Pallade Veneta - Netanjahu: An Israel überstellte Leiche war Frau aus Gaza - Hamas geht von Verwechslung aus

Netanjahu: An Israel überstellte Leiche war Frau aus Gaza - Hamas geht von Verwechslung aus


Netanjahu: An Israel überstellte Leiche war Frau aus Gaza - Hamas geht von Verwechslung aus
Netanjahu: An Israel überstellte Leiche war Frau aus Gaza - Hamas geht von Verwechslung aus / Foto: Evelyn Hockstein - POOL/AFP/Archiv

Die Hamas hat nach Worten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu statt der deutsch-israelischen Geisel Shiri Bibas die Leiche einer Frau aus dem Gazastreifen an Israel übergeben. "Mit einem unvorstellbaren Zynismus haben sie nicht Shiri zusammen mit ihren kleinen Kindern (...) übergeben, und haben die Leiche einer Frau aus dem Gazastreifen in den Sarg gelegt", erklärte Netanjahu. "Die Grausamkeit der Hamas-Monster hat keine Grenzen", fügte er hinzu.

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"Wir werden entschlossen handeln, um Shiri nach Hause zu bringen", sagte Netanjahu zudem in einer Videobotschaft. "Die Hamas wird einen schweren Preis für diese grausame und perverse Verletzung des Abkommens zahlen."

Das Forum der Geisel-Familien erklärte, es sei "entsetzt und erschüttert" darüber, dass Shiri Bibas nicht zusammen mit den Leichen ihrer Söhne übergeben worden sei, "trotz der Vereinbarung und unser verzweifelten Hoffnungen".

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) forderte ebenfalls die Rückkehr von Shiri Bibas nach Israel. "Unsere Gedanken sind bei Familie Silbermann-Bibas, die Abschied von Ariel und Kfir nehmen muss, aber weiter um Shiri bangt - auch sie muss zurückkehren, die Hamas muss sie freigeben", schrieb er am Freitag im Onlinedienst X.

Ein Vertreter der Hamas sagte der Nachrichtenagentur AFP, Bibas' Leiche sei wahrscheinlich "versehentlich mit anderen verwechselt worden, die unter Trümmern gefunden wurden". Die Gruppe untersuche dies.

Die radikalislamische Palästinensermiliz hatte im Rahmen des Waffenruheabkommens am Donnerstag vier Leichen an Israel übergeben. Dabei handelte es sich laut Hamas um vier der bei dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln: Oded Lifshitz, Shiri Bibas und ihre beiden Söhne, Kfir und Ariel Bibas. Lifshitz wurde bereits am Donnerstag identifiziert. Am Freitag bestätigte die israelische Armee dann, dass es sich um die beiden Kinderleichen handele. Die vierte übergebene Leiche sei laut forensischen Untersuchungen jedoch nicht Shiri Bibas.

Kfir war zum Zeitpunkt der Entführung neun Monate alt, sein Bruder Ariel vier Jahre. Ihr Vater, Jarden Bibas, war getrennt von seiner Familie entführt und im Gazastreifen festgehalten worden, er kam am 1. Februar frei.

Kfir und Ariel Bibas waren die letzten Kinder, die nach ihrer Entführung noch in der Gewalt der Islamisten im Gazastreifen waren. Die Entführer hatten den Moment damals per Video festgehalten. Die Bilder der beiden rothaarigen Jungen im Arm ihrer verzweifelten Mutter wurden in Israel zu einem Symbol für den brutalen Angriff der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation und mit ihr verbündeter Gruppierungen.

Die Inszenierung der Leichenrückgabe löste international Empörung aus. Die Hamas hatte die vier Särge mit Fotos versehen und vor der Übergabe auf einer Bühne aufgereiht, daneben waren bewaffnete Kämpfer postiert. Im Hintergrund der Bühne war ein großes Plakat mit Fotos der Geiseln zu sehen, auf dem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Vampir dargestellt war.

Die Rückführung der Leichen ist Teil der ersten Phase einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die am 19. Januar in Kraft getreten war. Im Zuge der ersten Phase wurden bislang 19 lebende israelische Geiseln im Austausch gegen mehr als 1100 palästinensische Häftlinge freigelassen. Insgesamt sollen 33 Geiseln freigelassen werden, von denen nach israelischen Angaben acht tot sind.

L.Bufalini--PV

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