Pallade Veneta - Jahrestag der Bombardierung Dresdens: Behörden erwarten mehr Rechtsextremisten

Jahrestag der Bombardierung Dresdens: Behörden erwarten mehr Rechtsextremisten


Jahrestag der Bombardierung Dresdens: Behörden erwarten mehr Rechtsextremisten
Jahrestag der Bombardierung Dresdens: Behörden erwarten mehr Rechtsextremisten / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Zum 80. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg erwarten die Sicherheitsbehörden einen stärkeren Zulauf von Rechtsextremisten als in den Vorjahren. "Aufgrund der verstärkten Mobilisierung rechnen wir mit mehr rechtsextremistischen Teilnehmern, auch aus dem Ausland, als in den Jahren zuvor", erklärte Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig am Dienstag. Zudem seien zahlreiche Gegenproteste angekündigt, was "zu konfrontativen Situationen" führen könne.

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Grund für die starke Mobilisierung sei nicht nur der 80. Jahrestag der Luftangriffe, sondern auch der aktuelle "sehr emotional" geführte Bundestagswahlkampf, erklärte Rodig. Die Polizei wird demnach am Donnerstag und am Samstag mit verstärkten Kräften auch auch anderen Bundesländern im Einsatz sein.

In Dresden wird alljährlich an mehreren Gedenkorten an die Opfer der Bombardierung und an alle Toten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Bei den Luftangriffen alliierter Bomber auf die Stadt am 13. und 14. Februar 1945 wurden nach offiziellen Angaben etwa 25.000 Menschen getötet. Weite Teile der historischen Altstadt wurden zerstört.

In der Vergangenheit versuchten Rechtsextremisten immer wieder, den Jahrestag der Zerstörung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie stellen die deutschen Opfer in den Mittelpunkt und geben eine deutlich höhere Opferzahl an. Aufgrund der starken Gegenproteste wurden größere Neonaziaufmärsche rund um den 13. Februar in den vergangenen Jahren verhindert.

In diesem Jahr nun beobachtet der Verfassungsschutz eine "bundesweit massive Mobilisierung der rechtsextremistischen Szene" vor allem über soziale Medien. Auch Anreisen von Rechtsextremisten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland seien zu erwarten. "Ziel der Rechtsextremisten ist es, das Gedenken an die Bombardierung im Sinn ihrer verfassungsfeindlichen Ideologie zu vereinnahmen", erklärte der Präsident des sächsischen Landesamts für Verfassungsschutz, Dirk-Martin Christian.

Für den 13. Februar sind in Dresden zahlreiche Gedenkveranstaltungen geplant, darunter am Abend eine Menschenkette mit tausenden Teilnehmern. Auch Rechtsextremisten planen am Donnerstag unter anderem eine Kundgebung sowie eine Mahnwache. Es soll zahlreiche Gegendemonstrationen geben.

Am Samstag ruft die rechtsextremistische Szene wie jedes Jahr zu einem sogenannten Gedenkmarsch auf, zu dem die Veranstalter rund 2000 Teilnehmer erwarten. Auch dagegen ist breiter Protest unter anderem des Bündnisses Dresden Wiedersetzen und der linken Szene angekündigt. Die Dresdner Polizei geht von einer "konfrontativen Versammlungslage" aus.

F.M.Ferrentino--PV

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