Pallade Veneta - Freilassung sechs weiterer Geiseln diese Woche - Palästinenser kehren in Nord-Gazastreifen zurück

Freilassung sechs weiterer Geiseln diese Woche - Palästinenser kehren in Nord-Gazastreifen zurück


Freilassung sechs weiterer Geiseln diese Woche - Palästinenser kehren in Nord-Gazastreifen zurück
Freilassung sechs weiterer Geiseln diese Woche - Palästinenser kehren in Nord-Gazastreifen zurück / Foto: - - AFP

Israel erwartet nach Verhandlungen mit der Hamas die Freilassung von sechs weiteren Geiseln in dieser Woche - und hat am Montag vertriebenen Palästinensern die Rückkehr in den zuvor durch Israel blockierten Norden des Gazastreifens ermöglicht. Am Donnerstag sollen drei Geiseln freikommen und am Samstag drei weitere, erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntagabend. Ein Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zur "Räumung" des Gazastreifens sorgte indes weiter für Empörung und Kritik.

Textgröße ändern:

Nach intensiven Verhandlungen habe Israel von der Hamas zudem eine Liste "mit dem Status aller Geiseln erhalten", die in der ersten Phase des Abkommens freigelassen werden können, erklärte Netanjahus Büro weiter. Israel werde nun ab Montagmorgen "die Durchreise der Bewohner des Gazastreifens in den Norden" durch den bislang von Israel blockierten Netzarim-Korridor erlauben, teilte das Büro mit.

Armeesprecher Avichay Adraee erklärte, die Bewohner dürften ab 06.00 Uhr MEZ zu Fuß und ab 08.00 Uhr MEZ mit dem Auto in den Norden zurückkehren. Das von der islamistischen Hamas kontrollierte Innenministerium im Gazastreifen gab am Montagmorgen den Beginn der Rückkehr zahlreicher Menschen in den Norden des Küstenstreifens bekannt.

Israel hatte zuvor die Freilassung der Zivilistin Arbel Yehud zur Bedingung für die Rückkehr vertriebener Palästinenser in den Norden des Gazastreifens gemacht. Yehud hat Medienberichten zufolge einen familiären Bezug zu Deutschland. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari warf der Hamas vor, mit der Freilassung von vier Soldatinnen am Samstag gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben, zuerst Zivilistinnen freizulassen.

Ein Vertreter des mit der Hamas verbündeten Islamischen Dschihad sagte AFP am Sonntag, Yehud werde "vor dem nächsten Austausch freikommen".

Angesichts der verhinderten Rückkehr tausender Palästinenser in ihre Heimatorte im Norden des Gazastreifens warf die Hamas Israel einen Verstoß gegen das Abkommen zur Gaza-Waffenruhe vor. "Die Besatzung blockiert unter dem Vorwand", dass die israelische Geisel Yehud am Samstag nicht freigelassen worden war, hieß es am Sonntag. Dabei habe die Hamas "die Vermittler informiert, dass sie am Leben ist", und alle "notwendigen Garantien für ihre Freilassung" abgegeben.

Nach der Freilassung von insgesamt sieben Geiseln in zwei Runden an den vergangenen beiden Wochenenden sollen in der ersten sechswöchigen Phase des Abkommens noch 26 weitere Geiseln freigelassen werden. Parallel dazu sollen die Hilfslieferungen in den Gazastreifen verstärkt und nach ägyptischen Angaben insgesamt etwa 1900 palästinensische Häftlinge freikommen.

Indes stößt US-Präsident Trump mit seinem Vorstoß, die Palästinenser im Gazastreifen vollständig nach Ägypten und Jordanien umzusiedeln, weiterhin auf scharfe Kritik. Trump hatte das kriegsverwüstete Palästinensergebiet am Samstag als "Abrissgebiet" bezeichnet, das für einen Frieden im Nahen Osten "zu räumen" sei.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas brachte am Sonntag seine "starke Ablehnung und Verurteilung jeglicher Projekte zur Vertreibung unseres Volkes aus dem Gazastreifen zum Ausdruck", erklärte sein Büro am Sonntag. Das palästinensische Volk "wird sein Land und seine heiligen Stätten nicht aufgeben", hieß es weiter. Abbas werde umgehend Kontakt zu den Staats- und Regierungschefs der arabischen und europäischen Länder sowie der USA aufnehmen.

