Pallade Veneta - Drei Jahre Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft Westen zu Zusammenhalt auf

Drei Jahre Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft Westen zu Zusammenhalt auf


Drei Jahre Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft Westen zu Zusammenhalt auf
Drei Jahre Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft Westen zu Zusammenhalt auf / Foto: Sergei SUPINSKY - AFP

Zum dritten Jahrestag des Ukraine-Kriegs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Zusammenhalt der USA und Europas aufgerufen. Einen "dauerhaften und gerechten Frieden für die Ukraine" zu erreichen, sei nur mit der "Einigkeit aller Partner" möglich, schrieb Selenskyj in einer am Sonntag veröffentlichten Botschaft im Onlinedienst Telegram. Die Ukraine meldete derweil mit 267 russischen Drohnen in einer Nacht den größten Angriff seit Kriegsbeginn. Der Kreml kündigte ein weiteres Treffen mit US-Diplomaten an.

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"Wir müssen unser Bestes geben, um einen dauerhaften und gerechten Frieden für die Ukraine zu erreichen", erklärte Selenskyj und fügte an: "Wir brauchen die Stärke ganz Europas, die Stärke Amerikas, die Stärke all jener, die nachhaltigen Frieden wollen."

Die russische Regierung kündigte indes ein weiteres Treffen mit US-Vertretern an. Die Gespräche auf Ebene der Abteilungsleiter der Außenministerium würden "Ende der Woche" stattfinden, erklärte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Riabkow am Sonntag nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen eine Kehrtwende in der Ukraine-Politik der USA vollzogen. Nach einem langen Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin entsandte er seinen Außenminister Marco Rubio zu direkten Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern über die Ukraine, ohne dass Vertreter der Ukraine oder der EU mit am Tisch saßen. Den ukrainischen Präsidenten bezeichnete Trump zudem als "Diktator ohne Wahlen" und machte ihn für den Beginn des Ukraine-Krieges verantwortlich.

Die USA legten zudem für Montag einen Entwurf für eine UN-Resolution zum Ukraine-Krieg vor, in der Russland nicht als Aggressor in dem Krieg benannt wird und die Forderung nach territorialer Integrität der Ukraine fehlt - im Gegensatz zu einem Resolutionsentwurf der Ukraine und europäischer Verbündeter.

UN-Generalsekretär António Guterres rief vor der Abstimmung zu einer Vereinbarung auf, mit der die "territoriale Integrität" der Ukraine innerhalb ihrer "international anerkannten Grenzen" gewahrt werde - er bezeichnete die russische Invasion als "eindeutige Verletzung der UN-Charta und des Völkerrechts".

Trump bekräftigte am Wochenende zudem die Absicht seiner Regierung, sich die in den vergangenen Jahren von den USA geleistete Hilfe für die Ukraine vergelten zu lassen. "Ich versuche das Geld zurückzubekommen oder zu sichern", sagte Trump am Samstag bei einer Konferenz von konservativen US-Aktivisten und Politikern (CPAC) in National Harbor bei Washington. "Wir wollen Seltene Erden und Öl, alles was wir kriegen können", sagte er.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff sagte am Sonntag gegenüber dem Nachrichtensender CNN, er erwarte noch in der kommenden Woche die Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens. Der ukrainische Präsident Selenskyj habe hierzu "geschwankt", dies tue er nach der "Botschaft" Trumps nun nicht mehr. Aus ukrainischen Regierungskreisen hatte es gegenüber AFP jedoch geheißen, Kiew wolle im Gegenzug Sicherheitsgarantien für das Land.

Die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Julia Swyrydenko sagte dazu am Sonntag, nach Informationen der Regierung in Kiew befänden sich Vorkommen dieser "nützlichen strategischen Rohstoffe" im Wert von rund 350 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 334,5 Milliarden Euro) im von Russland besetzten Teil der Ukraine.

Aus dem Kreml war unterdessen erneut Übereinstimmung mit der Rhetorik der Trump-Regierung zu hören. Die Reaktion Trumps auf Selenskyjs "unangemessene Äußerungen" sei "vollkommen verständlich", sagte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dimitri Peskow, am Sonntag im Staatsfernsehen. Den Austausch zwischen Trump und Putin bezeichnete er als "vielversprechend".

Der russische Präsident Putin stellte den Angriffskrieg gegen die Ukraine indes in einer Videobotschaft zum dritten Jahrestag als Kampf um "Russlands Zukunft" dar. Bei einer Ordensverleihung sagte er zudem, das Schicksal und Gott hätten ihm und der russischen Armee die "schwierige und ehrenvolle Mission" der "Verteidigung Russlands" auferlegt.

Am Montag sollen der französische Präsident Emmanuel Macron und dann am Donnerstag der britische Premierminister Keir Starmer zu Gesprächen mit Trump nach Washington reisen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Montag mit Mitgliedern ihrer Kommission nach Kiew reisen will, sprach sich nach eigenen Angaben mit Macron und Starmer im Vorfeld ihrer Reise ab.

Unterdessen gingen die Kämpfe unvermindert weiter. In der Nacht auf Sonntag überzog Russland nach Angaben der ukrainischen Armee das Land mit dem größten Drohnenangriff seit Beginn der Invasion des Landes am 24. Februar 2022. Insgesamt seien im Luftraum über dem Land 267 unbemannte Flugobjekte festgestellt worden, es handle sich um einen "Rekordwert" für einen einzigen Angriff, erklärte ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe im Onlinedienst Facebook.

138 Drohnen habe die Luftabwehr abgefangen, 119 seien "verloren" gegangen, ohne Schaden anzurichten, fügte der Sprecher an. Aus der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih meldeten die zuständigen Regionalbehörden einen Raketenangriff, bei dem am späten Samstagabend ein Mann getötet worden sei.

Das russische Verteidigungsministerium meldete seinerseits, zwanzig von der Ukraine aus gestartete Drohnen seien "zerstört" worden.

L.Bufalini--PV

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