Pallade Veneta - Habeck wehrt sich gegen Vorwürfe zu seiner Doktorarbeit

Habeck wehrt sich gegen Vorwürfe zu seiner Doktorarbeit


Habeck wehrt sich gegen Vorwürfe zu seiner Doktorarbeit
Habeck wehrt sich gegen Vorwürfe zu seiner Doktorarbeit / Foto: Tobias Schwarz - AFP/Archiv

Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck wehrt sich gegen den Verdacht, bei seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet zu haben. Habeck ging am Montag in einem Video mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass entsprechende Vorwürfe gegen ihn kurz vor der Veröffentlichung stünden - und dass diese unbegründet seien. Er habe seine Doktorarbeit von wissenschaftlichen Stellen prüfen lassen, er betrachte die Vorwürfe als entkräftet. Die Universität Hamburg bestätigte im Wesentlichen Habecks Darstellung.

Textgröße ändern:

Wenige Stunden nach Habecks Äußerungen veröffentlichte das rechtsgerichtete Internetportal Nius einen Text, der sich nach Angaben seines Autors auf Recherchen des "Plagiatsjägers" Stefan Weber stützt. Der Vorwurf: Habeck habe in seiner Doktorarbeit vorgetäuscht, "Geistesgrößen im Original gelesen zu haben, während er seine Quellen aus den Arbeiten anderer Wissenschaftler nur abgeschrieben" habe. Dies sei "unwissenschaftlich und unehrlich".

Habeck widersprach diesen Vorwürfen und verwies auf Stellungnahmen aus der Wissenschaft, die er in der Angelegenheit selbst erbeten habe. Die Ombudsstelle der Universität Hamburg, an der er seinen Doktortitel erworben hatte, habe "die Vorwürfe entkräftet und bestätigt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt", schrieb Habeck auf X.

Diese Darstellung bestätigte die Universität Hamburg. Die Dissertation sei "im Einzelnen sorgfältig begutachtet und fachlich eingeordnet" worden, teilte die Universität mit. Dabei sei festgestellt worden, dass gemäß den Regeln der Universität "kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, da weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gegen die Standards der guten wissenschaftlichen Praxis verstoßen wurde." Zudem habe die Prüfung bestätigt, dass Habeck seine Forschungsleistung eigenständig erbracht habe.

Das Ergebnis sei Habeck mitgeteilt worden, teilte die Universität weiter mit. Demnach sei Habeck aber empfohlen worden, einzelne Zitate und Fußnoten zu überarbeiten. Grund sei, dass heute in der wissenschaftlichen Praxis andere Regeln gelten würden als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Habeck sagte weiter, er habe den Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, um eine Einschätzung gebeten. "Auch er hat keine Zweifel an der Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Arbeit", teilte Habeck weiter mit.

Bei den Anschuldigungen gehe es nicht um Textplagiate, sondern um Ungenauigkeiten in den Fußnoten, erklärte Habeck. Auch gegen die Doktorarbeit seiner Ehefrau will Weber Habeck zufolge Vorwürfe erheben.

Nachdem Habeck die Öffentlichkeit über die Vorwürfe informiert hatte, meldete sich Plagiatsjäger Weber über X selbst zu Wort und warf Habeck vor, zu "schwindeln". Es gehe bei den Vorwürfen "nicht um 'Ungenauigkeiten in den Fußnoten'" sondern Habeck habe "methodisch eine Quellenarbeit simuliert, die nicht stattgefunden" habe, schrieb Weber. Zudem habe Habeck "sehr wohl auch Textfragmente plagiiert".

Habeck hat vor rund 25 Jahren in Hamburg promoviert - mit einer Arbeit unter dem Titel "Die Natur der Literatur. Zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität."

A.Saggese--PV

Empfohlen

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Kanzler in Kiew: Hilfe für Ukraine zur Abwehr "barbarischer Angriffe" aus Russland

Luftalarm, Drohnenangriff und eine scharfe Warnung aus Moskau: Bei einem Besuch unter dramatischen Umständen in Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unbeirrt in seiner Unterstützung für die Ukraine gezeigt. Er sagte dem Land am Sonntag Militär- und Infrastruktur-Hilfen von über einer Milliarde Euro zu. Während seines Besuchs wurde eine Brücke in Kiew von einer russischen Drohne getroffen.

SPD wehrt sich in Reformdebatte gegen Blockadevorwürfe aus der Union

Die SPD ist Kritik aus der Union entgegengetreten, sie verzögere vereinbarte Reformvorhaben. "Blockadevorwürfe, öffentliche Forderungen oder Ultimaten bringen uns ehrlich gesagt nicht weiter - sie machen die Suche nach gemeinsamen Lösungen sogar eher langwieriger", sagte Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, am Sonntag der "Süddeutschen Zeitung". "Was uns weiterbringt, ist der Blick auf das, was uns verbindet und was wir gemeinsam erreichen wollen."

Selenskyj: Washington plant neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau im Oktober

Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj am Sonntag vor Journalisten in Kiew. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.

Textgröße ändern: