Pallade Veneta - Einsatz von Schallkanone: Serbische Regierungsgegner fordern UN-Untersuchung

Einsatz von Schallkanone: Serbische Regierungsgegner fordern UN-Untersuchung


Einsatz von Schallkanone: Serbische Regierungsgegner fordern UN-Untersuchung
Einsatz von Schallkanone: Serbische Regierungsgegner fordern UN-Untersuchung / Foto: STRINGER - AFP/Archiv

In Serbien haben die Regierungsgegner nach Vorwürfen zum Einsatz einer Schallkanone durch die Polizei bei einer Großdemonstration Mitte März eine Untersuchung durch die UNO gefordert. Die Aktivisten übergaben dem UN-Büro in Belgrad am Dienstag eine entsprechende Petition mit rund 600.000 Unterschriften, wie die Protestbewegung KreniPromeni (Auf zum Wandel) mitteilte.

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Viele Protestierende hatten nach der Kundgebung am 15. März berichtet, laute Geräusche gehört zu haben, die wie ein Flugzeugabsturz oder wie ein auf sie zu rasendes Auto klangen. Der Lärm, den die Demonstrierenden nicht zuordnen konnten, habe Panik ausgelöst. Bürgerrechtsorganisationen haben nach eigenen Angaben mehr als 3000 Aussagen von Demonstranten gesammelt, die infolge der Beschallung über gesundheitliche Probleme klagen.

Auf in Onlinemedien veröffentlichten Videos war zu sehen, wie Menschengruppen bei der Kundgebung die Flucht ergriffen. Fotos zeigen einen Polizeiwagen, auf den ein großes Gerät montiert ist. Das Gerät ähnele einer Schallkanone, auch Long Range Acoustic Device (LRAD) genannt, aus US-Produktion, sagte der Militärexperte Aleksandar Radic der Nachrichtenagentur AFP.

Die serbische Regierung bestreitet den Einsatz einer akustischen Waffe. Sie hatte zunächst erklärte, dass die Polizei ein solches Gerät nicht besäße. Nach der Veröffentlichung der Fotos mit dem Einsatzwagen hatte Innenminister Ivica Dacic gesagt, die Polizei besitze ein solches Gerät zwar, habe es aber bei der Demonstration am 15. März nicht eingesetzt. Präsident Alexsandar Vucic bezeichnete die Vorwürfe als "Lüge".

Die Protestwelle in Serbien war durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der Stadt Novi Sad am 1. November entfacht worden, bei dem 16 Menschen ums Leben gekommen waren. Die Regierung steht wegen der anhaltenden Proteste unter Druck. Ende Januar hatte Ministerpräsident Milos Vucevic seinen Rücktritt erklärt.

A.Saggese--PV

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