Pallade Veneta - Grüne werfen Digitalministerium "Arbeitsverzug" und fehlende Konzepte vor

Grüne werfen Digitalministerium "Arbeitsverzug" und fehlende Konzepte vor


Grüne werfen Digitalministerium "Arbeitsverzug" und fehlende Konzepte vor
Grüne werfen Digitalministerium "Arbeitsverzug" und fehlende Konzepte vor / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Die Grünen-Bundestagsfraktion hat dem neu eingerichteten Digitalministerium Arbeitsverzug und das Fehlen konkreter Konzepte vorgeworfen. Mehrere Abgeordnete hatten in einer Kleinen Anfrage eine Reihe von Fragen zu Arbeitsweise, Aufstellung und Plänen des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) an die Regierung gestellt - die Antworten bezeichneten sie am Dienstag als "in weiten Teilen enttäuschend ausweichend".

Textgröße ändern:

So wollten die Grünen-Digitalpolitikerin Rebecca Lenhard und weitere Abgeordnete unter anderem wissen, welche Abteilungen im Ministerium geplant und bereits eingerichtet sind, welche Aufgaben und Stellen anderer Ressorts übernommen werden und welche Maßnahmen für eine "interministerielle Zusammenarbeit im Bereich der ressortübergreifenden Digitalpolitik" geplant sind. Dazu hieß es lediglich, das BMDS befinde sich "derzeit in Verhandlungen mit den abgebenden Ressorts". Konkreter könnten derzeit "daher noch keine Angaben gemacht werden".

Die Frage nach den Haushaltsmitteln für das Ministerium in diesem Jahr und den kommenden drei Jahren beantwortete das Ministerium damit, dass derzeit noch die Verhandlungen zu den Verwaltungsvereinbarungen mit den abgebenden Ressorts liefen. Für das Ministerium war bei der Vorlage des Haushalts für 2025 noch kein Etat angegeben worden.

Nach Informationen von "Welt" und "Business Insider" kann das Ressort von Karsten Wildberger (CDU) mit einem Budget von 6,5 Milliarden Euro rechnen. Der eigentliche Haushalt soll 2,5 Milliarden Euro betragen, die restlichen vier Milliarden Euro stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, wie die Medien unter Berufung auf den Bundesrechnungshof berichteten.

Nach den kurz-, mittel- und langfristigen eigenen Zielen befragt antwortete das Ministerium, wichtige Themen bis zum Ende dieses Jahres seien "eine Modernisierungsagenda", eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes und die Umsetzung etwa der EU-KI-Verordnung.

"Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat sich selbst als ein Ministerium für Umsetzung angekündigt", erklärte die Grünen-Politikerin Lenhard zu der Antwort auf ihre Anfrage. "Doch was wir zwei Monate nach dem Organisationserlass sehen, ist das Gegenteil: Verhandlungsrunden statt Führungsstärke, Prüfaufträge statt Entscheidungen, Intransparenz statt Offenheit." Die selbst gesetzten Prioritäten seien "alles andere als ambitioniert" und "vage".

Das Ministerium müsse nun "ins Tun kommen, Blockaden auflösen und vor allem Verantwortung übernehmen", forderte die Grünen-Politikerin. Ansonsten bleibe es ein "Ankündigungs-Ministerium".

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Papst Leo XIV. besucht Pilgerort Lourdes - Treffen mit Missbrauchsopfern

Am dritten Tag seiner Frankreich-Reise besucht Papst Leo XIV. am Sonntag den Pilgerort Lourdes. Dort wird er auch mit sieben Menschen zusammentreffen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester oder Lehrer an katholischen Schulen wurden (18.00 Uhr). Die katholische Kirche in Frankreich bemüht sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, deren Zahl eine unabhängige Kommission seit 1950 auf 330.000 geschätzt hat.

Schweizer stimmen über Stärkung der Neutralität ab

Die Wähler in der Schweiz stimmen am Sonntag in einem Volksentscheid über den Vorschlag einer Initiative ab, die eine strengere Definition des Schweizer Neutralitätsgrundsatzes durchsetzen will. Zwar ist die Neutralität bereits in der Schweizer Verfassung verankert, die Initiative "Wahrung der Schweizer Neutralität" beklagt aber, dass Bern seinen Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland aufgeweicht habe.

Hessischer Ministerpräsident Rhein fordert Fortsetzung der "Stadtbild"-Debatte

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD eine Fortsetzung der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen "Stadtbild"-Debatte gefordert. "Da sind wir wieder bei einem Thema - und das ist das Stadtbild", sagte Rhein der "Bild am Sonntag". Die von Merz angestoßene Debatte sei "richtig" gewesen. "Doch, wir müssen es diskutieren und wir müssen dann am Ende auch Lehren daraus ziehen."

Textgröße ändern: