Pallade Veneta - Scholz zum 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: "Wir dulden kein Vergessen"

Scholz zum 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: "Wir dulden kein Vergessen"


Scholz zum 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: "Wir dulden kein Vergessen"
Scholz zum 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung: "Wir dulden kein Vergessen" / Foto: Wojtek RADWANSKI - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau dazu aufgerufen, die Erinnerung an die dort ermordeten Menschen wachzuhalten. "Mehr als eine Million Menschen mit Träumen und Hoffnungen wurden ermordet in Vernichtungslagern, ermordet von Deutschen", erklärte Scholz am Montag im Onlinedienst X. "Wir dulden kein Vergessen, nicht heute und nicht morgen."

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Scholz rief dazu auf, sich besonders um eine Erinnerungskultur für die jüngere Generation zu bemühen. "Es muss uns bedrücken, wie viele junge Menschen in Deutschland kaum noch etwas über den Holocaust wissen", sagte Scholz der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) sowie der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgaben).

Dies sei "eine Mahnung und ein Auftrag an uns alle, daran etwas zu ändern", erklärte der Kanzler. Scholz betonte, es sei "wichtig, dass wir möglichst vielen jungen Menschen ermöglichen, mit den noch lebenden Zeitzeugen zu sprechen. Und wir müssen die Erinnerung hochhalten, wenn die letzten Zeugen einmal nicht mehr leben", fügte er hinzu.

"Was damals geschah, darf nie wieder geschehen", erklärte die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. "Am heutigen Tag blicken wir auf das dunkelste Kapitel unserer Geschichte und gedenken der Millionen von Menschen, die durch Hass und Antisemitismus ermordet wurden."

"Wir dürfen niemals vergessen, doch erinnern allein reicht nicht", betonte Friedländer. Deshalb setze sie sich mit ihrer Stiftung für Toleranz und Menschlichkeit ein. "Seid Menschen!", sagte die 103-Jährige.

Friedländers Eltern und ihr Bruder wurden im KZ Auschwitz ermordet. Sie selbst konnte sich zunächst verstecken und untertauchen, wurde aber verraten und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort lernte sie ihren Ehemann Adolf Friedländer kennen, beide überlebten das Lager und emigrierten nach dem Krieg in die USA. Erst nach dem Tod ihres Manns kehrte Friedländer nach Deutschland zurück. Seit 2010 lebt sie dauerhaft wieder in Berlin.

Am Ort des früheren deutschen Vernichtungslagers Auschwitz in Polen wird am Montag mit einer zentralen Gedenkzeremonie an die Befreiung des KZ am 27. Januar 1945 durch Soldaten der Roten Armee erinnert. Deutschland wird bei der Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte unter anderem von Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Erwartet werden zudem dutzende weitere Staats- und Regierungschefs aus aller Welt sowie 40 bis 50 Auschwitz-Überlebende.

Das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist das Symbol für den Massenmord an den Juden durch das deutsche NS-Regime. Die Nazis hatten in dem Lager im besetzten Polen zwischen 1940 und 1945 über eine Million Menschen ermordet, überwiegend europäische Jüdinnen und Juden.

S.Urciuoli--PV

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