Pallade Veneta - Trump heizt Spekulationen über US-Intervention gegen Iran an

Trump heizt Spekulationen über US-Intervention gegen Iran an


Trump heizt Spekulationen über US-Intervention gegen Iran an
Trump heizt Spekulationen über US-Intervention gegen Iran an / Foto: ATTA KENARE - AFP

Am fünften Tag der militärischen Konfrontation zwischen Israel und dem Iran hat US-Präsident Donald Trump Spekulationen zu einer möglichen militärischen Intervention der USA angeheizt. Trump, der wegen der Krise im Nahen Osten am Vortag vom G7-Gipfel abgereist war, forderte den Iran in seinem Onlinedienst Truth Social am Dienstag unter anderem zur "bedingungslosen Kapitulation" auf. Israel griff unterdessen erneut Militärstützpunkte im Westen des Iran an.

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US-Präsident Trump beriet am Dienstag mit dem nationalen Sicherheitsrat. Wie aus Kreisen des Weißen Hauses verlautete, dauerte die Sitzung rund eine Stunde und zwanzig Minuten, zum Inhalt wurde zunächst nichts bekannt.

Zuvor hatte Trump seinen Tonfall gegenüber der Regierung in Teheran erheblich verschärft. In einer Reihe von Botschaften auf Truth Social schrieb Trump neben seinem Aufruf zur Kapitulation, die USA wüssten, wo sich Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei verstecke - es gebe aber "zumindest vorerst" keine Absicht, ihn zu töten. Er unterstrich zudem, der Luftraum über dem Land sei vollständig unter Kontrolle.

US-Vizepräsident JD Vance assistierte Trump am Dienstag, indem er Teheran im Onlinedienst X mit "weiteren Maßnahmen" der Vereinigten Staaten drohte, "um die iranische (Uran-)Anreicherung zu beenden". Vance schrieb zudem, Trump habe bislang "bemerkenswerte Zurückhaltung" darin gezeigt, den Fokus des US-Militärs auf den Schutz von Soldaten und Bürgern zu legen.

Die US-Streitkräfte verstärken derzeit ihre Präsenz in der Region, unter anderem ist der Flugzeugträger "USS Nimitz" auf den Weg in den Nahen Osten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte dazu lediglich erklärt, es gehe darum, die "Verteidigungsposition" der USA in der Region zu verstärken.

Trump hatte am Montag den G7-Gipfel in Kanada vorzeitig verlassen und dies mit dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran begründet. Es gebe "große Dinge", die seine unverzügliche Rückkehr nach Washington erforderten. Später sagte Trump, er wolle "keine Waffenruhe" zwischen Israel und dem Iran; sein Ziel sei die "vollständige Aufgabe" Teherans.

Experten zufolge könnten die USA unter anderem mit bunkerbrechenden Bomben gegen unterirdische Atomanlagen im Iran vorgehen. Fraglich bleibt, ob Präsident Trump hierzu bereit ist. Vertreter der US-Regierung erklärten dazu, die Lage ändere sich "stündlich" und sei noch im Fluss. Trump halte sich deshalb alle Möglichkeiten offen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am Rande des G7-Gipfels zu einer möglichen US-Intervention zurückhaltend. Sollte die iranische Regierung bereit sein, "an den Verhandlungstisch zurückzukehren", wären keine weiteren "militärischen Interventionen" nötig, sagte Merz in einem Interview mit dem ZDF. Andernfalls stehe "möglicherweise die vollständige Zerstörung des iranischen Atomwaffenprogramms auf der Tagesordnung".

Merz würdigte zudem den Einsatz Israels gegen den Iran: "Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle", sagte er dem ZDF. "Wir sind von diesem Regime auch betroffen."

Die G7-Staats- und Regierungschefs hatten am ersten Tag ihres Gipfeltreffens in einer gemeinsamen Erklärung zu einer "Deeskalation" im Nahen Osten aufgerufen. Zugleich betonten die G7-Gipfelteilnehmer Israels "Recht", sich zu verteidigen und seine Zivilbevölkerung zu schützen. Weiter heißt es in der Erklärung: "Wir haben stets deutlich gemacht, dass der Iran niemals eine Atomwaffe haben kann."

Westliche Staaten und Israel werfen dem Iran vor, die Urananreicherung hochgefahren zu haben, um eine Atombombe zu bauen. Teheran weist das Ziel einer atomaren Bewaffnung zurück.

Israel hatte in der Nacht zum Freitag einen beispiellosen Großangriff auf den Iran gestartet, Atomanlagen und militärische Einrichtungen des Landes bombardiert und zahlreiche ranghohe Militärs getötet. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in Israel.

Zuletzt gab Israel die Tötung des ranghöchsten Kommandeurs des iranischen Militärs bekannt. Ali Schadmani sei bei einem Luftangriff in Teheran "eliminiert" worden, teilte die Armee am Dienstag mit. Nur vier Tage zuvor hatte Israel Schadmanis Vorgänger Gholam Ali Raschid getötet.

Der Iran feuerte seinerseits am Dienstag erneut Geschosse auf Israel ab. Über Tel Aviv und Jerusalem waren Explosionen zu hören, im südisraelischen Dimona, wo sich ein Atomkraftwerk befindet, schrillte Luftalarm. Es gab zunächst keine Berichte über Einschläge. Zuvor hatte die israelische Luftabwehr eine Reihe von aus dem Iran abgefeuerten Raketen abgefangen.

Insgesamt wurden in Israel durch die iranischen Angriffen nach Behördenangaben seit Freitag mindestens 24 Menschen getötet. Im Iran wurden nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag - den letzten bislang veröffentlichten Zahlen - mindestens 224 Menschen getötet.

A.Rispoli--PV

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