Pallade Veneta - Merz will umstrittene Asylpläne als Kanzler umsetzen - "Sofortprogramm" der CDU

Merz will umstrittene Asylpläne als Kanzler umsetzen - "Sofortprogramm" der CDU


Merz will umstrittene Asylpläne als Kanzler umsetzen - "Sofortprogramm" der CDU
Merz will umstrittene Asylpläne als Kanzler umsetzen - "Sofortprogramm" der CDU / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

CDU-Chef Friedrich Merz will nach einer möglichen Wahl zum Kanzler seinen Fünf-Punkte-Plan zur Begrenzung der irregulären Migration unverzüglich umsetzen. Der umstrittene Plan ist Teil des "Sofortprogramms" für den Fall einer Regierungsübernahme, den ein CDU-Bundesparteitag am Montag in Berlin beschließen soll. "Ich gebe den Wählerinnen und Wählern in Deutschland die Garantie, dass es in der Wirtschaftspolitik und in der Asylpolitik eine wirkliche Wende gibt", sagte Merz der "Bild am Sonntag".

Textgröße ändern:

Zentrale Forderungen von Merz' Migrationsplan sind dauerhafte Grenzkontrollen, Zurückweisungen an den Grenzen und ein zeitlich unbefristeter Ausreisearrest für ausreisepflichtige Straftäter und Gefährder. Der Bundestag hatte eine entsprechenden rechtlich unverbindlichen Antrag am vergangenen Mittwoch verabschiedet, die AfD verhalf ihm zur Mehrheit.

Für dieses Zusammenwirken von Union und AfD wurde Merz von SPD und Grünen scharf kritisiert. In mehreren deutschen Städten gingen auch am Wochenende wieder zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen das Erstarken rechtsextremer Kräfte zu demonstrieren.

Die CDU nahm auch das trotz der Zustimmung der AfD im Bundestag gescheiterte "Zustrombegrenzungsgesetz" als vordringliches Anliegen in ihr "Sofortprogramm" auf. Es sieht einen Stopp des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte und mehr Befugnisse für die Bundespolizei vor.

In der "Bild am Sonntag" versprach der CDU-Chef für den Fall seiner Wahl zum Kanzler eine Neuausrichtung des politischen Kurses in Deutschland. Der Entwurf des "Sofortprogramms" sieht neben den migrationspolitischen Forderungen auch Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft, zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger sowie zur Stärkung der inneren Sicherheit vor.

Geplant sind unter anderem die Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte, ein weiterer Bürokratieabbau, Anreize zum Arbeiten auch im Rentenalter und eine Steuerfreiheit von Überstunden. Im Bereich der Sicherheit soll neben der Begrenzung der Migration die IP-Adressen-Speicherung umgesetzt und Fußfesseln für Gewalttäter gegen Frauen eingeführt werden.

Zudem verspricht die CDU, in der Regierung mehrere Gesetze der Ampel-Koalition rückgängig zu machen - so etwa das Heizungsgesetz, die Cannabis-Legalisierung und die Verkürzung der Frist für die Einbürgerung von acht auf fünf Jahre.

Merz warf SPD und Grünen vor, einen unfairen Wahlkampf gegen seine Person zu führen: "Ich stelle fest, dass die Sozialdemokraten und die Grünen in diesem Wahlkampf den Hebel umgelegt haben hin zu persönlicher Herabsetzung und Diffamierung meiner Person", sagte er. "Damit habe ich gerechnet. Wir aber führen einen Wahlkampf in der Sache sehr klar, sehr hart."

Merz war auch in der eigenen Partei dafür kritisiert worden, dass er bei den Abstimmungen im Bundestag zur Migrationspolitik eine Mehrheit mit Hilfe der AfD in Kauf nahm. CSU-Chef Markus Söder stellte sich hinter Merz. "Die CSU steht hinter Friedrich Merz. Kein CSU-Abgeordneter hat im Bundestag gefehlt", schrieb er am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X.

Auf dem für Montag geplanten CDU-Parteitag müsse nun "ein starkes Signal der Geschlossenheit für unseren gemeinsamen Kanzlerkandidaten" folgen, forderte Söder. Bei der namentlichen Abstimmung über das umstrittene "Zustrombegrenzungsgesetz", das am Ende die notwendige Mehrheit verfehlte, hatten am Freitag zwölf CDU-Abgeordnete aus der gemeinsamen Unionsbundesfraktion ihre Stimmen nicht abgegeben.

Auch der frühere CDU-Chef Armin Laschet verteidigte den migrationspolitischen Kurs des Kanzlerkandidaten Merz. "Friedrich Merz hat in aller Klarheit deutlich gemacht, was sich ändert, wenn er Kanzler wird", sagte Laschet dem Nachrichtenportal "t-online". "Nichtstun ist keine Alternative. Nach den Anschlägen in Solingen, Magdeburg und Aschaffenburg gibt es berechtigte Sorgen in der Bevölkerung, die wir nicht ignorieren dürfen."

Die Debatte um den Umgang der CDU mit der AfD ging derweil am Wochenende weiter. Die saarländische Ministerpräsidentin und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Anke Rehlinger sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Am Ende dieser Woche stand die AfD fester zu Herrn Merz als seine eigene Partei." Merz habe "die demokratische Mitte gespalten statt gemeinsam Lösungen in der Migrationspolitik zu suchen".

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) attestierte Merz, mit seinem Vorgehen zur Asylpolitik gescheitert zu sein. "Er hat sich verzockt. Aber viel schlimmer ist, dass er gezockt hat", sagte Scholz am Freitagabend in der ARD. Zudem habe Merz "ein Tabu gebrochen" - "ein Tabu, dass man mit den extremen Rechten nicht zusammenarbeitet."

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Bosnisch-serbischer Hardliner Dodik erklärt sich zum Wahlsieger und dankt Trump und Putin

Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat der abgesetzte bosnische Serbenführer Milorad Dodik nach eigenen Angaben seine Macht in der serbischen Teilrepublik gesichert. "Ich erkläre, dass wir gewonnen haben", sagte Dodik am Sonntag vor Unterstützern in Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska. Seine Partei habe sowohl in der Teilrepublik gewonnen als auch den serbischen Sitz des dreiköpfigen Staatspräsidiums des Zentralstaats.

NOOSHA AUBEL UND DAS BESCHÄMENDE VERSAGEN DER STRUKTUREN IM RATHAUS POTSDAM

Noosha Aubel ist 50 Jahre alt, parteilos und seit dem 24. Oktober 2025 Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam. Von 2017 bis 2023 gehörte sie bereits als Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zur Verwaltungsspitze. Damit ist sie keine politische Anfängerin, die sich erst in Potsdamer Strukturen einarbeiten müsste. Sie kennt dieses Rathaus, seine Zuständigkeiten und seine Schwachstellen seit Jahren. Genau deshalb wiegen die Vorgänge um die mehrfach schwerstbehinderten Schwestern Heddå und Heidrūn politisch besonders schwer und werden Fragen an fehlendem Anstand und Moral auf.

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Kanzler in Kiew: Hilfe für Ukraine zur Abwehr "barbarischer Angriffe" aus Russland

Luftalarm, Drohnenangriff und eine scharfe Warnung aus Moskau: Bei einem Besuch unter dramatischen Umständen in Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unbeirrt in seiner Unterstützung für die Ukraine gezeigt. Er sagte dem Land am Sonntag Militär- und Infrastruktur-Hilfen von über einer Milliarde Euro zu. Während seines Besuchs wurde eine Brücke in Kiew von einer russischen Drohne getroffen.

Textgröße ändern: