Pallade Veneta - Nach mutmaßlichen Massakern: Syrische Führung erklärt Militäreinsatz für beendet

Nach mutmaßlichen Massakern: Syrische Führung erklärt Militäreinsatz für beendet


Nach mutmaßlichen Massakern: Syrische Führung erklärt Militäreinsatz für beendet
Nach mutmaßlichen Massakern: Syrische Führung erklärt Militäreinsatz für beendet / Foto: OMAR HAJ KADOUR - AFP

Nach tagelangen Kämpfen mit mutmaßlichen Massakern an hunderten Zivilisten in der Küstenregion im Westen Syriens hat die Übergangsregierung den dortigen Militäreinsatz für beendet erklärt. Der Einsatz sei "erfolgreich" verlaufen, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenangentur Sana. Alle Ziele seien erreicht, der "Militäreinsatz" werde daher eingestellt.

Textgröße ändern:

Es sei den Einsatzkräften "gelungen (...), die Angriffe der Überreste des gestürzten Regimes und seiner Offiziere abzuwehren" und diese aus "entscheidenden" Orten zu vertreiben, fügte der Ministeriumssprecher hinzu. Die Kräfte hätten "alle Sicherheitszellen und Regimeüberbleibsel" in Städten wie Latakia und in der Provinz Tartus "neutralisiert".

Weiter erklärte der Sprecher, die "Sicherheitsapparate" würden weiter daran arbeiten, die "Stabilität zu gewährleisten" und "die Sicherheit der Bewohner sicherzustellen". Pläne für einen etwaigen "weiteren Kampf" gegen die "Überreste des gestürzten Regimes" und zur "Eliminierung jeglicher künftiger Gefahren" lägen vor.

In den an der Mittelmeerküste gelegenen Provinzen Syriens hatten am Donnerstag Gefechte zwischen Kämpfern der neuen islamistischen Führung und Anhängern des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad begonnen. Am Freitag startete die neue Führung in Damaskus einen Großeinsatz gegen "die Überreste von Assads Milizen und deren Unterstützer".

Bei den Kämpfen wurden nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowohl auf Seiten der Einsatzkräfte der neuen Machthaber als auch der Assad-treuen Verbände zahlreiche Menschen getötet. Der Beobachtungsstelle zufolge wurden aber auch mindestens 973 Zivilisten getötet, insbesondere Angehörige der alawitischen Minderheit, der auch Ex-Machthaber Assad angehört.

Die mutmaßlichen Massaker lösten international Empörung aus. Das Auswärtige Amt in Berlin forderte die Übergangsregierung auf, "die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", US-Außenminister Marco Rubio machte "radikale islamistische Terroristen" dafür verantwortlich.

Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz hatten am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft Assads beendet, der nach Russland floh. Seit ihrer Machtübernahme hat die neue syrische Führung unter Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wiederholt versichert, die Minderheiten im Land schützen zu wollen. Die HTS ist aus der Al-Nusra-Front hervorgegangen, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Nach Ankunft zehntausender Migranten in Ceuta: EVP-Chef Weber fordert Stärkung von Frontex

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika eine Stärkung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex gefordert. "Ceuta ist nicht nur spanische Grenze, sondern auch europäische Grenze", sagte der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) am Freitag im ZDF-"heute-journal". "Das darf Europa nicht passieren", sagte Weber.

Hamas stimmt Entwaffnung zu - Trump: Israel "sehr glücklich" über Vereinbarung

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat nach monatelangen Verhandlungen offenbar ihrer Entwaffnung im Gazastreifen zugestimmt - die israelische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell dazu. Hamas-Vertreter teilten der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, dass eine Einigung "in der Frage der Waffen" erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas", über die auch Israel "sehr glücklich" sei.

Debatte um Migration und Grenzsicherung nach Ankunft zehntausender Menschen in Ceuta

Die Ankunft von zehntausenden Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat in der EU eine Debatte über Migration und Grenzkontrollen ausgelöst. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) etwa forderte Spanien am Freitag auf, dafür zu sorgen, "dass der europäische Außengrenzschutz gewährleistet ist". Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien vorerst aus. US-Präsident Donald Trump sagte, die "schrecklichen" Bilder seien eine Warnung für die Vereinigten Staaten vor den Kongresswahlen.

US-Präsident Trump äußert sich zurückhaltend zu möglicher Patriot-Lizenz für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine geäußert. Die USA müssten dabei "sehr vorsichtig" sein, sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David.

Textgröße ändern: