Pallade Veneta - Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor

Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor


Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor
Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor / Foto: MIGUEL RIOPA - AFP/Archiv

Nach dem Eklat im Weißen Haus hat der französische Präsident Emmanuel Macron einen "strategischen Dialog" mit den europäischen Partnern vorgeschlagen, die nicht über Atomwaffen verfügen. "Wir haben einen Schutzschild, sie nicht", sagte Macron der Zeitung "Le Parisien" (Samstagsausgabe). Der voraussichtliche künftige Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bereits angekündigt, Verhandlungen über eine nukleare Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien führen zu wollen.

Textgröße ändern:

"Wir brauchen einen strategischen Dialog mit denen", die keine Atomwaffen haben, sagte Macron. Dies würde auch Frankreich "stärker machen". Angesichts der Hinwendung der US-Regierung zu Moskau fügte er hinzu: "Sie können nicht länger von der nuklearen Abschreckung der USA abhängen." Der Zeitung "Journal du Dimanche" sagte Macron, es würde zwischen fünf und zehn Jahren dauern, eine von der Nato unabhängige europäische Verteidigung aufzubauen.

Merz sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er wolle mit Frankreich, Großbritannien und anderen Verbündeten über ein europäisches System nuklearer Abschreckung verhandeln. In der Vergangenheit sei bereits häufig über eine solche Kooperation gesprochen worden, etwa, dass "ein Angriff auf Deutschland auch den atomaren Schutz durch Frankreich aktivieren würde". Die Lage habe sich "jetzt noch einmal verändert, und deshalb sollten wir neu über dieses Thema gemeinsam nachdenken", betonte der CDU-Chef.

Der Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus vom Freitag hatte bei den europäischen Staaten Bestürzung ausgelöst. Bei einem Gipfeltreffen am Sonntag in London wollten die europäischen Staats- und Regierungschefs die Initiative bei der Verhandlung über eine Waffenruhe in der Ukraine zurückgewinnen und über Strategien zu einer künftigen europäischen Verteidigung ohne die Unterstützung der USA beraten.

Die Umsetzung eines europäischen Atom-Schutzschilds, wie Macron ihn vorgeschlagen hat, halten einige Experten für schwierig. Der Atomphysiker der britischen Universität Sussex, Norman Dombey, gab zu Bedenken, dass insbesondere die britischen Atomwaffen in die US-Streitkräfte eingebunden seien. "Sowohl die Raketen als auch die Sprengköpfe hängen von den USA und US-Designs ab", erklärte Dombey.

Andere Experten hoben zudem die deutlich geringere Größe der britischen und französischen Atomarsenale im Vergleich zu dem der USA hervor. Es sei fraglich, wie ernst Russland eine europäische Abschreckung ohne die Unterstützung der USA nehmen würde.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Nach Scheitern von Wohnungspaket: Zehntausende protestieren in Spanien

Nach dem Scheitern eines Regulierungspakets gegen die Wohnungsnot im Parlament sind in Spanien erneut zehntausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Madrid beteiligten sich am Samstag nach Behördenangaben 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000. Auch in mehreren anderen Städten gab es Proteste.

Zweites Treffen: Rot-Grün-Rot in Berlin verständigt sich auf "gemeinsamen Weg"

Die Berliner Landesverbände von Linken, Grünen und SPD haben sich bei einem zweiten Treffen nach der Wahl "auf einen weiteren gemeinsamen Weg verständigt". Dies geht aus einer gleichlautenden Erklärung hervor, welche die drei Parteien am Samstag verbreiteten. "In der kommenden Woche werden wir die aktuellen Gespräche zu einem Ergebnis führen", hieß es darin weiter.

Bilanz mit pessimistischen Untertönen: Steinmeier warnt vor Gefahr für Demokratie

Besorgte Mahnungen zum Ende einer langen Amtszeit: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat wenige Monate vor seinem Ausscheiden aus dem Amt vor einer ernsthaften Gefährdung für Demokratie und Zusammenhalt in Deutschland gewarnt. In seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit beklagte Steinmeier am Samstag in Bremen eine "unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte", die an den Grundfesten des Staates rüttle. Er rief die Bundesregierung auf, trotz allen Widerstands ihren Reformkurs fortzusetzen.

Lettland wählt neues Parlament unter dem Eindruck russischer Bedrohung

In Lettland haben die Bürger am Samstag unter dem Eindruck der russischen Bedrohung und wachsender wirtschaftlicher Sorgen ein neues Parlament gewählt. Sicherheit und Verteidigung prägten den Wahlkampf in dem baltischen Staat ebenso wie steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne und Probleme im Gesundheitssystem. Die ersten Teilergebnisse wurden für Samstagabend erwartet, das vorläufige amtliche Ergebnis für Sonntag.

Textgröße ändern: