Pallade Veneta - Telegram-Gründer Durow darf trotz Ermittlungen in Frankreich wieder nach Dubai

Telegram-Gründer Durow darf trotz Ermittlungen in Frankreich wieder nach Dubai


Telegram-Gründer Durow darf trotz Ermittlungen in Frankreich wieder nach Dubai
Telegram-Gründer Durow darf trotz Ermittlungen in Frankreich wieder nach Dubai / Foto: Thomas SAMSON - AFP/Archiv

Pawel Durow, der in Frankreich im Visier der Justiz stehende Gründer des Onlinedienstes Telegram, darf unter Auflagen für jeweils zwei Wochen an seinen Firmensitz nach Dubai. Er müsse die Reisen zuvor genehmigen lassen, hieß es am Donnerstag in Justizkreisen in Paris. Der aus Russland stammende Milliardär, der auch die französische und emiratische Staatsangehörigkeit hat, steht im Verdacht, kriminelle und extremistische Inhalte auf Telegram nicht eingeschränkt zu haben.

Textgröße ändern:

"Die Auflagen gegen Durow waren unbegründet und völlig übertrieben, so wie auch die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft", kommentierte Durows Anwalt David-Olivier Kaminski. Durows selbst hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift "Le Point" erklärt, dass es keine Beweise gegen ihn gebe und er sich nicht schuldig gemacht habe.

Er bezeichnete die Auflagen als zu hart und verwies auf die Gesundheitsprobleme seiner Eltern und die Geburt seines jüngsten Sohnes, dessen erste Monate er nicht miterlebe.

Durow war vergangenen Sommer bei seiner Ankunft in Frankreich festgenommen, dann aber unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er musste eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro hinterlegen und seitdem zwei Mal pro Woche bei der Polizei erscheinen. Zudem wurde ihm verboten, Frankreich zu verlassen. Im März hatte die Justiz ihm eine Reise nach Dubai erlaubt, Anträge auf weitere Reisen unter anderem in die USA aber abgelehnt.

Die französischen Untersuchungsrichter listeten mehrere Telegram-Gruppen auf, die sich um Pädophilie, Drogen, Betrug, Waffenverkauf oder die Vermittlung von Auftragsmördern drehten. Durow sicherte inzwischen zu, die Inhalte auf der Plattform mit ihren etwa 950 Millionen Nutzern besser zu moderieren.

Der Fall hatte großen Wirbel ausgelöst. Moskau hatte nach Durows Festnahme von "politischer Verfolgung" gesprochen. Durow war allerdings früher auch mit der russischen Seite in Konflikt geraten. Die russischen Behörden hatten 2018 vergeblich versucht, Telegram abzuschalten.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Brände in Frankreich und Spanien zwingen insgesamt mehr als 300.000 Menschen zur Flucht

Die beispiellosen Brände in Frankreich und Spanien haben bis zum Wochenende mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. In Südwestfrankreich breiteten sich die Flammen nahe Bordeaux laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt "unkontrolliert" aus und rückten am Sonntag bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Großraums der Stadt heran. In Spanien mussten Zehntausende nahe Madrid ihre Häuser verlassen; bei Valencia brach ein neues Feuer aus.

Kubicki wirft Bundesregierung "Hilflosigkeit" im Umgang mit Islamismus vor

Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat der Bundesregierung ein Verharmlosen der Gefahr durch den Islamismus vorgeworfen. Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin sagte Kubicki am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP: "Wenn wir als Gemeinwesen nach solchen schrecklichen Taten immer wieder die gleichen Diskussionen führen, ohne die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dokumentiert das eine kaum erträgliche Hilflosigkeit unseres Staatswesens."

"Willkür" und "Dilettantismus": Unmut in der CDU über Kanzler Merz wächst

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gerät wegen der Panne bei der Kabinettsumbildung unter wachsenden Druck in der eigenen Partei. Sein Umgang mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sorgte am Wochenende für offenen Unmut in der Partei. "Die Abberufung von Verkehrsminister Schnieder erweckt den Eindruck von Willkür", sagte der Bundesvize des CDU-Arbeitnehmerflügels, Christian Bäumler. Der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Michael Ludwig sprach von einem "kommunikativen Disaster". Ex-CDU-Bundesminister Peter Altmaier zeigte sich "betroffen und wütend" über Merz' Umgang mit Schnieder.

Debatte über Gefahr durch Islamismus nach Gewalttat beim Berliner CSD

Nach dem mutmaßlichen Anschlag beim Berliner Christopher Street Day haben Politiker vor einem zu nachlässigen Umgang mit der Gefahr durch gewaltbereite Islamisten gewarnt. Der Vorsitzende der Unions-Nachwuchsorganisation Junge Union, Johannes Winkel, sprach am Sonntag von einer "Kriegserklärung" radikaler Islamisten gegen die offene Gesellschaft. "Der Westen und der Islamismus: Eine Ideologie erklärt unserer Gesellschaft den Krieg", schrieb Winkel im Onlinenetzwerk X.

Textgröße ändern: