Pallade Veneta - Regierungskrise in Kolumbien: Präsident Petro fordert Kabinett zum Rücktritt auf

Regierungskrise in Kolumbien: Präsident Petro fordert Kabinett zum Rücktritt auf


Regierungskrise in Kolumbien: Präsident Petro fordert Kabinett zum Rücktritt auf
Regierungskrise in Kolumbien: Präsident Petro fordert Kabinett zum Rücktritt auf / Foto: Handout - PRESIDENCIA COLOMBIA/AFP

Die Regierung des linksgerichteten kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro ist durch interne Auseinandersetzungen in eine schwere Krise geraten. Petro forderte am Sonntag sein gesamtes Kabinett sowie andere hochrangige Regierungsmitarbeiter zum Rücktritt auf. Im Onlinedienst X kündige der Präsident "einige Änderungen im Kabinett" an, damit die Agenda seiner Präsidentschaft besser umgesetzt werden könne.

Textgröße ändern:

Vorausgegangen war eine fünfstündige Kabinettssitzung am Dienstag, in der Petro mehrere Minister vor laufenden Kameras zusammengestaucht hatte. Der Präsident warf unter anderen den Ministern für Handel, Bildung und Gesundheit vor, bei der Umsetzung von Regierungsvorhaben zu langsam zu sein.

Petro wiederum sah sich zuletzt mit heftiger Kritik mehrerer Minister konfrontiert. Sie kritisierten unter anderem die Ernennung seines Vertrauten Armando Benedetti zum Stabschef des Präsidenten. Gegen Benedetti laufen Ermittlungen wegen des Vorwurfs illegaler Finanzierungen von Petros Präsidentschaftskampagne im Jahr 2022. Außerdem beschuldigt Benedettis Ehefrau ihn der häuslichen Gewalt.

Auch die kürzliche Ernennung von Petros skandalumwobener früherer Staatschefin Laura Sarabia zur Außenministerin stieß innerhalb des Kabinetts auf Widerspruch. Sarabia gehörte zu den Zielscheiben von Ermittlungen zu einem großen Korruptionsskandal, in dem es um die Veruntreuung öffentlicher Gelder ging. Auch war sie in eine Affäre um mutmaßliche illegale Abhörung ihrer Kinderfrau verwickelt.

Schon vor Petros jetziger Rücktrittsaufforderung an sein Kabinett hatten zwei Minister ihre Ämter abgegeben: Am Mittwoch warf Kultusminister Juan David Correa hin, am Sonntag folgte ihm Umweltministerin Susana Muhamad. Sie war als Gastgeberin der UN-Artenschutzkonferenz COP16 im vergangenen Jahr im kolumbianischen Cali weltbekannt geworden.

Petro, ein ehemaliger Guerillero, war 2022 zum ersten linksgerichteten Staatschef in der Geschichte Kolumbiens gewählt worden.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Kanzler in Kiew: Hilfe für Ukraine zur Abwehr "barbarischer Angriffe" aus Russland

Luftalarm, Drohnenangriff und eine scharfe Warnung aus Moskau: Bei einem Besuch unter dramatischen Umständen in Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unbeirrt in seiner Unterstützung für die Ukraine gezeigt. Er sagte dem Land am Sonntag Militär- und Infrastruktur-Hilfen von über einer Milliarde Euro zu. Während seines Besuchs wurde eine Brücke in Kiew von einer russischen Drohne getroffen.

SPD wehrt sich in Reformdebatte gegen Blockadevorwürfe aus der Union

Die SPD ist Kritik aus der Union entgegengetreten, sie verzögere vereinbarte Reformvorhaben. "Blockadevorwürfe, öffentliche Forderungen oder Ultimaten bringen uns ehrlich gesagt nicht weiter - sie machen die Suche nach gemeinsamen Lösungen sogar eher langwieriger", sagte Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, am Sonntag der "Süddeutschen Zeitung". "Was uns weiterbringt, ist der Blick auf das, was uns verbindet und was wir gemeinsam erreichen wollen."

Selenskyj: Washington plant neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau im Oktober

Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj am Sonntag vor Journalisten in Kiew. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.

Textgröße ändern: