Pallade Veneta - USA schlagen "einfache, historische" UN-Resolution zur Ukraine vor - ohne Kritik an Moskau

USA schlagen "einfache, historische" UN-Resolution zur Ukraine vor - ohne Kritik an Moskau


USA schlagen "einfache, historische" UN-Resolution zur Ukraine vor - ohne Kritik an Moskau
USA schlagen "einfache, historische" UN-Resolution zur Ukraine vor - ohne Kritik an Moskau / Foto: Jim WATSON - AFP/Archiv

US-Außenminister Marco Rubio hat bei den UN-Mitgliedsstaaten für die Unterstützung eines von den USA vorgelegten Resolutionstextes zum Ukraine-Krieg geworben, in dem Diplomaten zufolge aber die Forderung nach einer territorialen Integrität der Ukraine fehlt. Die USA schlagen eine "einfache, historische Resolution" vor, die alle UN-Mitgliedsstaaten unterstützen sollten, "um einen Weg zum Frieden zu ebnen", erklärte Rubio am Freitag (Ortszeit). Die Ukraine und europäische Unterstützerstaaten wollen bei der kommenden UN-Generalversammlung am dritten Jahrestag des russischen Überfalls am Montag einen eigenen Resolutionstext vorlegen.

Textgröße ändern:

Rubio nannte keine Einzelheiten zu den Inhalten des US-Vorschlags. In dem Text, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, wird ein "schnelles Ende des Konflikts" gefordert - allerdings ohne die territoriale Integrität der Ukraine zu erwähnen. Anders als bei früheren von Washington vorgeschlagenen und unterstützten Resolutionen enthielt der aktuelle, mit nur 65 Wörtern recht kurze Entwurf auch keine Kritik an Moskau, obwohl Russland die Ukraine vor drei Jahren angegriffen hatte und seither ununterbrochen bombardiert.

Zu Beginn des US-Resolutionsentwurfs bedauern die Autoren "den tragischen Verlust von Menschenleben während des russisch-ukrainischen Konflikts". Weiter heißt es, Ziel der Vereinten Nationen sei die Aufrechterhaltung des "internationalen Friedens und der Sicherheit" - ohne jedoch Russland als Verursacher des Krieges zu nennen. Im ukrainisch-europäischen Textentwurf ist das anders.

Der US-Resolutionsentwurf wurde im Vorfeld einer Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am Montag erstellt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte am 24. Februar 2022 begonnen. Am Montag jährt sich der russische Überfall auf das Nachbarland zum dritten Mal.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia bezeichnete den US-Vorstoß als "guten Schritt", der jedoch nicht ausreichend auf die "Wurzeln" des Konflikts eingehe. Moskau hatte unter anderem das Vorrücken der Nato Richtung Osten - die Ukraine will ebenso wie andere osteuropäische Länder Nato-Mitglied werden - als Grund für den Konflikt angegeben.

Die europäischen Unterstützer der Ukraine äußerten sich bisher nicht explizit zu dem Resolutionsvorschlag aus Washington. In ihrem eigenen Entwurf fordern sie eine "Verdoppelung" der diplomatischen Bemühungen, damit der Krieg noch "in diesem Jahr" beendet werden könne und verweisen auf die Initiativen mehrere Länder für einen "vollständigen und dauerhaften Frieden". Zudem verlangen die Staaten erneut, dass Russland alle seine Truppen aus der Ukraine abzieht und die Angriffe auf das Nachbarland einstellt, Forderungen die die UN-Generalversammlungen bereits zuvor gestellt hatte.

In den vergangenen Tagen hatte die US-Regierung auf hoher Ebene Gespräche mit Moskau über eine Beendigung des Krieges aufgenommen. Dies hat bei der Ukraine und ihren Unterstützern Irritationen, Kritik und die Befürchtung ausgelöst, von Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine ausgeschlossen zu werden.

Zudem sorgte US-Präsident Donald Trump mit Äußerungen über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensykj für Empörung. Trump bezeichneten seinen ukrainischen Kollegen unter anderem als "Diktator", der für den Ausbruch des Krieges verantwortlich sie, und näherte sich in seinen Äußerungen den Positionen des Kreml an.

Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer hatte Trump vorgeworfen, nichts zu unternehmen, um den Krieg zu beenden. Beide Politiker werden kommende Woche getrennt voneinander im Weißen Haus erwartet.

L.Barone--PV

Empfohlen

Wahlen in in Bosnien und Herzegowina zu zentralem Staatspräsidium und Parlamenten

In Bosnien und Herzegowina wird am Sonntag gewählt. Die Bürgerinnen und Bürger des in einen serbischen und einen kroatisch-muslimischen Teilstaat geteilten Landes bestimmen das zentrale Parlament und die beiden regionalen Parlamente neu. Auch wählen sie die Präsidenten der Teilrepubliken und das dreiköpfige Staatspräsidium des Zentralstaats. Die Präsidentschaft ist mit einem Kroaten, einem bosnischen Muslim und einem Serben besetzt.

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt Präsidenten und Parlament

Brasilien wählt am Sonntag seinen Präsidenten sowie große Teile seines Parlaments. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und sein wichtigster Herausforderer Flávio Bolsonaro liegen in den Umfragen eng beieinander. Erreicht keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 25. Oktober eine Stichwahl statt.

Rechtsextreme Gruppen wollen in Madrid zu Protestcamp gegen Wohnungsnot vordringen

Inmitten der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien haben sich am Samstagabend Dutzende Mitglieder rechtsextremer Gruppe im Zentrum von Madrid versammelt. Einige versuchten, das auf der Plaza del Sol von Aktivisten errichtete Protestcamp zu erreichen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige aus der Gruppe zeigten den Hitlergruß. Die Polizei verstellte den Rechtsextremen den Weg in das Protestcamp.

"Wahrer Held": Netanjahu lädt indischen Piloten des Flydubai-Flugs nach Israel ein

Nach der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags auf eine Flydubai-Maschine mit vorwiegend israelischen Passagieren an Bord hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den indischen Piloten Smit Machchhar als "wahren Helden" bezeichnet und ihn nach Israel eingeladen. "Sie sind ein wahrer Held der tapferen Völker Indiens und Israels, und Sie sind ein Held der ganzen Welt", sagte Netanjahu am Samstag zu dem im Krankenhaus liegenden verletzten Piloten in einem Telefonat, wie ein von Netanjahus Büro veröffentlichtes Video zeigte.

Textgröße ändern: