Pallade Veneta - Lage in Kaschmir spitzt sich weiter zu - Indien meldet erneut Schusswechsel

Lage in Kaschmir spitzt sich weiter zu - Indien meldet erneut Schusswechsel


Lage in Kaschmir spitzt sich weiter zu - Indien meldet erneut Schusswechsel
Lage in Kaschmir spitzt sich weiter zu - Indien meldet erneut Schusswechsel / Foto: Tauseef MUSTAFA - AFP

Nach dem tödlichen Anschlag auf Touristen in Kaschmir haben sich die Spannungen zwischen Indien und Pakistan weiter verschärft. Neu Delhi meldete am Donnerstagmorgen die siebte Nacht in Folge Schusswechsel zwischen pakistanischen und indischen Soldaten an der Demarkationslinie in Kaschmir. Im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs wurden zudem mehr als 1000 religiöse Schulen geschlossen. Am Mittwoch hatte Pakistan erklärt, Indien plane einen Militärschlag "innerhalb der nächsten 24 bis 36 Stunden".

Textgröße ändern:

Alle sogenannten Madrasas im pakistanischen Teil Kaschmirs würden für zehn Tage geschlossen werden, erklärte der Leiter der örtlichen Behörde für Religionsangelegenheiten, Hafiz Nazeer Ahmed. Aus Behördenkreisen hieß es, Grund für die Schließungen seien "Spannungen an der Grenze und das Potenzial eines Konflikts".

Zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan spitzte sich die Lage zu, nachdem Angreifer am 22. März in Pahalgam 26 Touristen erschossen hatten. Nach Angaben der indischen Polizei waren unter den flüchtigen Tätern zwei pakistanische Staatsbürger. Indien warf Pakistan nach dem Angriff die Unterstützung von "grenzüberschreitendem Terror" vor, Pakistan wies dies zurück.

Der Konflikt könnte womöglich weiter eskalieren. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar hatte am frühen Mittwochmorgen erklärt, die Regierung verfüge über "glaubwürdige Geheimdienstinformationen", die besagten, "dass Indien innerhalb der nächsten 24 bis 36 Stunden einen Militärschlag ausführen will".

Am Mittwochabend rief Washington die beiden Länder zur Deeskalation auf. US-Außenminister Marco Rubio telefonierte nach Angaben von Außenamtssprecherin Tammy Bruce separat mit Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. Rubio drängte Islamabad demnach zur "Zusammenarbeit in der Untersuchung dieses skrupellosen Angriffs" in Bezug auf den Anschlag vor mehr als einer Woche.

Indien rief der US-Außenminister dazu auf, "mit Pakistan zusammenzuarbeiten um die Spannungen zu deeskalieren und den Frieden und die Sicherheit in Südasien zu erhalten". Nach dem Telefonat erklärte Indiens Außenminister, die "Täter, Unterstützer und Planer" des Angriffs "müssen zur Rechenschaft gezogen werden".

Zuvor am Mittwoch hatte Indien seinen Luftraum für pakistanische Flugzeuge geschlossen. Das Flugverbot in Indien gelte für alle in Pakistan registrierten oder angemieteten Flugzeuge und schließe auch militärische Flugzeuge ein, hieß es in einer Mitteilung der indischen Behörden an die Fluggesellschaften. Die Maßnahme gelte zunächst bis zum 23. Mai.

Zuvor hatte Pakistan seinen Luftraum für Flugzeuge aus Indien gesperrt - eine von mehreren Strafmaßnahmen, mit denen sich die verfeindeten Atommächte seit dem tödlichen Angriff auf Touristen im indisch kontrollierten Teil von Kaschmir vom 22. März überzogen.

Am Dienstag hatte der indische Premierminister Narendra Modi seiner Armee "vollkommene operative Freiheit" gewährt, um auf "den Terrorangriff auf Zivilisten in Kaschmir" zu reagieren, wie es aus Regierungskreisen hieß. Seine Regierung hatte Pakistan vorgeworfen, den "grenzüberschreitenden Terror" zu unterstützen.

Die Region Kaschmir im nördlichen Himalaya mit rund 15 Millionen mehrheitlich muslimischen Einwohnern ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans im Jahr 1947 geteilt. Beide Länder beanspruchen das Gebiet vollständig für sich und haben bereits zwei Kriege um die Kontrolle der Bergregion geführt.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Südkorea: Abgeordneter bestätigt Ankunft nordkoreanischer Kriegsgefangener aus Ukraine

Inmitten diplomatischer Verstimmungen mit der Ukraine hat ein südkoreanischer Parlamentarier die Ankunft von zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen in Südkorea bestätigt. "Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eingetroffen sind", erklärte der Abgeordnete Youn Kun Young am Mittwoch. Seoul hatte zuvor den ukrainischen Gesandten wegen eines mutmaßlichen Verstoßes der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung zur Übergabe der beiden Männer einbestellt.

Merz nimmt an Jahrestreffen von Wirtschaftsinitiative "Made for Germany" teil

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besucht am Mittwoch (ab 17.30 Uhr) das Jahrestreffen der Wirtschaftsinitiative "Made for Germany" in Berlin. Merz wird dort einen Impulsvortrag halten und anschließend mit Mitgliedern der Initiative sprechen. Später ist ein gemeinsames Pressestatement von Merz und Siemens-Chef Roland Busch sowie Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing geplant. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hält bereits um 16.00 Uhr eine Rede.

Abgeordneter: Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene kürzlich aus Ukraine in Südkorea eingetroffen

Zwei Tage nach der Einbestellung des ukrainischen Gesandten in Seoul wegen des mutmaßlichen Verstoßes der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung zur Übergabe von zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen hat ein südkoreanischer Parlamentarier die Ankunft der beiden Männer in Südkorea bestätigt. "Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eintrafen", erklärte der Abgeordnete Youn Kun Young am Mittwoch. Er war demnach zuvor vom südkoreanischen Geheimdienst informiert worden.

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Textgröße ändern: