Pallade Veneta - FDP kritisiert Sondierungspapier und will Finanzpaket nicht zustimmen

FDP kritisiert Sondierungspapier und will Finanzpaket nicht zustimmen


FDP kritisiert Sondierungspapier und will Finanzpaket nicht zustimmen
FDP kritisiert Sondierungspapier und will Finanzpaket nicht zustimmen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Die FDP hat die Sondierungsergebnisse von Union und SPD kritisiert und eine Zustimmung für das darin vereinbarte Finanzpaket abgelehnt. Bundestags-Fraktionschef Christian Dürr bemängelte am Montag in Berlin, dass das in den Sondierungen ausgehandelte Papier "keine Reformpolitik, sondern zusätzliche Subventionen" vorsehe. "Friedrich Merz hat die Wirtschaftswende für Deutschland abgesagt", sagte Dürr mit Blick auf den CDU-Chef. "Das führt zu Enttäuschungen, die man hätte vermeiden können."

Textgröße ändern:

Der scheidende Generalsekretär Marco Buschmann kritisierte: "Bei Strukturreformen bleibt das Papier seltsam schweigsam." Er befürchte, dass die geplanten Milliarden-Investitionen auch zu einer höheren Inflation führen können, die "sozialpolitischer Sprengstoff" sei.

Die vorgesehene weitgehende Ausnahme der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und das 500-Milliarden-Sondervermögen für die Infrastruktur dienten dazu, "keine Reformen bei den sozialen Sicherungssystemen machen zu müssen", kritisierte Buschmann. Dies sei ein Zugeständnis von Merz an die SPD gewesen, damit diese ihn zum Kanzler wählt.

Union und SPD hatten sich in der vergangenen Woche auf ein umfangreiches Finanzpaket verständigt, das neben weitreichenden Ausnahmen von der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben auch ein neues Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur-Investitionen vorsieht. Dafür ist im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit nötig, die im neugewählten Parlament nur noch mit Stimmen von AfD oder Linken erreicht werden könnte.

Daher wollen Union und SPD die Grundgesetzänderungen noch vor der Neukonstituierung zur Abstimmung stellen. Hier verfügen die beiden Parteien zusammen mit den Grünen noch über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Auch verfügt die FDP noch über 90 der 733 Sitze und könnte Schwarz-Rot ebenfalls zu einer knappen Zweidrittelmehrheit verhelfen. Im neuen Bundestag sind die Liberalen nicht mehr vertreten.

Die Liberalen schlossen allerdings eine Zustimmung aus. "Die Pläne von Union und SPD garantieren keine bessere Verteidigungsfähigkeit und haben keine klare Zielsetzung, damit ist das für die FDP nicht zustimmungsfähig", sagte Fraktionsvize Christoph Meyer der Nachrichtenagentur AFP.

Zuvor hatten die Grünen bereits eine Zustimmung ausgeschlossen. Meyer glaubt daran aber noch nicht: "Die heutige Ablehnung ist reine PR-Show, die werden ganz sicher zustimmen. Wenn Schuldengeld für alle verteilt wird, rufen die Grünen immer sehr schnell 'Hier'."

Die FDP plädierte ihrerseits für einen 300-Milliarden-Euro-Fonds für Verteidigung. Diese Mittel sollten aber nur abgeschöpft werden, wenn die von der Nato geforderten Wehrausgaben von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung aus dem Regelhaushalt finanziert werden. "Wir wären damit vorbereitet für eine höhere Nato-Quote", sagte Fraktionschef Dürr. Diese sei damit auch finanzierbar, wenn sie bei drei Prozent oder höher liege.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Nach Ankunft zehntausender Migranten in Ceuta: EVP-Chef Weber fordert Stärkung von Frontex

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika eine Stärkung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex gefordert. "Ceuta ist nicht nur spanische Grenze, sondern auch europäische Grenze", sagte der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) am Freitag im ZDF-"heute-journal". "Das darf Europa nicht passieren", sagte Weber.

Hamas stimmt Entwaffnung zu - Trump: Israel "sehr glücklich" über Vereinbarung

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat nach monatelangen Verhandlungen offenbar ihrer Entwaffnung im Gazastreifen zugestimmt - die israelische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell dazu. Hamas-Vertreter teilten der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, dass eine Einigung "in der Frage der Waffen" erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas", über die auch Israel "sehr glücklich" sei.

Debatte um Migration und Grenzsicherung nach Ankunft zehntausender Menschen in Ceuta

Die Ankunft von zehntausenden Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat in der EU eine Debatte über Migration und Grenzkontrollen ausgelöst. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) etwa forderte Spanien am Freitag auf, dafür zu sorgen, "dass der europäische Außengrenzschutz gewährleistet ist". Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien vorerst aus. US-Präsident Donald Trump sagte, die "schrecklichen" Bilder seien eine Warnung für die Vereinigten Staaten vor den Kongresswahlen.

US-Präsident Trump äußert sich zurückhaltend zu möglicher Patriot-Lizenz für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine geäußert. Die USA müssten dabei "sehr vorsichtig" sein, sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David.

Textgröße ändern: