Pallade Veneta - Straßburg und Kehl protestieren gegen verschärfte Grenzkontrollen

Straßburg und Kehl protestieren gegen verschärfte Grenzkontrollen


Straßburg und Kehl protestieren gegen verschärfte Grenzkontrollen
Straßburg und Kehl protestieren gegen verschärfte Grenzkontrollen / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

Die verschärften Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze seit der Amtsübernahme von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stoßen in der Region zunehmend auf Kritik. Der Kehler Oberbürgermeister Wolfram Britz und seine Straßburger Amtskollegin Jeanne Barseghian appellierten in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an Merz, die Kontrollen auf ein Maß zurückzunehmen, "das einen über mehr als drei Jahrzehnte zusammengewachsenen deutsch-französischen Raum in seinem Alltagsleben nicht beeinträchtigt". Sie laden Merz zu einem persönlichen Austausch ein.

Textgröße ändern:

Die Folgen der seit Anfang Mai verstärkten Kontrollen hätten sich bereits nach wenigen Tagen gezeigt, heißt es in dem Brief. So berichte der Kehler Einzelhandel von einem deutlichen Rückgang der Kundinnen und Kunden aus dem Großraum Straßburg. Zudem seien Unternehmen in Kehl und der Ortenau auf Fachkräfte aus Frankreich angewiesen.

"Grenzkontrollen in dieser Form stellen einen Wettbewerbsnachteil dar", betonen die Bürgermeister. Sie verwiesen auf zahlreiche Familien, die auf beide Rheinseiten verteilt seien und unter den Grenzkontrollen litten. Im Nahverkehr komme es zu erheblichen Verspätungen.

Die beiden Stadtoberhäupter erinnerten daran, dass es mehrere Tausend Grenzpendler gebe und auch mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler, die täglich in die jeweilige Nachbarstadt pendelten. Im vergangenen Jahr habe die Tram rund 3,8 Millionen Mal den Rhein überquert.

Die Regierungen beider Länder hätten Straßburg und Kehl vor etwa 35 Jahren ausdrücklich aufgefordert, gemeinsame Infrastruktur zu schaffen. Kehl und Straßburg seien dieser Verpflichtung nachgekommen, "wie kaum ein anderes Städtepaar in Deutschland und Frankreich", erklären Britz und Barseghian. Sie verweisen auf die deutsch-französische Kinderkrippe und die geplante grenzübergreifende Nutzung der Abwärme der Badischen Stahlwerke.

Auch die saarländische Ministerpräsidentin und Bundesratsvorsitzende Anke Rehlinger (SPD) hat die verschärften Grenzkontrollen mehrfach kritisiert. Allein zwischen dem Saarland und Frankreich gibt es 37 offizielle Grenzübergänge und zudem zahlreiche Orte, wo man über die Grenze wechselt, ohne es zu merken, etwa auf einem Radweg entlang der Saar.

Die verschärften Kontrollen führen auch zu Verspätungen im Fernverkehr. Die französische Bahn weist bei grenzüberschreitenden Fahrten darauf hin, dass die Fahrt sich jeweils um 15 Minuten verlängere wegen der Grenzkontrollen auf der deutschen Seite.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte am Montag vor einer personellen Überlastung gewarnt und eine klare zeitliche Begrenzung gefordert. Das Bundesinnenministerium betonte dagegen, die Bundespolizei könne solche Großlagen "auch auf längere Zeit" stemmen.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Untreueprozess gegen frühere RBB-Intendantin Schlesinger startet im November

Mehr als vier Jahre nach ihrem Rücktritt beginnt im November der Strafprozess gegen die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, und weitere frühere Führungsmitglieder des Senders. Das Landgericht Berlin ließ die Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft vom November 2025 zu, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Der Prozess soll am 10. November 2026 beginnen. Bis Ende Juni 2027 wurden zunächst 56 Verhandlungstermine anberaumt.

Öffentliche Schulden im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent gestiegen

Die öffentlichen Schulden sind im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,0 Prozent gestiegen. Insgesamt waren die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und Sozialversicherung inklusive aller Extrahaushalte mit 2753,5 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Schulden des Bundes stiegen im Vergleich zum ersten Quartal um 1,1 Prozent auf 1907,1 Milliarden Euro.

Rettungskräfte: Zahl der Toten bei Angriff der Armee auf Markt in Myanmar auf 50 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine ist nach Angaben von Rettungskräften auf 50 gestiegen. Zudem seien bei dem Angriff am Montag in der Stadt Kyauktaw 58 Menschen verletzt worden, erklärten die Rettungskräfte am Dienstag. Demnach könnte die Zahl der Toten noch steigen, da einige Leichen in Bränden nach dem Angriff verloren gegangen seien.

Nach Explosion in Grenzgebiet: Südkorea wirft Norden Verletzung von Waffenstillstand vor

Nach einer vermutlich durch eine nordkoreanische Mine ausgelösten Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea vergangene Woche hat Seoul dem Nachbarland einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen vorgeworfen und Konsequenzen angekündigt. "Dies ist eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul am Dienstag vor dem Parlament. Bei dem Vorfall waren drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden, einer verlor seinen Fuß.

Textgröße ändern: