Pallade Veneta - Dalai Lama: Es wird einen Nachfolger geben - China beansprucht Ernennung für sich

Dalai Lama: Es wird einen Nachfolger geben - China beansprucht Ernennung für sich


Dalai Lama: Es wird einen Nachfolger geben - China beansprucht Ernennung für sich
Dalai Lama: Es wird einen Nachfolger geben - China beansprucht Ernennung für sich / Foto: Biju BORO - AFP

Der Dalai Lama hat kurz vor seinem 90. Geburtstag bekräftigt, dass es nach seinem Tod einen Nachfolger als geistiges Oberhaupt der Tibeter geben soll. "Ich bestätige, dass die Institution des Dalai Lama fortgeführt wird", sagte er in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. Während der Dalai Lama betonte, dass die Ernennung nicht von außen bestimmt werden dürfe, pochte China darauf, bei der Nachfolgeregelung das letzte Wort haben zu wollen.

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Er sei in den vergangenen Jahren von zahlreichen Menschen in Tibet, Tibetern im Exil sowie Buddhisten aus der gesamten Himalaya-Region und weiteren Ländern eindringlich darum gebeten worden, "dass die Institution des Dalai Lama fortgeführt wird", sagte der Friedensnobelpreisträger in seiner Videobotschaft während eines religiösen Treffens in seinem Exil im nordindischen McLeod Ganj. Dies könne er nun bestätigen. In der Vergangenheit hatte er mehrfach davon gesprochen, dass er der letzte Dalai Lama sein könnte.

Bereits am Montag hatte der Dalai Lama, der am Sonntag seinen 90. Geburtstag feiert, angedeutet, dass die 600 Jahre alte Institution des geistlichen Oberhaupts der Tibeter auch nach seinem Tod weiterbestehen soll. Tenzin Gyatso ist für die Tibeter die 14. Reinkarnation des Dalai Lama.

Der 89-Jährige betonte in seiner Videobotschaft, dass die Befugnis für die Identifizierung des 15. Dalai Lama "ausschließlich" bei seinem Büro mit Sitz in Indien liege. "Niemand sonst hat irgendeine Autorität, sich in diese Angelegenheit einzumischen", fügte er hinzu.

China wies dies umgehend zurück. "Die Reinkarnation großer buddhistischer Persönlichkeiten wie des Dalai Lama und des Panchen Lama muss durch Losziehung aus der Goldenen Urne bestimmt und anschließend von der Zentralregierung genehmigt werden", sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Mittwoch in Peking.

Viele Exil-Tibeter befürchten, dass China versuchen könnte, durch die Ernennung eines Nachfolgers für den Dalai Lama seine Kontrolle über Tibet zu stärken.

Der Chef der tibetischen Exilregierung, Penpa Tsering, verwahrte sich gegen eine chinesische Einflussnahme. "Über die Wiedergeburt des Dalai Lama entscheiden die Tibeter allein", sagte Tsering im Gespräch mit Ippen Media. "Wir wissen natürlich, dass sich die Regierung in Peking seit vielen Jahren auf den Tod Seiner Heiligkeit vorbereitet." Eines Tages könne es zwei Dalai Lamas geben - einen, den die Tibeter anerkennen und einen von China ernannten. "Peking glaubt, dass es die Tibeter kontrollieren kann, wenn es den Dalai Lama kontrolliert", sagte Tsering.

Der Dalai Lama und tausende andere Tibeter leben seit der Niederschlagung ihres Aufstands gegen die chinesische Herrschaft 1959 im Exil in Indien. China bezeichnet den Dalai Lama als "Separatisten". Er hingegen sieht sich als "einfachen buddhistischen Mönch".

Weltweit wird der Dalai Lama als friedlicher Verfechter der Freiheit Tibets geachtet. Politisch hat er offiziell keine Macht mehr. Er übergab diese 2011 an eine Exilregierung, die von rund 130.000 Tibetern weltweit gewählt wurde und ihren Sitz in McLeod Ganj, einem Vorort der nordindischen Stadt Dharamsala hat.

A.Fallone--PV

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