Pallade Veneta - Französischer Vermittlungsausschuss einigt sich auf Kompromiss für Haushalt 2025

Französischer Vermittlungsausschuss einigt sich auf Kompromiss für Haushalt 2025


Französischer Vermittlungsausschuss einigt sich auf Kompromiss für Haushalt 2025
Französischer Vermittlungsausschuss einigt sich auf Kompromiss für Haushalt 2025 / Foto: Ludovic MARIN - AFP/Archiv

In Frankreich hat ein parlamentarischer Vermittlungsausschuss einen Kompromiss für den Haushalt des laufenden Jahres gefunden. Die jeweils sieben Vertreter beider Kammern einigten sich am Freitag in Paris auf einen Gesetzentwurf, der am Montag von der Nationalversammlung verabschiedet werden soll. Die linkspopulistische Opposition hat bereits einen Misstrauensantrag angekündigt.

Textgröße ändern:

Nach dem Kompromissvorschlag hält Frankreich weiter an dem Ziel fest, das Defizit von gut sechs Prozent im vergangenen Jahr auf höchstens 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Dazu sollen insgesamt etwa 50 Milliarden Euro eingespart werden.

Ein Streitpunkt in der Debatte war die medizinische Versorgung von Migranten, die Konservative und Rechtspopulisten massiv verringern wollten. In dem aktuellen Text ist eine Verringerung des Budgets dafür um 111 Millionen Euro vorgesehen. Die Kriterien für den Zugang zur medizinischen Hilfe bleiben jedoch dieselben.

Die Sozialisten haben in den Verhandlungen nach eigenen Angaben erreicht, dass die Regierung auf die geplante Streichung von 4000 Lehrerstellen verzichtet. Eine Sonderabgabe für die größten Unternehmen wurde nach Protesten unter anderem von dem Chef des Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault, auf ein Jahr beschränkt. Ursprünglich hätte sie zwei Jahre lang erhoben werden sollen.

Da die Regierung von Premierminister François Bayrou in der Nationalversammlung keine Mehrheit hat, wird damit gerechnet, dass der Text mit Hilfe des Verfassungsartikels 49.3 verabschiedet wird.

Dies bedeutet, dass es keine Schlussabstimmung im Parlament gibt, die Regierung dafür aber einen Misstrauensantrag in Kauf nimmt. Darüber könnte voraussichtlich am Mittwoch abgestimmt werden. Um die Regierung erneut zu stürzen, müsste der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) den Antrag der Linkspopulisten unterstützen. RN-Fraktionschefin Marine Le Pen ließ bisher offen, wie sich ihre Partei entscheiden wird.

Offen ist auch, ob die Sozialisten einen Misstrauensantrag der eigentlich mit ihnen verbündeten Linkspopulisten unterstützen werden. Bayrou hatte versucht, die Sozialisten aus dem Bündnis herauszulösen, und erreicht, dass sie einen ersten Misstrauensantrag nicht unterstützt hatten. In den vergangenen Tagen hatte er jedoch scharfe Kritik der Sozialisten auf sich gezogen, als er von einem seiner Ansicht nach verbreiteten "Gefühl der Überflutung" des Landes durch Ausländer gesprochen hatte.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

USA: Trumps Justizminister Blanche räumt Hürde für Ernennung aus dem Weg

Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche hat eine zentrale Hürde für seine dauerhafte Ernennung aus dem Weg geräumt. In einer am Sonntag im Onlinedienst X veröffentlichten Anordnung hob er einen umstrittenen Entschädigungsfonds offiziell auf, dessen endgültige Aufgabe die republikanischen Senatoren John Cornyn und Thom Tillis zur Bedingung für ihre Unterstützung gemacht hatten. Ob die beiden Blanche nun unterstützen, blieb zunächst offen.

Myanmar macht erstes Treffen Suu Kyis mit Rotkreuz-Vertreter seit Putsch publik

Erstmals seit dem Militärputsch von 2021 ist in Myanmar ein Treffen der unter Hausarrest stehenden früheren Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem Vertreter des Roten Kreuzes öffentlich bekannt geworden. Der Repräsentant des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Myanmar, Arnaud de Baecque, habe die 81-Jährige am Montag besucht, teilte das Büro des myanmarischen Präsidenten mit. Das Treffen war damit das erste seit dem Putsch öffentlich bekannt gewordene Treffen Suu Kyis mit einem ausländischen Vertreter.

Trump kündigt noch für Montag neue Gespräche mit dem Iran an - Ölpreise sinken

US-Präsident Donald Trump hat nach dem vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe auf den Iran neue Gespräche mit Teheran ab Montag angekündigt. "Was wir tun ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen", sagte Trump am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One zu Journalisten. "Es beginnt morgen Nachmittag." Nähere Angaben - etwa zum Ort der Gespräche oder zu den Teilnehmern - machte Trump zunächst nicht.

Argentiniens Präsident Milei bekräftigt Attacken gegen Brasiliens Staatschef Lula

Argentiniens ultrarechter Präsident Javier Milei hat seine Attacken gegen Brasiliens linken Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva bekräftigt. "Er ist ein Dieb, ein Korrupter, er wurde als Dieb und Korrupter verurteilt", sagte Milei am Sonntag dem argentinischen Sender LN+. "Er saß in Haft, und deswegen stimmt auch das mit dem Sträfling." Lula sei außerdem wegen eines "bürokratischen Fehlers im Verfahren" aus der Haft entlassen worden, "nicht weil er unschuldig war".

Textgröße ändern: