Pallade Veneta - US-Supreme Court erlaubt Abschiebungen nach Gesetz aus dem 18. Jahrhundert

US-Supreme Court erlaubt Abschiebungen nach Gesetz aus dem 18. Jahrhundert


US-Supreme Court erlaubt Abschiebungen nach Gesetz aus dem 18. Jahrhundert
US-Supreme Court erlaubt Abschiebungen nach Gesetz aus dem 18. Jahrhundert / Foto: WIN MCNAMEE - GETTY IMAGES/AFP

Der Oberste Gerichtshof der USA hat der Regierung von Präsident Donald Trump die Abschiebung von Migranten ohne Ausweispapiere auf Grundlage eines Gesetzes aus dem 18. Jahrhundert ermöglicht. Der Supreme Court hob am Montag (Ortszeit) ein Urteil eines Bundesgerichts auf, das Abschiebungen nach dem "Alien Enemies Act" aus dem Jahr 1798 untersagt hatte. In der Urteilsbegründung des Obersten Gerichtshof hieß es jedoch, Migranten müsse die Möglichkeit gewährt werden, rechtlich gegen ihre Ausweisung vorzugehen.

Textgröße ändern:

Die Richterinnen und Richter des Obersten Gerichtshofs stimmten mit einer Mehrheit von fünf zu vier für den Beschluss. Sie begründeten ihre Entscheidung vor allem mit der fehlenden Zuständigkeit des Gerichts in der Hauptstadt Washington, das die Abschiebungen untersagt hatte. Die von den Abschiebungen betroffenen Migranten hatten sich in einem Gefängnis in Texas befunden. Die Obersten Richter und Richterinnen ließen damit grundsätzlich die Möglichkeit offen, die von Trump forcierten Abschiebungen vor niederen Gerichten anzufechten.

Trumps Regierung hatte im März mehr als 200 venezolanische Migranten für eine Inhaftierung in einem berüchtigten Großgefängnis nach El Salvador abgeschoben und dafür teilweise das 1798 verabschiedete Gesetz gegen "ausländische Feinde" angewandt, das bisher nur zu Kriegszeiten angewandt worden war. Die US-Regierung warf den Venezolanern vor, Mitglied der venezolanischen Drogenbande Tren de Aragua zu sein.

Ein Bundesrichter in Washington DC hatte am 15. März Abschiebeflüge auf Grundlage des sogenannten "Alien Enemies Act" aus dem Jahr 1798 untersagt. Ein Bundesberufungsgericht der Hauptstadt betätigte den Stopp der Abschiebeflüge später.

Der US-Präsident begrüßte das Urteil des Obersten Gerichtshofs. "Der Supreme Court hat die Rechtsstaatlichkeit in unserer Nation aufrecht erhalten, in dem er dem Präsidenten, wer immer das auch sein mag, ermöglicht, unsere Grenzen zu sichern und unsere Familien und unser Land selbst zu schützen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. "Ein großartiger Tag für Amerika", fügte Trump in Großbuchstaben hinzu.

Der Oberste Gerichtshof wies in seinem Urteil daraufhin, dass die von den Abschiebungen Betroffenen über ihre Ausweisung informiert werden müssten. Zudem müssten sie die Möglichkeit erhalten, rechtlich dagegen vorzugehen.

Ein Anwalt der US-Bürgerrechtsgruppe ACLU, die gegen die Abschiebungen der Venezolaner geklagt hatte, bezeichnete dies als "wichtigen Sieg". Menschenrechtsanwälte hatten bereits zuvor darauf hingewiesen, dass einige der Abgeschobenen nichts mit Bandenkriminalität zu tun hätten und selbst mutmaßliche Straftäter vor einer Abschiebung das Recht auf eine Anhörung hätten. Verwandte und die venezolanische Regierung bezeichneten die Menschen als unschuldig.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Trump verhängt nach Niederlage vor Oberstem Gericht zehnprozentigen weltweiten Zoll

US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret über einen neuen weltweiten Zoll in Höhe von zehn Prozent unterzeichnet. Der Zoll "für alle Länder" werde "fast sofort" in Kraft treten, erklärte Trump am Freitag (Ortszeit) auf seiner Onlineplattform Truth Social. Dem Weißen Haus zufolge soll der Zoll am Dienstag in Kraft treten und 150 Tage lang gelten. Ausnahmen würden etwa für bestimmte Sektoren gelten.

Nach Niederlage vor Supreme Court: Trump verhängt zehnprozentigen weltweiten Sonderzoll

In einer wutentbrannten Reaktion auf das Urteil des Obersten Gerichts gegen einen Großteil der von ihm verhängten Zölle hat US-Präsident Donald Trump einen neuen weltweiten Sonderzoll in Höhe von zehn Prozent angekündigt. Das entsprechende Dekret werde er noch am Freitag unterzeichnen, sagte Trump in Washington. Die Richter hatten mit einer Mehrheit von sechs zu drei geurteilt, das von Trump bemühte Notstandsgesetz ermächtige ihn nicht zur Verhängung von Zöllen. Hierfür sei der Kongress zuständig.

CDU-Parteitag bestätigt Linnemann mit gutem Ergebnis als Generalsekretär

Der CDU-Bundesparteitag hat Generalsekretär Carsten Linnemann mit einem guten Ergebnis im Amt bestätigt. Linnemann erhielt bei der Wahl am Freitag in Stuttgart 90,5 Prozent der Stimmen - und damit etwas weniger als bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren, als er noch 91,4 Prozent erzielte. Die CDU-Delegierten hatten zuvor Bundeskanzler Friedrich Merz mit 91,2 Prozent als Parteichef bestätigt.

Rückendeckung für den Kanzler: CDU-Parteitag bestätigt Merz klar als Vorsitzenden

Rückendeckung für den Kanzler: Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz mit einem guten Ergebnis wiedergewählt. 91,2 Prozent der Delegierten votierten am Freitag beim Bundesparteitag in Stuttgart für die Bestätigung von Merz. Er hatte in seiner Parteitagsrede zuvor um Zuversicht in schwierigen Zeiten geworben, sich auch selbstkritisch gezeigt und die CDU-Mitglieder bei den angekündigten Reformen um Geduld gebeten.

Textgröße ändern: