Pallade Veneta - "Karten in der Hand": Trump sieht Russland bei Verhandlungen zu Ukraine-Krieg im Vorteil

"Karten in der Hand": Trump sieht Russland bei Verhandlungen zu Ukraine-Krieg im Vorteil


"Karten in der Hand": Trump sieht Russland bei Verhandlungen zu Ukraine-Krieg im Vorteil
"Karten in der Hand": Trump sieht Russland bei Verhandlungen zu Ukraine-Krieg im Vorteil / Foto: ROBERTO SCHMIDT - AFP

US-Präsident Donald Trump sieht Russland bei Verhandlungen zum Kriegsende in der Ukraine im Vorteil. "Ich denke, die Russen wollen, dass der Krieg endet", sagte Trump am Mittwoch vor Reportern im Präsidentenflugzeug Air Force One. "Aber ich denke, sie haben ein bisschen die Karten in der Hand, weil sie viele Gebiete eingenommen haben, also haben sie die Karten in der Hand", sagte er. Vor einem für Donnerstag angesetzten Treffen mit dem Ukraine-Sondergesandten Keith Kellogg bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Wunsch nach "konstruktiver" Zusammenarbeit mit den USA.

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Trump hatte zuvor seinen Ton gegenüber der Ukraine verschärft und den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in seiner Onlineplattform Truth Social als "Diktator ohne Wahlen" bezeichnet. Er erklärte, Selenskyj solle "sich besser beeilen, oder er wird kein Land mehr haben".

Am Dienstag hatte Trump faktisch Selenskyj für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verantwortlich gemacht. Selenskyj bezeichnete den US-Präsidenten daraufhin als Opfer russischer Desinformation.

Trump äußerte sich nach Gesprächen zwischen den Außenministern der USA und Russlands und weiteren ranghohen Vertretern am Dienstag in Saudi-Arabien - dem ersten solchen Format seit Beginn des russischen Angriffskriegs. Washington und Moskau vereinbarten in Riad Verhandlungen zur Beilegung ihrer Differenzen und zur schnellen Beendigung des Ukraine-Kriegs. Neben den Europäern war auch die Ukraine nicht eingeladen, was Selenskyj kritisierte.

Trump stellte am Dienstag zudem ein baldiges Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Aussicht. Er werde sich "wahrscheinlich" noch vor Ende des Monats mit dem Kreml-Chef treffen. Nach den Gesprächen in Riad sei er "sehr zuversichtlich", sagte der Rechtspopulist.

Die Ukraine kämpft seit Februar 2022 mit finanzieller und militärischer Unterstützung europäischer Staaten und der ehemaligen US-Regierung von Trumps Vorgänger Joe Biden gegen den seit fast drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg.

International lösten Trumps Äußerungen Empörung aus. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kritisierte es als "schlicht falsch und gefährlich", dass Trump den ukrainischen Staatschef Selenskyj als "Diktator" schmähte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte nach der zweiten Beratungsrunde mit Ukraine-Verbündeten in Paris binnen weniger Tage: "Wir stehen an der Seite der Ukraine und werden all unsere Verantwortung wahrnehmen, um Frieden und Sicherheit in Europa zu gewährleisten."

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau forderte am Mittwoch erneut, dass die Ukraine direkt an den Verhandlungen beteiligt werden müsse. Der britische Regierungschef Keir Starmer sicherte Selenskyj nach der Verbalattacke Trumps seine Solidarität zu.

Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland appellierte an die Verbündeten der Ukraine, in ihrer Unterstützung nicht nachzulassen. Es liege "in unserem gemeinsamen europäischen Interesse, dass wir Europäer unsere Kräfte zusammenbündeln und einem Diktatoren und Autokraten wie Putin auch klare Kante zeigen", sagte Makeiev am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen".

Über den Besuch von Trumps Ukraine-Sondergesandtem Keith Kellogg sagte Makeiev: "Möglicherweise kommt er näher zum Geschehen an der Frontlinie." Einen Besuch an der Front empfehle er allen Politikern, "um zu begreifen, was es heißt, im 21. Jahrhundert unter Luftalarmsirenen, Drohnen und Raketenangriffen weiter demokratisch regieren zu können und Freiheit schützen zu müssen".

Selenskyj bekräftigte im Vorfeld des Treffens mit Kellogg seinen Wunsch nach konstruktiver Zusammenarbeit mit den USA. "Es ist sehr wichtig für uns, dass (dieses) Treffen und unsere Zusammenarbeit mit den USA im Allgemeinen konstruktiv sind", sagte er am Mittwoch in seiner allabendlichen Videoansprache.

An sein Volk gerichtet und vor dem Hintergrund von Trumps jüngsten Äußerungen sagte Selenskyj: "Unsere Einheit ist das, was unsere Zukunft am besten schützt, und unsere Zukunft liegt nicht bei Putin, sondern beim Frieden. Und es ist eine Entscheidung für alle – auch für die Mächtigen –, ob man auf der Seite Putins oder des Friedens sein will."

F.Abruzzese--PV

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