Pallade Veneta - Hamas will am Samstag drei weitere Geiseln freilassen

Hamas will am Samstag drei weitere Geiseln freilassen


Hamas will am Samstag drei weitere Geiseln freilassen
Hamas will am Samstag drei weitere Geiseln freilassen / Foto: JACK GUEZ - AFP

Die radikalislamische Hamas hat für Samstag die Freilassung von drei weiteren israelischen Geiseln bestätigt. Wie die israelische Regierung am Freitag erklärte, sollen der israelisch-russische Staatsbürger Sascha Trupanow, der US-Israeli Sagui Dekel-Chen und der israelisch-argentinische Staatsangehörige Jair Horn freikommen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) äußerte sich derweil "sehr besorgt" um die Gesundheit der weiterhin im Gazastreifen festgehaltenen dutzenden israelischen Geiseln.

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Einer der Männer, die am Samstag freikommen sollen, befand sich bislang in der Gewalt der mit der Hamas verbündeten militanten Organisation Islamischer Dschihad, die anderen waren Gefangene der Hamas. Die neuerliche Geiselfreilassung stand tagelang auf der Kippe: Anfang der Woche hatte die Hamas Israel Verstöße gegen die derzeit geltende Waffenruhe vorgeworfen und die Geiselfreilassungen "bis auf Weiteres" für ausgesetzt erklärt.

Daraufhin drohte Israel damit, den Krieg im Gazastreifen wieder aufzunehmen, sofern nicht am Wochenende drei weitere lebende Geiseln freikommen.

Die seit dem 19. Januar laufende Waffenruhe im Gaza-Krieg war unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars ausgehandelt worden. Sie sieht vor, dass innerhalb einer ersten sechswöchigen Phase insgesamt 33 israelische Geiseln übergeben werden. Im Gegenzug sollen rund 1900 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. An den vergangenen Wochenenden wurden insgesamt 16 israelische Geiseln freigelassen.

Von den insgesamt 251 von der Hamas am 7. Oktober 2023 verschleppten Menschen werden noch 73 im Gazastreifen festgehalten. 35 von ihnen sind nach israelischen Angaben bereits tot.

Das Internationale Komiteee vom Roten Kreuz zeigte sich am Freitag besorgt um die noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln und forderte Zugang zu ihnen. Zudem müsse die Freilassung und Übergabe der Geiseln "auf eine würdige und sichere Weise erfolgen".

An der Inszenierung der Geiselübergaben in den vergangenen Wochen hatte es scharfe Kritik gegeben. So wurden die Menschen auf einer Bühne öffentlich zur Schau gestellt. In einem Fall mussten die Geiseln sich einen Weg durch eine drängelnde und bedrohliche Menschenmenge bahnen. Drei vor einer Woche freigelassene Männner waren zudem sichtlich ausgemergelt und in schlechter gesundheitlicher Verfassung.

Der vor zwei Wochen freigelassene US-Israeli Keith Siegel berichtete in einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft von Misshandlungen während seiner Geiselhaft. Er sei 484 Tage unter "unvorstellbaren Bedingungen" festgehalten, ausgehungert und gefoltert worden, sagte Siegel.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) traf am Freitag in München mit Angehörigen israelischer Geiseln zusammen. Nach Angaben der Ministerin sind unter den im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln noch immer auch deutsche Staatsangehörige. Bei den Gesprächen über einen "Friedensweg im Nahen Osten" sei es der Bundesregierung daher besonders wichtig, "dass alle Geiseln freikommen müssen, dass auch die Körper der getöteten Geiseln endlich zu ihren Familien zurückkommen müssen", sagte Baerbock.

Mehrere arabische Staaten kündigten derweil ein Treffen für die kommende Woche an, um eine gemeinsame Reaktion auf die Gaza-Pläne von US-Präsident Donald Trump zu finden. An dem Treffen am Donnerstag in Riad sollen führende Politiker aus Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, der Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien teilnehmen.

Trump hat angekündigt, den weitgehend zerstörten Gazastreifen unter US-Kontrolle bringen und neu aufbauen zu wollen. Die dort lebenden Palästinenser sollen nach seinen Vorstellungen unter anderem nach Ägypten und Jordanien umgesiedelt werden. Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und viele weitere arabische Staaten lehnen den Plan strikt ab.

Z.Ottaviano--PV

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