Pallade Veneta - CDU-Außenpolitiker Hardt: Bei Putin werden die Sektkorken geknallt haben

CDU-Außenpolitiker Hardt: Bei Putin werden die Sektkorken geknallt haben


CDU-Außenpolitiker Hardt: Bei Putin werden die Sektkorken geknallt haben
CDU-Außenpolitiker Hardt: Bei Putin werden die Sektkorken geknallt haben / Foto: SAUL LOEB - AFP

Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hat den Eklat bei einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus als "strategischen Fehler" der US-Führung gewertet. Er sei "entsetzt" und die Regierung in Washington müsse sich fragen lassen, wie das auf Kreml-Chef Wladimir Putin gewirkt habe, sagte Hardt am Samstagmorgen dem Deutschlandfunk. "Da werden die Sektkorken geknallt haben gestern Abend", sagte er mit Blick auf den Kreml.

Textgröße ändern:

Er sei sich nicht sicher, ob das Verhalten der USA "Teil einer großangelegten Strategie" sei, zu der Inszenierung dazu gehöre oder ob es sich um "eher aus dem Bauch getätigte Aussagen" handele, sagte Hardt. Klar sei aber: "Zu entschuldigen hat sich aus meiner Sicht der Präsident der Ukraine nicht."

Trump und Selenskyj waren am Freitag bei einem Treffen im Oval Office des Weißen Hauses vor laufenden Kameras heftig aneinandergeraten. Trump warf unterstützt von seinem Vizepräsidenten JD Vance Selenskyj fehlende Dankbarkeit für die US-Militärhilfe und Respektlosigkeit vor. Selenskyj verließ das Weiße Haus, ohne dass die eigentlich geplante Unterzeichnung des Rohstoffabkommens zwischen den USA und der Ukraine vollzogen wurde, eine geplante gemeinsame Pressekonferenz wurde gestrichen.

Anschließend schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social, Selenskyj sei "nicht zu einem Frieden bereit", er könne erst dann "zurückkommen, wenn er bereit für den Frieden ist".

Hardt betonte die Notwendigkeit, die Ukraine weiter zu unterstützen. Sollte Putin erfolgreich sein im Kampf gegen die Ukraine, bestehe die Gefahr "dass er dann weiter aufrüsten wird und dass wir früher oder später selbst gechallenged (herausgefordert) werden", sagte er. Einerseits müsse die Europäische Union durch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Polen, Frankreich und Deutschland gestärkt werden und andererseits sei eine stärkere Zusammenarbeit der europäischen Nato-Partner nötig - angeführt von Frankreich, Deutschland und Großbritannien.

"Die Unterstützung der Ukraine ist in unserem ureigensten Interesse", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion weiter. "Wenn die Ukraine scheitert, werden wir vor ganz andere, viel größere Probleme gestellt und kommen einer konkreten Kriegssituation viel näher, als wenn das nicht passiert."

Der Grünen-Europapolitiker Sergey Lagodinsky wertete den Eklat im Weißen Haus als eine "Besiegelung der Abkehr der USA von ihrer Rolle als Führungsmacht für die freie Welt und gewissermaßen auch als Schutzmacht für unseren Kontinent". Lagodinsky schlug im Gespräch mit dem Deutschlandfunk vor, Europa solle eine eigene Verteidigungsunion gründen.

Dazu sollten sich Länder wie Deutschland, Frankreich und Polen zusammentun. Wenn es nicht gelinge, hier eine Ernsthaftigkeit und Handlungsfähigkeit herzustellen, "dann sind wir dem Untergang geweiht".

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Innenminister: Mindestens 67 Migranten bei Grenzüberquerung nach Ceuta gestorben

Mindestens 67 Migranten sind nach Angaben der spanischen Regierung bei dem Versuch ums Leben gekommen, in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika zu gelangen. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach bei einer Pressekonferenz am Samstag in Ceuta von "traurigen, dramatischen Ereignissen". Nach weniger als 48 Stunden sei nun in der spanischen Exklave "eine Rückkehr zur Normalität im Gange", fügte er hinzu.

Ceuta: Spaniens Regierungschef fordert EU-Sondersitzung auf Ministerebene

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat angesichts der europäischen Kritik am Umgang seines Landes mit der Migrationskrise in Ceuta eine Sondersitzung der EU-Innenminister gefordert. In einem am Samstag bekannt gewordenen Brief an die Spitzen der europäischen Institutionen warf Sánchez einigen Mitgliedstaaten eine "egoistische" und "rechtswidrige" Reaktion vor.

Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew

Die russischen Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadt Kiew ukrainischen Angaben zufolge erneut massiv angegriffen. Bei den Angriffen auf fünf Regionen in Kiew in der Nacht zum Samstag seien mindestens neun Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte der staatliche ukrainische Rettungsdienst mit. Die Angriffe seien "mit ballistischen Raketen" erfolgt, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mit. US-Präsident Donald Trump äußerte sich derweil zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine.

Trump droht Iran mit heftigen Angriffen - US-Medien: Attacken am Wochenende möglich

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit heftigen Angriffen gegen Infrastruktur-Ziele gedroht. "Wir werden ihn ganz hart angehen", sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David über den Iran. Irgendwann werde die Führung in Teheran sagen: "Das halten wir einfach nicht mehr aus."

Textgröße ändern: