Pallade Veneta - Union will Richterwahl von SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf absetzen

Union will Richterwahl von SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf absetzen


Union will Richterwahl von SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf absetzen
Union will Richterwahl von SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf absetzen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Die Unionsfraktion will die geplante Wahl der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin im Bundestag verschieben. Ihre Wahl solle wegen eines Plagiatsverdachts von der Tagesordnung am Freitag genommen werden, hieß es aus Unionskreisen nach einer Sondersitzung der Fraktion. Die Wahl der beiden anderen Bewerberinnen und Bewerber für die Richterstellen beim Bundesverfassungsgericht solle weiter stattfinden.

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Der Bundestag sollte am Freitag über drei freiwerdende Stellen beim Bundesverfassungsgericht befinden. Die SPD hatte dafür zwei Kandidatinnen vorschlagen, Brosius-Gersdorf und die Rechtswissenschaftlerin Ann-Katrin Kaufhold, die Union den bisherigen Richter am Bundesarbeitsgericht, Günter Spinner. Gegen Brosius-Gersdorf gab es schon in den vergangenen Tagen massive Vorbehalte in der Union. Grund war insbesondere ihre liberale Haltung zum Thema Abtreibung.

Der Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn und Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) hätten der SPD die Entscheidung mitgeteilt, die Wahl von Brosius-Gersdorf abzusetzen, hieß es aus der Unionsfraktion. Ein Plagiatsverdacht ziehe ihre fachliche Expertise in Zweifel. Diese sei "aber zentrales Argument für die Wahl der Kandidatin. Eine angehende Verfassungsrichterin muss über jeden Zweifel erhaben sein."

Die "Bild"-Zeitung berichtete, Plagiatsjäger in der Doktorarbeit von Brosius-Gersdorf seien "23 Verdachtsstellen auf Kollusion und Quellenplagiate" gefunden worden. Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch sagte "Bild", die Doktorarbeit der Juristin und die Habilitationsschrift ihres Ehemannes enthielten "fast identische Passagen". Auch Zitierfehler seien "in beiden Werken identisch".

E.M.Filippelli--PV

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