Pallade Veneta - Miersch verteidigt neue Schulden im geplanten Haushalt für 2026

Miersch verteidigt neue Schulden im geplanten Haushalt für 2026


Miersch verteidigt neue Schulden im geplanten Haushalt für 2026
Miersch verteidigt neue Schulden im geplanten Haushalt für 2026 / Foto: jody amiet - AFP/Archiv

Vor den Beratungen des Bundeskabinetts zum Haushaltsentwurf für 2026 hat SPD-Fraktionschef Matthias Miersch die Aufnahme neuer Schulden verteidigt. In den nächsten zwei Haushaltsjahren gebe es "Rekordinvestitionen" sagte Miersch am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Diese lösten Schulden aus. "Aber wir investieren in die Zukunft", sagte Miersch. Als Beispiele dafür nannte er die Infrastruktur, den Wohnungsbau und die Bildung.

Textgröße ändern:

In diesen Bereichen habe in den vergangenen Jahren das Geld gefehlt. Insofern sei das "sehr gut angelegtes Geld". Im eigentlichen Haushalt gebe es Deckungslücken, vor allem zwischen 2027 und 2029. "Deswegen sagen wir, wir investieren jetzt in die Infrastruktur, in die Rahmenbedingungen", sagte Miersch.

"Wir wollen, dass dieses Land wieder in Gang kommt", fügte Miersch hinzu. In der Wirtschaft müsse Wachstum generiert werden, damit der Staat auch Einnahmen habe. "Dann wird die Rechnung aufgehen."

Kritik am Haushaltsentwurf kam von der Vorsitzenden des Bundestags-Haushaltsausschusses, Lisa Paus (Grüne). Sie sagte ebenfalls im "Morgenmagazin", zwar brauche es zusätzliche Investitionen. "Leider ist es aber so, dass sie nicht all das Geld in zusätzliche Investitionen stecken, sondern sie finanzieren damit auch teure Wahlgeschenke", fuhr sie fort. Sie kritisierte, dass trotz der immensen Schulden ein großes Haushaltsloch klaffe.

Für 2026 sind Ausgaben im Kernhaushalt in Höhe von 520,5 Milliarden Euro vorgesehen, die geplante Nettokreditaufnahme steigt auf 89,9 Milliarden Euro. Hinzu kommen 84,4 Milliarden Euro aus den schuldenfinanzierten Sondervermögen. In den Jahren 2027 bis 2029 gibt es eine Finanzierungslücke von gut 172 Milliarden Euro.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Diplomaten: IStGH-Vertragsstaaten beschließen Aus für Chefankläger Khan

Der unter Druck geratene Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), Karim Khan, muss gehen. Bei einer Sitzung der Vertragsstaaten in New York stimmte eine deutliche Mehrheit dafür, den britischen Juristen seines Postens zu entheben, wie Diplomaten am Freitag mitteilten. Der heute 56-jährige Khan hatte sein Amt wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens bereits vor gut einem Jahr niedergelegt.

Rekordstrafe für Google: Trump droht EU mit höheren Zöllen

Wegen eines Rekordbußgelds der Europäischen Union für Google hat US-Präsident Donald Trump den Europäern mit höheren Zöllen gedroht. Die EU werde einen "sehr hohen Preis" für die Wettbewerbsstrafe von 890 Millionen Euro zahlen, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte eine neue Zolluntersuchung gegen die EU an und begründete diese mit dem angeblichen "Ausrauben amerikanischer Unternehmen".

Streit um Aufnahmeprogramm: Afghanin erringt vor Bundesverfassungsgericht Erfolg

Niederlage für Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Rechtsstreit um die gestoppten Aufnahmeprogramme für afghanische Flüchtlinge: Eine afghanische Mutter und ihre zwei minderjährigen Söhne haben am Freitag vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe durchsetzen können, dass ihr Fall neu geprüft werden muss. Der Familie wurde ein ursprünglich zugesagtes Visum für Deutschland auf Grundlage von Vorgaben aus Dobrindts Ministerium verweigert. Das Bundesinnenministerium sieht sich indes durch die Entscheidung in seinem Kurs weitgehend bestätigt.

Streit um Rechtsruck: Ehemalige polnische Regierungspartei PiS spaltet sich auf

Wegen eines Richtungsstreits kehren in Polen rund 30 Abgeordnete der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) den Rücken. "Rund 30 Abgeordnete haben unsere Partei verlassen", sagte der Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski am Freitag. Er hatte den Abgeordneten für eine Loyalitätserklärung ein Ultimatum bis Donnerstagabend gestellt. Die Abgeordneten erklärten, sie seien ausgeschlossen worden. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine mögliche Koalition der PiS mit Rechtsaußenparteien, um die Parlamentswahl im kommenden Jahr zu gewinnen.

Textgröße ändern: