Pallade Veneta - Bundesrat dringt auf Modernisierung betrieblicher Mitbestimmung

Bundesrat dringt auf Modernisierung betrieblicher Mitbestimmung


Bundesrat dringt auf Modernisierung betrieblicher Mitbestimmung
Bundesrat dringt auf Modernisierung betrieblicher Mitbestimmung / Foto: Sascha Schuermann - AFP/Archiv

Der Bundesrat dringt auf eine Modernisierung des Betriebsverfassungsgesetzes, um betriebliche Mitbestimmung an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. Betriebsversammlungen oder auch Betriebsratswahlen sollen künftig leichter digital oder hybrid gestaltet werden können. Die mehrheitlich beschlossene Initiative, die mehrere SPD-regierte Länder eingebracht hatten, richtet sich zudem gegen Versuche einiger Arbeitgeber, die Bildung oder die Arbeit von Betriebsräten zu verhindern.

Textgröße ändern:

Konkret soll die Bundesregierung prüfen, wie es Beschäftigten auch bei modernen, flexiblen Arbeitsmodellen erleichtert werden kann, einen örtlich erreichbaren Betriebsrat zu bilden. Vor Behinderungen und Beeinträchtigungen ihrer Arbeit sollen diese besser geschützt werden, besonders in der Gründungsphase.

Erweitern wollen die Länder Rechte des Betriebsrats beim Schutz von Daten der Beschäftigten. Gerade im Hinblick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz sowie von Homeoffice- und Gleitzeitregelungen sei es dringend geboten, den Betriebsrat einzubeziehen, heißt es in dem Beschluss.

Überarbeitet werden soll auch der Arbeitnehmerbegriff. Häufig sei es inzwischen schwierig, zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie selbstständig Tätigen zu unterscheiden. Daher müssten auch arbeitnehmerähnliche Beschäftigte in den Geltungsbereich des Betriebsverfassungsgesetzes einbezogen werden.

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung als "Rückenwind für die Mitbestimmung." Dies gelte vor allem für den besseren Schutz vor Behinderungen der Betriebsratsarbeit sowie die Mitwirkungsrechte beim Datenschutz. "Die Bundesregierung muss jetzt handeln", forderte Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Meister. "Wir erwarten, dass die Bundesregierung die Initiative der Länderkammer zeitnah aufgreift und einen Gesetzesentwurf zur Stärkung der Mitbestimmung vorlegt."

Als "Rückschritt" wertete hingegen die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die Entschließung des Bundesrats. "Statt Impulse für eine moderne, digitale Arbeitswelt zu setzen, schafft sie bloß mehr Reglementierung, lähmende Verfahren und zusätzliche Bürokratie", erklärte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. Auch sei es "zu akzeptieren, wenn die Belegschaften in den Betrieben auf eine Vertretung durch einen Betriebsrat verzichten".

B.Cretella--PV

Empfohlen

Grüne und Verbände warnen Reiche vor einem Abwürgen der Energiewende

Die Grünen sehen in den Gesetzesplänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Bedrohung für die Energiewende in Deutschland. "Ministerin Reiche möchte die Energiewende und Bürgerenergie-Projekte abwürgen und nimmt den Menschen und Unternehmen jede Planungs- und Investitionssicherheit", kritisierte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge das geplante Netzpaket Reiches gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dagegen wandten sich auch Umwelt- und Wirtschaftsverbände. Das Bundeswirtschaftsministerium verteidigte hingegen das Vorhaben.

Selenskyj: Lieferungen für ukrainische Luftverteidigung kommen "in letzter Minute"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz die westlichen Verbündeten zu rascheren Waffenlieferungen aufgefordert. "Manchmal gelingt es uns, neue Raketen für unsere Patriots oder Nasams erst kurz vor einem Angriff und manchmal sogar nur im allerletzten Moment bereitzustellen", sagte er am Samstag unter Verweis auf zwei von Deutschland und Norwegen gelieferte Luftabwehrsysteme.

Schah-Sohn Reza Pahlavi bittet Trump um "Hilfe" für iranische Bevölkerung

Der in den USA lebende Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, hat US-Präsident Donald Trump aufgerufen, dem iranischen Volk zu "helfen". "Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden. Dies ist die Forderung, die aus dem Blutvergießen meiner Landsleute widerhallt", sagte Pahlavi am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.

Großbritannien entsendet Flugzeugträgerverband in den Nordatlantik

Angesichts wachsender Sicherheitsbedenken wird Großbritannien noch in diesem Jahr einen Flugzeugträgerverband in den Nordatlantik entsenden. "Ich kann heute bekanntgeben, dass Großbritannien in diesem Jahr seinen Flugzeugträgerverband in den Nordatlantik und den Hohen Norden entsenden wird, angeführt von der 'HMS Prince of Wales', die gemeinsam mit den USA, Kanada und anderen Nato-Verbündeten operiert", sagte der britische Premierminister Keir Starmer am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).

Textgröße ändern: