gebiet aufhielt.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 haben die Spannungen in der Ostsee deutlich zugenommen. Im September hatten sich eine Reihe von Unterwasser-Explosionen an der Nord-Stream-Pipeline zwischen Russland und Europa ereignet. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt.

B.Fortunato--PV

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