Pallade Veneta - Wegen befürchteten Großangriffs: Ukraine ordnet Evakuierung von elf Dörfern in Sumy an

Wegen befürchteten Großangriffs: Ukraine ordnet Evakuierung von elf Dörfern in Sumy an


Wegen befürchteten Großangriffs: Ukraine ordnet Evakuierung von elf Dörfern in Sumy an
Wegen befürchteten Großangriffs: Ukraine ordnet Evakuierung von elf Dörfern in Sumy an / Foto: Handout - Service d'urgence de l'État ukrainien/AFP/Archiv

Zwei Tage vor möglichen neuen direkten Waffenruhe-Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland in Istanbul hat Kiew angesichts einer befürchteten Großoffensive die Evakuierung elf weiterer Dörfer in der an Russland grenzenden Region Sumy angeordnet. Die Entscheidung berücksichtige "die ständige Gefahr für das Leben der Zivilbevölkerung aufgrund der Bombardierung der Grenzgemeinden", erklärte die Verwaltung von Sumy am Samstag. Unterdessen wurden bei russischen Luftangriffen im Süden der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet.

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Mit den neuen Evakuierungsmaßnahmen in Sumy erhöht sich nach ukrainischen Angaben die Zahl der in der Region geräumten Ortschaften auf bereits 213. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, dass Russland mehr als 50.000 Soldaten in die Region verlegt habe. Selenskyj warnte vor einer großen Offensive.

Russland greift die Grenzregion Sumy wieder verstärkt an, seitdem die ukrainische Armee in den vergangenen Monaten nach Moskauer Angaben aus der benachbarten russischen Region Kursk vertrieben worden war. Die Ukraine hatte im vergangenen Jahr in Kursk eine Überraschungsoffensive begonnen, die russischen Streitkräfte eroberten daraufhin jedoch nach und nach das Territorium zurück.

Ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes sagte am Donnerstag, Russland sei bereit, einen "Angriff auf Sumy zu versuchen". Das russische Verteidigungsministerium verkündete am Samstag die Einnahme des Dorfes Wodolagy in der Region Sumy. Außerdem sei die Ortschaft Nowopil in der östlichen Region Donezk eingenommen worden, teilted as Ministerium mit.

Im Laufe der Woche hatten russische Truppen eigenen Angaben zufolge bereits mehrere Ortschaften in Sumy eingenommen. Es wird vermutet, dass sie versuchen, eine Pufferzone zu schaffen, um ukrainische Übergriffe auf russisches Staatsgebiet - wie im vergangenen Sommer in Kursk geschehen - zu verhindern.

Die diplomatischen Bemühungen, den Krieg zu beenden, waren in den vergangenen Wochen zwar verstärkt worden. Das erste direkte Treffen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine seit drei Jahren Mitte Mai in Istanbul erbrachte jedoch keine Fortschritte in Richtung einer Waffenruhe. Es wurde lediglich ein Gefangenenaustausch vereinbart, der bereits stattgefunden hat.

Der Kreml hat für Montag ein zweites direktes Treffen in Istanbul vorgeschlagen. Die Ukraine hat sich grundsätzlich zu einem erneuten Treffen bereit erklärt, will aber vorher die russischen Bedingungen für ein Friedensabkommen erfahren.

Selenskyj warf der russischen Seite am Freitag vor, eine versprochene Liste mit Bedingungen für einen Frieden in der Ukraine zurückzuhalten. "Seit über einer Woche sind die Russen nicht in der Lage, dieses sogenannte 'Memorandum' vorzulegen", schrieb Selenskyj im Onlinedienst X.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte indessen am Freitag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, dass Russland bereit sei, "die Möglichkeit einer Waffenruhe zu prüfen, die anschließend den Weg für eine endgültige Beseitigung der Konfliktursachen ebnen würde".

Während einer Waffenruhe müssten "die westlichen Länder die Waffenlieferungen an die Regierung in Kiew einstellen und die Ukraine ihre Mobilisierung beenden", forderte Nebensja. Moskau könne nicht einer Regelung zustimmen, die es Kiew ermöglichen würde, "Atem zu holen, seine Wunden zu lecken und den Kollaps der östlichen Front zu stoppen".

Russland setzte in der Nacht zum Samstag seine Luftangriffe auf die Ukraine fort. Dabei wurden ukrainischen Angaben zufolge ein Mann und ein neunjähriges Mädchen bei zwei Angriffen in der Region Saporischschja und in der Stadt Cherson getötet.

In der Region Saporischschja hätten "russische Streitkräfte ein Wohngebiet mit Lenkbomben angegriffen", wobei ein Mädchen getötet und ein 16-jähriger Junge verletzt worden seien, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fedorow, im Onlinedienst Telegram mit.

Bei einem Angriff auf die Stadt Cherson "erlitt ein 66-jähriger Mann durch russischen Beschuss tödliche Verletzungen", erklärte der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, auf Telegram.

Aus der Stadt Charkiw wurde nach einem russischen Drohnenangriff ein Verletzter gemeldet.

In der russischen Region Kursk wurden unterdessen nach Angaben des dortigen Gouverneurs in der Nacht zum Samstag zehn Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe verletzt.

S.Urciuoli--PV

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