Pallade Veneta - Kulturstaatsministerin kritisiert "antisemitische Bildsprache" bei documenta

Kulturstaatsministerin kritisiert "antisemitische Bildsprache" bei documenta


Kulturstaatsministerin kritisiert "antisemitische Bildsprache" bei documenta
Kulturstaatsministerin kritisiert "antisemitische Bildsprache" bei documenta / Foto: Anton Roland LAUB - AFP/Archiv

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat "antisemitische Bildsprache" bei einigen Bildelementen der Kasseler Kunstmesse documenta fifteen kritisiert. "Die Menschenwürde, der Schutz gegen Antisemitismus wie auch gegen Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit sind die Grundlagen unseren Zusammenlebens, und hier findet auch die Kunstfreiheit ihre Grenzen", erklärte sie am Montag in Berlin. Die documenta müsse das "umgehend gegenüber den Kuratoren und Künstlern deutlich machen und die notwendigen Konsequenzen ziehen", forderte Roth.

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Schon im Vorfeld der am Samstag eröffneten Ausstellung war deren Organisation vor allem wegen des Umgangs mit Israel kontrovers diskutiert worden. Kritik gab es besonders an dem indonesischen Kunstkollektiv Ruangrupa, dem die künstlerische Leitung übertragen worden war. Ruangrupa wurde vorgeworfen, für die documenta Organisationen einzubeziehen, die das Existenzrecht Israels in Frage stellten oder einen Boykott des Landes unterstützten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte in seiner Rede zur Eröffnung am Samstag, dass er lange gezweifelt habe, ob er die Ansprache überhaupt halten solle. "Denn so berechtigt manche Kritik an der israelischen Politik, etwa dem Siedlungsbau, ist", die Anerkennung der israelischen Staatlichkeit sei "bei uns Grundlage und Voraussetzung der Debatte".

Zudem nannte es Steinmeier verstörend, wenn "neuerdings häufiger Vertreter des globalen Südens sich weigern, an Veranstaltungen, an Konferenzen oder Festivals teilzunehmen, an denen jüdische Israelis teilnehmen". In diesem Zusammenhang falle es auf, dass "auf dieser bedeutenden Ausstellung zeitgenössischer Kunst wohl keine jüdischen Künstlerinnen oder Künstler aus Israel vertreten sind".

Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kritisierte die Verantwortlichen der documenta. Es sei ihnen nicht gelungen, gegen die Ausstellung erhobene Antisemitismusvorwürfe "in glaubwürdiger Weise auszuräumen", sagte Klein der "Bild am Sonntag". Er teile die kritische Einschätzung des Bundespräsidenten. "Es kann nicht sein, dass Antisemitismus Teil des von der öffentlichen Hand geförderten künstlerischen Diskurses in Deutschland ist."

I.Saccomanno--PV

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