Pallade Veneta - "Berniechella": US-Senator Sanders begeistert junges Publikum mit Protest gegen Trump

"Berniechella": US-Senator Sanders begeistert junges Publikum mit Protest gegen Trump


"Berniechella": US-Senator Sanders begeistert junges Publikum mit Protest gegen Trump
"Berniechella": US-Senator Sanders begeistert junges Publikum mit Protest gegen Trump / Foto: VALERIE MACON - AFP

Auf seinem selbsterklärten Kampfzug gegen die "Oligarchie" in den USA hat der linksgerichtete Senator Bernie Sanders am Wochenende erneut zehntausende Gegnerinnen und Gegner der Regierung von Präsident Donald Trump versammelt. Zu seiner gemeinsamen Kundgebung mit der Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez kamen laut Sanders am Samstag in Los Angeles 36.000 Menschen. Später begeisterte er mit einem Überraschungsauftritt beim Coachella-Musikfestival in der kalifornischen Wüste das überwiegend junge Publikum.

Textgröße ändern:

"Eure Anwesenheit hier macht Donald Trump und (seinen Berater) Elon Musk nervös", sagte Sanders bei der Kundgebung in Los Angeles. "Wir leben in einer Zeit, in der eine Handvoll Milliardäre die Wirtschaft und das politische Leben unseres Landes kontrollieren." Trump baue das Land in hohem Tempo "in eine autoritäre Gesellschaftsform" um, fügte die Ikone der Linken in den USA hinzu.

Sanders, selbsterklärter Sozialist und unabhängiger Senator von Vermont, reist seit zwei Monaten unter dem Motto "Kampf der Oligarchie" durchs Land. Vielen, die zu wenig Protest gegen Trumps Politik in den Reihen der Demokraten beklagen, spricht Sanders offenbar aus dem Herzen - so sehr, dass die feministische Sängerin Maggie Rogers, die bei der Kundgebung in Los Angeles neben Stars wie Neil Young auftrat, das Event gar "Berniechella" nannte, in Anlehnung an das gleichzeitig stattfindende Coachella-Musikfestival in der kalifornischen Wüste.

"Ich bin sehr enttäuscht von der Reaktion der Demokraten. Ich will mehr Taten von ihnen sehen, mehr Empörung", sagte die 28-jährige Kunstlehrerin Alex Powell. Die US-Bürger bräuchten "Hoffnung", denn Trumps Politik flöße ihr und ihren Schülern Angst ein. Ein Elternteil einer ihrer Schüler sei kürzlich im Zuge von Trumps Anti-Migrations-Politik abgeschoben worden, fügte Powell hinzu.

Auch die 27-jährige Vera Loh sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie sei von den Demokraten enttäuscht. Die Partei der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris konzentriere sich zu sehr auf Minderheiten, sagte die Haushälterin. Die Demokraten müssten begreifen, dass es um einen "Klassenkampf" gehe und sich nicht in Identitätspolitik verlieren. "Wir wollen eine bessere Bezahlung, eine Wohnung, wir wollen uns Dinge leisten können", fügte Loh hinzu.

Ocasio-Cortez betonte, es gehe ihr und Sanders nicht um Hautfarbe, Religion, das Geschlecht oder die Identität der Menschen. "Ich hoffe, dass ihr seht, dass es bei dieser Bewegung nicht um parteipolitische Etiketten (...) geht, sondern um Klassensolidarität", sagte die 35-jährige demokratische Abgeordnete bei der Veranstaltung.

"Sie wäre eine gute Präsidentschaftskandidatin", sagte Lesley Henderson. Die 52-Jährige gab an, früher die Republikaner gewählt zu haben. Die Veranstaltung mit Sanders und Ocasio-Cortez am Samstag sei die erste politische Demonstration ihres Lebens. "Ich hoffe nur, dass es nicht zu spät ist", sagte sie angesichts der Äußerung von Trump, er könne sich eine dritte Amtszeit vorstellen, was die US-Verfassung ausschließt. "Wenn sich jetzt niemand wehrt und etwas sagt, wie können wir dann wissen, ob es überhaupt noch Midterm-Wahlen (Kongresswahlen) oder eine nächste Präsidentschaftswahl gibt?", fragte Henderson.

Der 83-jährige Sanders legte nach dem Auftritt in Los Angeles am Samstag noch nach und reiste zum Coachella-Festival. Mit einem Überraschungsauftritt kurz nach dem letzten Song der britischen Sängerin Charli XCX brachte er mit seiner Botschaft gegen Politikverdrossenheit die Zuschauer zum Jubeln. "Dieses Land steht vor großen Herausforderungen und von eurer Generation hängt ab, was mit Amerika passiert", sagte Sanders.

"Man kann sich abwenden und ignorieren, was passiert, aber damit schadet man sich selbst. Ihr müsst aufstehen und um Gerechtigkeit kämpfen, um wirtschaftliche Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und Rassengerechtigkeit", appellierte er auf der Bühne an die gebannt zuhörenden Festivalbesucher, die sich unter anderem für Stars wie Green Day, Lady Gaga und Post Malone in der Wüste versammelt hatten.

Samara Guillory war eine der Zuhörerinnen. "Wir sind die nächste Generation, wir sind die Zukunft Amerikas", sagte die 21-Jährige. Dass Sanders sich mit seinen politischen Botschaften auf dem Festival an die Menschen gewandt habe, sei "genau das Richtige" gewesen, fügte sie hinzu.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Trump: Internationaler Flughafen Washington soll "bester" der Welt werden

US-Präsident Donald Trump hat einen Ausbau des internationalen Flughafens von Washington angekündigt. Das Projekt soll mehr als 22 Milliarden Dollar (gut 19 Milliarden Euro) kosten, wie Trump und Verkehrsminister Sean Duffy am Mittwoch ankündigten. Der Airport solle vom derzeit "schlechtesten" zum "vielleicht besten" werden und zu "einem der größten Flughäfen überhaupt auf der Welt", sagte Trump.

Nach US-saudiarabischen Angriffen im Irak droht neue Eskalation des Kriegs in der Region

Nach gemeinsamen Angriffen der USA und Saudi-Arabiens im Irak mit mehreren iranischen Todesopfern droht eine erneute Eskalation des Kriegs in der Region. Bei den Angriffen in der Nacht zum Mittwoch wurden nach Angaben einer pro-iranischen Miliz mindestens 20 Menschen getötet, fünf von ihnen waren demnach Iraner. Der Iran griff seinerseits US-Stellungen in Jordanien mit Raketen an, die abgefangen wurden. Beide Seiten drohten mit Vergeltung.

Trump stellt früheren US-Corona-Berater Fauci an den Pranger

US-Präsident Donald Trump hat den Virologen und früheren Corona-Regierungsberater Anthony Fauci an den Pranger gestellt. Trump schrieb am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, Fauci habe unter dem früheren Präsidenten Joe Biden eine "gewaltige Zerstörungskraft" entfacht. Im Senat warfen Republikaner dem pensionierten Wissenschaftler bei einer Anhörung vor, seine Corona-Empfehlungen seien eine "Schande" gewesen.

Kabinettsumbildung vollzogen - Merz verspricht nach Kritik aus der CDU neuen Stil

Drei neue Minister im Amt und sein bisheriger Kanzleramtschef Thorsten Frei mit einem starken Ergebnis zum neuen Unionsfraktionschef gewählt: Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Kabinettsumbildung am Mittwoch abschließen können. Deren Umstände sorgten aber weiter für Kritik aus der Partei. Bei einer Sondersitzung der Fraktion versprach Merz nun einen neuen Stil und hofft auf neuen Schwung für die Reformen der Koalition.

Textgröße ändern: