Pallade Veneta - Macron ruft zu "neuen Diskussionen" zwischen EU und Ukraine auf

Macron ruft zu "neuen Diskussionen" zwischen EU und Ukraine auf


Macron ruft zu "neuen Diskussionen" zwischen EU und Ukraine auf
Macron ruft zu "neuen Diskussionen" zwischen EU und Ukraine auf / Foto: Yoan VALAT - POOL/AFP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei seinem Besuch auf dem Nato-Stützpunkt in Rumänien zu "neuen Diskussionen" zwischen der EU und der Ukraine aufgerufen. Die Frage, ob er im Anschluss, wie von mehreren Medien berichtet, auch nach Kiew reisen wollte, ließ er am Mittwoch unbeantwortet.

Textgröße ändern:

"Wir müssen als EU politische Signale an die Ukraine senden (...) und zwar noch vor dem EU-Gipfel, der wichtige Dinge zu beschließen hat", sagte Macron auf dem Nato-Stützpunkt Mihail Kogalniceanu in Rumänien.

Bei dem Gipfeltreffen in der kommenden Woche werden die EU-Staats- und Regierungschefs voraussichtlich über den Beitrittsantrag der Ukraine beraten. Mit einer Empfehlung der EU-Kommission zur Frage, ob die Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten erhält, wird noch in dieser Woche gerechnet.

Mehrere Medien hatten berichtet, dass Macron gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi demnächst nach Kiew reisen werde.

Der Elysée hatte bestätigt, dass es Planungen gebe, aber nichts entschieden sei. Aus Sicherheitsgründen würde ein solcher Besuch wohl auch nicht zuvor angekündigt werden.

"Vor den Toren der EU gibt es eine völlig neue geopolitische Situation. Der politische Kontext und die Entscheidungen, die die EU fällen müssen, rechtfertigen neue grundsätzliche Diskussionen und weitere Schritte", sagte Macron.

Der Präsident betonte, dass es im Ukraine-Krieg am Ende Verhandlungen mit Russland geben müsse. "Zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn wir alles getan haben werden, um Widerstand zu leisten und wenn, wie ich hoffe, die Ukraine gewonnen haben wird, dann müssen wir verhandeln", sagte Macron. Dies sei keine Aufforderung an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, jetzt sofort Verhandlungen aufzunehmen, präzisierte der Elysée später.

Macron besuchte in Rumänien die etwa 500 dort stationierten französischen Soldaten. Frankreich ist derzeit die Führungsnation einer schnellen Eingreiftruppe der Nato, zu der auch 300 belgische Soldaten zählen, die demnächst durch niederländische Soldaten abgelöst werden. "Dieser Einsatz wird noch ausgeweitet werden", sagte Macron. Das solle auf dem Nato-Gipfel in Madrid besprochen werden.

Mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Klaus Johannis habe er außerdem über den französischen Vorschlag einer "Europäischen politischen Gemeinschaft" gesprochen. Macron wirbt dafür, Kandidatenländern und möglicherweise auch Großbritannien gewisse Vorrechte einzuräumen, wichtige Entscheidungen aber vorerst weiter im Kreis der 27 zu fällen.

Macron reiste am Mittwoch weiter nach Moldau, wo dieser Vorschlag wohl auch zur Sprache kommen wird. Moldau und Georgien hatten Anfang März ihren Antrag auf die EU-Mitgliedschaft eingereicht, wenige Tage nach der Ukraine. Die 27 Mitgliedsländer sind gespalten, ob und wie schnell die Erweiterung geschehen soll.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: