Pallade Veneta - Steinmeier: Abkehr der USA von transatlantischen Prinzipien ist "bestürzend"

Steinmeier: Abkehr der USA von transatlantischen Prinzipien ist "bestürzend"


Steinmeier: Abkehr der USA von transatlantischen Prinzipien ist "bestürzend"
Steinmeier: Abkehr der USA von transatlantischen Prinzipien ist "bestürzend" / Foto: Federico Gambarini - POOL/AFP

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump für ihre Abkehr von einstigen Bündnissen scharf kritisiert. Es sei "bestürzend zu sehen, wie die neue US-Administration in rascher Folge die bisher als sicher und verbindlich geltenden Regeln und Prinzipien unserer transatlantischen Partnerschaft" angreife, sagte er am Freitag in Münster bei der diesjährigen Westfälischen Friedenskonferenz. Steinmeier beklagte, dass manche diese Prinzipien "sogar beseitigen wollen".

Textgröße ändern:

Steinmeier fuhr fort, es sei auch "bestürzend zu sehen, wie schnell dort ein Bild von Gesellschaft, von demokratischem Gemeinwesen, von menschlichem Zusammenleben radikal in Frage gestellt und grundstürzend verändert wird – und wie viel Zustimmung es dafür gibt". Das gelte zudem nicht nur für die USA, sondern auch in Europa gebe es eine "beunruhigend wachsende Zustimmung und Sympathie für einen Kampf gegen das sogenannte Establishment", der letztlich ein Kampf gegen die Demokratie sei.

Trump hatte seit seinem Amtsantritt im Januar einen scharfen Ton in der internationalen Zusammenarbeit angeschlagen und folgt seinem Prinzip "America First". Er erhob Gebietsansprüche auf Grönland, Kanada und den Panamakanal, drängte die Nato-Verbündeten zu fünf Prozent Verteidigungsausgaben und kündigte etwa den Ausstieg aus dem Internationalen Klimaabkommen an. Zuletzt überzog er etliche Länder mit hohen Einfuhrzöllen. Unter Trump näherten sich die USA zudem Russland und Präsident Wladimir Putin an.

Die "neue Faszination des Autoritären" führe dabei auch in Europa zu "irritierenden Koalitionen", beklagte Steinmeier. "Extremistische Parteien nicht nur am rechten Rand stellen sich geistig an die Seite des imperialistisch agierenden russischen Kremlchefs." Aus der lange als beispielhaft geltenden US-Demokratie komme nun "statt des entschiedenen Widerstands dagegen, sogar die Unterstützung extremistischer Bewegungen bei uns", sagte der Bundespräsident.

Europa müsse sich nun "auf das besinnen, was uns wichtig ist", folgerte Steinmeier. "Und wir müssen uns um unseren Schutz selber kümmern." Die derzeitigen Ausgaben der EU-Länder für Verteidigung seien "zu wenig in einer völlig veränderten Bedrohungslage". Entschiedene Schritte hin zu einer gemeinsamen europäischen Verteidigung seien möglich und nötig. Wer mitmachen wolle, sei willkommen, "und wer nicht mitmachen will, soll uns jedenfalls nicht aufhalten".

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Neuer Verkehrsminister Bilger gegen Tempolimit - Neuer Tankrabatt zu teuer

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lehnt ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ab und hat dies für die Regierungszeit von Union und SPD ausgeschlossen. "Ich bin mir sicher, dass in dieser Legislaturperiode kein Tempolimit kommen wird", sagte Bilger am Donnerstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. Er persönlich sei nicht davon überzeugt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine gute Idee sei und auch die Koalition habe dazu keine entsprechenden Pläne.

Linke für Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen - Union dagegen

Nach dem früheren Verfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier hat sich auch die Linke für eine Absenkung der Sperrklausel bei Bundestagswahlen ausgesprochen. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, Ina Latendorf, sagte der "Rheinischen Post" vom Donnerstag: "Es ist kritisch zu sehen, dass durch die Fünf-Prozent-Hürde viele Wählerstimmen am Ende unberücksichtigt bleiben." Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) lehnte eine Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde ab. "Wir sollten die Finger davonlassen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Behörden: Mindestens acht Tote in der Ukraine bei russischen Angriffen

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Bei einem Angriff mit einer ballistischen Rakete in der Nähe der zentral gelegenen Stadt Krywyj Rih seien vier Erwachsene und zwei Mädchen getötet worden, erklärten die örtlichen Behörden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Die Behörden warnten, die Zahl der Toten könne noch steigen.

Umfrage zu Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD weiter deutlich vor der CDU

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in der Gunst der Wähler weiterhin deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextemistisch eingestufte AfD kommt laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von infratest dimap weiter auf 41 Prozent. Die CDU verliert im Vergleich zur vorangegangenen Befragung im Mai zwei Prozentpunkte und kommt nur noch auf 24 Prozent.

Textgröße ändern: