Pallade Veneta - Boliviens Präsident Arce warnt vor Staatsbankrott

Boliviens Präsident Arce warnt vor Staatsbankrott


Boliviens Präsident Arce warnt vor Staatsbankrott
Boliviens Präsident Arce warnt vor Staatsbankrott / Foto: AIZAR RALDES - AFP

Boliviens Präsident Luis Arce hat angesichts einer schweren Wirtschaftskrise vor einem drohenden Staatsbankrott gewarnt, sollte das Land keine neuen Kredite erhalten. "Wir haben die volle Absicht, unsere Schulden zu begleichen - aber was, wenn uns die Mittel fehlen?", sagte Arce am Mittwoch (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP in seinem Büro in La Paz. Die wirtschaftliche Lage hatte zuletzt zu Protesten und schlechten Umfragewerten für den Präsidenten geführt.

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Die Auslandsschulden des südamerikanischen Landes belaufen sich auf 13,3 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro), was laut Weltbank über 37 Prozent des Bruttonationaleinkommens entspricht. Zu den wichtigsten Gläubigern gehören die Interamerikanische Entwicklungsbank, die südamerikanische Entwicklungsbank CAF, die Weltbank und China.

"Wir machen derzeit das schlechteste Geschäft als Land", sagte der seit 2020 regierende Arce. Normalerweise würden neue Kredite die Rückzahlung alter Schulden kompensieren – doch derzeit bleibe dieser Kapitalzufluss aus.

Bislang konnte Arce das bolivianische Parlament nicht davon überzeugen, neue Kredite in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) bei internationalen Institutionen aufzunehmen. Für Treibstoffimporte und fällige Schuldenzahlungen werden bis Dezember insgesamt etwa 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) benötigt.

Die Wirtschaftskrise im Land äußert sich in einem akuten Mangel an Devisen, Treibstoff und Grundnahrungsmitteln. Im Mai lag die Inflation bei 18,4 Prozent im Jahresvergleich – dem höchsten Wert seit fast 20 Jahren. Auch die Landeswährung Boliviano verlor zunehmend an Wert.

Trotz anhaltender Kritik lehnte der 61-jährige Regierungschef Arce von der Partei Bewegung zum Sozialismus (MAS) einen Rücktritt bislang ab. Er kündigte jedoch an, bei der kommenden Präsidentschaftswahl im August nicht erneut kandidieren zu wollen. Arces Zustimmungswerte lagen laut dem Meinungsforschungsinstitut Latinobarómetro bei nur neun Prozent – einem der niedrigsten Werte in Südamerika.

H.Ercolani--PV

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