Auch Jordanien wies entschieden jede Form der Zwangsvertreibung von Palästinensern zurück. "Unsere Ablehnung der Vertreibung von Palästinensern ist stark und wird sich nicht ändern. Jordanien ist für Jordanier und Palästina ist für Palästinenser", erklärte der jordanische Außenminister Aiman Safadi.

Ägypten erklärte, es unterstütze das "unerschütterliche Bestehen des palästinensischen Volkes auf sein Land". Die Regierung lehne "jegliche Einmischung in diese unveräußerlichen Rechte ab, sei es durch Besiedlung oder Annexion von Land oder durch Entvölkerung dieses Landes durch Vertreibung", erklärte das ägyptische Außenministerium und fügte hinzu, dies gelte sowohl kurz- als auch langfristig.

Auch die Arabische Liga warnte vor "Versuchen, das palästinensische Volk von seinem Land zu vertreiben". Die Zwangsumsiedlung und Vertreibung von Menschen von ihrem Land könne nur als "ethnische Säuberung" bezeichnet werden, hieß es in einer Erklärung des Generalsekretariats des Bündnisses, dem 22 Staaten aus Afrika und Asien angehören.

Die Mehrheit der 2,4 Millionen Einwohner des Gazastreifens ist seit dem Beginn des Krieges, der durch den Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war, innerhalb des Gazastreifens vertrieben worden, viele von ihnen bereits mehrfach.

Durch die Luftangriffe und Kämpfe im Gaza-Krieg wurden große Teile der Infrastruktur des Küstenstreifens dem Erdboden gleichgemacht. Nach einer UN-Analyse waren am 1. Dezember etwa 69 Prozent der Gebäude im Gazastreifen zerstört oder beschädigt. Die Hälfte der Krankenhäuser und ein Großteil der Schulen sind nicht mehr in Betrieb.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Präsidentenstichwahl in Brasilien zwischen rechtem Bolsonaro und linkem Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien haben es der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro und der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva in die Stichwahl geschafft. In der ersten Runde kam Bolsonaro am Sonntag laut Wahlgericht auf überraschend starke 47 Prozent der Stimmen, der als Favorit geltende Lula landete mit 45 Prozent auf Platz zwei. Die Wahl gilt als richtungsweisend für einen möglichen Rechtsruck in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Merz empfängt litauischen Ministerpräsidenten Sinkevicius im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Arbeitsbesuchs des litauischen Regierungschefs in Berlin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen der Sicherheit, insbesondere mit Blick auf hybride Bedrohungen, die Stärkung der Nato-Ostflanke sowie der Aufbau der deutschen Brigade in Litauen.

Bundespräsident Steinmeier verleiht Schlagerlegende Nana Mouskouri Verdienstorden

Die aus Griechenland stammende Schlagerlegende Nana Mouskouri wird am Montag (11.00 Uhr) zum Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht der 91-Jährigen den Preis zur Anerkennung ihres Einsatzes für Frieden und Freiheit. Dass sie als Sängerin nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung eingeleitet habe, präge bis heute das Griechenlandbild der Deutschen.

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Bolsonaro knapp vor Lula - Stichwahl Ende Oktober

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro knapp vor dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gelegen. Der 45-Jährige kam am Sonntag nach Angaben des Wahlgerichts nach Auszählung der Stimmen von rund 99 Prozent der Wahlbüros auf rund 47 Prozent. Er lag damit knapp vor dem 80-jährigen Lula, der knapp 45 Prozent erreichte. Beide Kandidaten treten nun am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an, da keiner von ihnen mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erzielte.

Textgröße ändern: