Pallade Veneta - Bundesrat stimmt "Investitionsbooster" für Unternehmen zu

Bundesrat stimmt "Investitionsbooster" für Unternehmen zu


Bundesrat stimmt "Investitionsbooster" für Unternehmen zu
Bundesrat stimmt "Investitionsbooster" für Unternehmen zu / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der Bundesrat hat dem Gesetz zum "Investitionsbooster" für Unternehmen einstimmig zugestimmt. Vorgesehen ist in mehreren Stufen eine deutliche steuerliche Entlastung, um Anreize für mehr Investitionen zu geben. So sollen Abschreibungsmöglichkeiten für die Jahre 2025 bis 2027 deutlich ausgeweitet und danach die Körperschaftsteuer schrittweise gesenkt werden.

Textgröße ändern:

Abschreibungen für neue Maschinen, Geräte und Fahrzeuge sollen damit schneller möglich sein. Vorgesehen ist eine degressive AfA (Absetzung für Abnutzung) von jährlich je 30 Prozent, sodass die Anschaffung schon binnen drei Jahren steuerlich weitgehend abgeschrieben werden kann.

Die Körperschaftsteuer von derzeit 15 Prozent soll ab 2028 jährlich um einen Prozentpunkt sinken. Die Gesamtsteuerbelastung für Unternehmen soll damit ab 2032 knapp 25 Prozent statt aktuell knapp 30 Prozent betragen. Zudem wird die Steuerförderung für die Anschaffung von Elektro-Dienstwagen und die Forschungszulage ausgeweitet. Die gesamten Steuerausfälle für Bund, Länder und Kommunen werden bis 2029 auf mehr als 48 Milliarden Euro beziffert.

Von Seiten der Länder waren gegen das Gesetz mit Blick auf drohende Steuerausfälle zunächst massive Einwände geäußert worden. Vor rund zwei Wochen hatten sich beide Seiten jedoch darauf verständigt, dass der Bund die Mindereinnahmen für Kommunen in den Jahren 2025 bis 2029 vollständig ausgleicht.

Auch die Länder sollen einen Ausgleich in Form zusätzlicher Mittel für Infrastruktur-Investitionen in Kitas und Hochschulen erhalten. Zudem erhöht der Bund seinen Anteil am Transformationsfonds für Krankenhäuser. Diese Verständigung lobten in der Bundesratssitzung sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als auch mehrere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder.

"Wir machen Deutschland wieder wettbewerbsfähig", betonte Merz am Morgen in seiner Antrittsrede im Bundesrat vor allem mit Blick auf den Investitionsbooster und das neue Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz. "Das Investitionsprogramm kommt zur richtigen Zeit, um die Unternehmen zu entlasten", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nannte es "ein gutes Signal, dass wir in nur neun Wochen diesen Wachstumsbooster auf den Weg bringen".

"Heute ist ein guter Tag, heute bringen wir etwas auf den Weg", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst lobte es als "starkes Signal", dass der Bund die vollständige Übernahme der kommunalen Mindereinnahmen zugesagt hat. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) räumte Belastungen durch die mit Investitionsbooster und Sondervermögen verbundenen Schulden ein. Es gehöre jedoch auch zur Generationengerechtigkeit, Verteidigungsfähigkeit des Landes zu gewährleisten und "eine intakte Infrastruktur zu hinterlassen", hob er hervor.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

USA und Iran verschärfen Seekonflikt - Huthis melden Angriff auf Saudi-Arabien

Der im Zuge des Iran-Kriegs entstandene Schifffahrts-Konflikt hat sich erneut verschärft. US-Streitkräfte beschossen nach eigenen Angaben einen Tanker in der Straße von Hormus, der ihre Blockade iranischer Häfen durchbrechen wollte. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Samstag, sie hätten vier Schiffe an der wichtigen Meerenge gestoppt. Derweil meldete die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz einen Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien.

Nach Rücktritt von Bildungsminister: Indische Kakerlaken-Bewegung beendet Proteste

Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung (CJP) in Indien hat nach tagelangen Kundgebungen gegen die Missstände im Bildungssystem ihren Protest eingestellt. Die Regierung habe alle ihre Forderungen "akzeptiert", erklärte CJP-Sprecher Ashutosh Ranka am Samstag. "Wir fordern die Demonstranten auf, sich zurückzuziehen und friedlich nach Hause zu gehen", fügte er nach einem Treffen mit Regierungsvertretern hinzu.

Mindestens 16 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine

Bei ukrainischen und russischen Angriffen sind in beiden Ländern am Samstag insgesamt mindestens 16 Menschen getötet worden. Behörden des russisch besetzten Teils der ukrainischen Region Saporischschja meldeten acht Tote. In der Grenzregion Belgorod gab es russischen Angaben zufolge zwei Todesopfer, im russisch besetzten Teil der Region Cherson ein weiteres. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer bekanntgegeben. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an.

Linnemann weist Zweifel an Eignung als Gesundheitsminister zurück

Der designierte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat Zweifel an seiner Eignung für das Amt zurückgewiesen. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte Linnemann am Samstag zudem, warum er sich vor einem Jahr noch öffentlich gegen das Gesundheitsminister-Amt ausgesprochen hatte. "Wenn die Uhr auf die Zeit kurz nach der Bundestagswahl zurückgedreht würde, würde ich wieder so antworten", sagte Linnemann der "Bild". "Die Ausgangslage war damals eine andere."

Textgröße ändern: