Pallade Veneta - London will verstärkt Straftäter abschieben und weniger Arbeitsvisa vergeben

London will verstärkt Straftäter abschieben und weniger Arbeitsvisa vergeben


London will verstärkt Straftäter abschieben und weniger Arbeitsvisa vergeben
London will verstärkt Straftäter abschieben und weniger Arbeitsvisa vergeben / Foto: HENRY NICHOLLS - AFP/Archiv

Die britische Regierung will verstärkt ausländische Straftäter abschieben und die Voraussetzungen für Arbeitsvisa verschärfen, um die Einwanderungszahlen zu senken. "Die Nettozuwanderung muss sinken", schrieb Innenministerin Yvette Cooper in einem Beitrag für die Sonntagszeitung "Sunday Telegraph". Festgehalten sind die Pläne in einem Weißbuch zur Migrationspolitik, das Cooper am Montag im britischen Parlament vorlegen wird.

Textgröße ändern:

Die Regierung von Premierminister Keir Starmer steht in der Migrationspolitik verstärkt unter Druck, nachdem die rechtspopulistische Partei Reform UK bei einer Nachwahl im Nordwesten Englands einen bisher von Starmers Labour-Partei gehaltenen Parlamentssitz gewonnen hatte. Reform UK überholte Labour und die konservativen Tories zuletzt auch in einigen landesweiten Umfragen.

Schon vor ihrem Wahlsieg im Juli vergangenen Jahres hatte die Labour-Partei in ihrem Wahlprogramm angekündigt, die Nettozuwanderung nach Großbritannien, die in den zwölf Monaten bis Juni 2024 bei 728.000 Menschen lag, deutlich zu senken. Starmer schrieb am Sonntag im Onlinedienst X, die konservativen Vorgängerregierungen hätten "die Kontrolle über unsere Grenzen verloren". Er habe dagegen im Wahlkampf angekündigt, "die Kontrolle wiederherzustellen und die Migration einzudämmen" und werde diese Ankündigung nun "mit harten neuen Maßnahmen" umsetzen.

Wie das Innenministerium mitteilte, sehen die Pläne unter anderem neue Befugnisse zur Abschiebung ausländischer Straftäter vor. Bisher wird die britische Regierung nur über ausländische Staatsbürger informiert, die zu einer Haftstrafe verurteilt wurden. Abgeschoben werden in der Regel aber nur Straftäter mit einer Haftstrafe von mehr als einem Jahr.

"Nach den neuen Regelungen wird das Innenministerium über alle ausländischen Staatsbürger informiert, die wegen Straftaten verurteilt wurden", erklärte das Ministerium. Straftäter sollten dann auch verstärkt abgeschoben werden. "Wer nach Großbritannien kommt, sollte sich an unsere Gesetze halten", erklärte Cooper. "Das System zur Rückführung ausländischer Straftäter war viel zu lange viel zu schwach", fügte die Ministerin hinzu.

Mit ihrem "radikalen Reformpaket" will die Regierung auch die Einwanderung gering qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland eindämmen, wie Cooper ankündigte. Es wird demnach "neue Visakontrollen beinhalten, etwa die Anhebung der Voraussetzungen für Fachkräftevisa". Künftig sollen demnach nur noch Einwandernde mit einem Hochschulabschluss ein solches Visum erhalten. Auch beim Familiennachzug solle es künftig "klarere Regeln" geben, kündigte Cooper an.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: