Pallade Veneta - Pentagon-Chef Hegseth schlägt Stationierung von US-Truppen am Panamakanal vor

Pentagon-Chef Hegseth schlägt Stationierung von US-Truppen am Panamakanal vor


Pentagon-Chef Hegseth schlägt Stationierung von US-Truppen am Panamakanal vor
Pentagon-Chef Hegseth schlägt Stationierung von US-Truppen am Panamakanal vor / Foto: Franco BRANA - AFP

Die USA haben bei einem mehrtägigen Besuch von Verteidigungsminister Pete Hegseth in Panama ihren Druck mit Blick auf den strategisch wichtigen Panamakanal erhöht. Zur Sicherung der Wasserstraße könnten US-Truppen in das Land zurückkehren und dort stationiert werden, sagte Hegseth am Mittwoch (Ortszeit). Zudem forderte er eine freie Durchfahrt für US-Militärschiffe durch den Panamakanal. Dem Vorschlag einer Stationierung von US-Truppen erteilte die Regierung des mittelamerikanischen Landes umgehend eine Absage.

Textgröße ändern:

Laut Hegseth könnten die USA "auf Einladung" Militärstützpunkte oder Marineflugplätze "wiederbeleben" und US-Truppen am Kanal stationieren. Ein in dieser Woche mit Panama unterzeichnetes Abkommen biete die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit panamaischen Soldaten, "um ihre Fähigkeiten zu verbessern und auf rotierende Weise zu kooperieren", betonte der US-Verteidigungsminister.

Zwar führte Hegseth die Möglichkeit von "gemeinsamen Übungen" an, jedoch könnte der Vorschlag einer Rotation der Streitkräfte die Menschen in Panama verärgern. Sie bestehen auf die alleinige Verantwortung für den Kanal, was für sie auch Teil ihres Nationalstolzes ist.

Die Regierung in Panama wies den Vorschlag zur Stationierung von US-Truppen daher entschieden zurück. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Pentagon-Chef am Mittwoch erklärte Panamas Verteidigungsminister Frank Ábrego, Panama habe durch den Präsidenten José Raúl Mulino deutlich gemacht, "dass wir keine Militärstützpunkte oder Verteidigungsanlagen akzeptieren können".

Neben dem Vorschlag der Stationierung von US-Truppen erklärte Hegseth, dass die USA auch eine freie Durchfahrt ihrer Militärschiffe durch den Panamakanal anstrebten. US-Präsident Donald Trump hatte den bisherigen Umgang mit den Schiffen als "keineswegs fair" und die Preise für die Durchfahrt als "überhöht" bezeichnet.

Bislang zahlen alle Staaten ähnliche Abgaben für die Durchfahrt. Die Kosten variieren je nach Kapazitäten und Fracht. Der panamaische Minister für Kanalangelegenheiten, José Ramón Icanza, zeigte sich kompromissbereit für den US-Vorschlag: "Wir streben ein Kompensationssystem für die Durchfahrt von Militär- und Hilfsschiffen an." Dadurch werde die Durchfahrt "kostenneutral", aber nicht kostenlos.

Bei seinem Besuch hatte Hegseth auch immer wieder den chinesischen Einfluss in Panama heftig kritisiert. "Wir wollen keinen Krieg mit China", sagte er, "aber zusammen müssen wir einen Krieg verhindern, indem wir uns stark und entschlossen Chinas Bedrohungen in dieser Hemisphäre entgegenstellen." Peking warf der US-Regierung daraufhin "bösartige Attacken" vor.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt damit gedroht, dass die USA wieder die Kontrolle über den einst von ihnen erbauten und 1999 an Panama übergebenen Kanal übernehmen könnten. Er kritisierte dabei den seiner Ansicht nach zu großen chinesischen Einfluss auf die Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik, durch die fünf Prozent des Welthandels laufen. Panama machte mehrere Zugeständnisse an Trump und übte Druck auf einen Hongkonger Hafenbetreiber aus, sich von dem Kanal zurückzuziehen.

Bereits am Dienstag hatte es in Panama Demonstrationen gegen Hegseths Besuch und die Einflussnahme der US-Regierung im Land gegeben.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Nach Selenskyj-Warnung vor "massiven" Luftangriffen: Explosionen in Kiew

Nur wenige Stunden nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem drohenden "massiven" russischen Angriff ist in Kiew Luftalarm ausgelöst worden. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete in der Nacht zum Donnerstag von mehreren Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt.

Microsoft profitiert von KI-Investitionen - Instagram-Mutter Meta schwächelt

Microsoft profitiert weiter von seinen massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), die Instagram-Mutter Meta schwächelt dagegen. Microsoft meldete am Mittwoch einen Quartalsgewinn von 31,5 Milliarden Dollar (27,7 Milliarden Euro). Der von Meta ging zugleich um 14 Prozent im Vorjahresvergleich auf 15,8 Milliarden Dollar zurück. Der Konzern von Mark Zuckerberg führte dies unter anderem auf Rechtskosten sowie Abfindungen nach Stellenstreichungen im Mai zurück.

Trump: Internationaler Flughafen Washington soll "bester" der Welt werden

US-Präsident Donald Trump hat einen Ausbau des internationalen Flughafens von Washington angekündigt. Das Projekt soll mehr als 22 Milliarden Dollar (gut 19 Milliarden Euro) kosten, wie Trump und Verkehrsminister Sean Duffy am Mittwoch ankündigten. Der Airport solle vom derzeit "schlechtesten" zum "vielleicht besten" werden und zu "einem der größten Flughäfen überhaupt auf der Welt", sagte Trump.

Nach US-saudiarabischen Angriffen im Irak droht neue Eskalation des Kriegs in der Region

Nach gemeinsamen Angriffen der USA und Saudi-Arabiens im Irak mit mehreren iranischen Todesopfern droht eine erneute Eskalation des Kriegs in der Region. Bei den Angriffen in der Nacht zum Mittwoch wurden nach Angaben einer pro-iranischen Miliz mindestens 20 Menschen getötet, fünf von ihnen waren demnach Iraner. Der Iran griff seinerseits US-Stellungen in Jordanien mit Raketen an, die abgefangen wurden. Beide Seiten drohten mit Vergeltung.

Textgröße ändern: