Pallade Veneta - Kolumbianischer Präsidentschaftskandidat Uribe zwei Monate nach Attentat gestorben

Kolumbianischer Präsidentschaftskandidat Uribe zwei Monate nach Attentat gestorben


Kolumbianischer Präsidentschaftskandidat Uribe zwei Monate nach Attentat gestorben
Kolumbianischer Präsidentschaftskandidat Uribe zwei Monate nach Attentat gestorben / Foto: JAIME SALDARRIAGA - AFP/Archiv

Der vor zwei Monaten bei einem Wahlkampfauftritt angeschossene kolumbianische Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe ist gestorben. "Du wirst immer die Liebe meines Lebens sein. Danke für ein Leben voller Liebe", schrieb Uribes Ehefrau María Claudia Tarazona am Montag im Onlinedienst Instagram. Die kolumbianische Vizepräsidentin Francia Márquez betonte in Reaktion auf den Tod des 39-Jährigen, dass Gewalt nicht weiter das "Schicksal" des südamerikanischen Landes bestimmen dürfe.

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Auf den konservativen Senator war am 7. Juni während eines Wahlkampfauftritts in der Hauptstadt Bogotá geschossen worden. Zwei Schüsse trafen Uribe am Kopf, ein weiterer am Knie. Der 15-jährige Schütze konnte festgenommen werden.

Am Samstag teilten Uribes behandelnde Ärzte nach zwei Monaten intensiver Behandlungen und mehrerer Operationen mit, dass sich sein Gesundheitszustand lebensbedrohlich verschlechtert habe. Der Politiker starb nun an den Folgen des Attentats.

Uribe war Senator und Mitglied der Partei Demokratisches Zentrum des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe. Die beiden Politiker sind nicht verwandt. Der 39-Jährige hatte bei der Präsidentschaftswahl im Mai kommenden Jahr antreten wollen. Der konservative Politiker war ein dezidierter Kritiker des linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro.

Kolumbiens Vizepräsidentin Márquez erklärte im Onlinedienst X: "Heute ist ein trauriger Tag für das Land." Gewalt dürfe nicht weiterhin das "Schicksal" Kolumbiens bestimmen. "Demokratie wird nicht mit Kugeln oder Blut aufgebaut, sondern mit Respekt und Dialog", fügte sie hinzu.

US-Außenminister Marco Rubio sprach Uribes Familie und den Kolumbianern die "Solidarität" der Vereinigten Staaten aus - "sowohl in der Trauer als auch in der Forderung nach Gerechtigkeit".

Die Behörden hatten nach dem Attentat sechs Verdächtige festgenommen, darunter den 15-jährigen mutmaßlichen Schützen. Die Behörden vermuten, dass eine Splittergruppe der mittlerweile aufgelösten Guerilla-Organisation Farc hinter dem Anschlag steckt.

Das Attentat löste Befürchtungen bei vielen Menschen in dem südamerikanischen Land aus, dass es zu einer Gewaltspirale wie in den 80er und 90er Jahren kommen könnte, als bewaffnete Angriffe der Drogenkartelle und Morde an Politikern zum Alltag gehört hatten.

Uribe war der Enkel des ehemaligen Präsidenten Julio César Turbay (1978-1982). An der US-Eliteuniversität Harvard legte er einen Master im Fach öffentliche Verwaltung ab. Im Alter von 26 Jahren wurde er in den Stadtrat von Bogotá gewählt und später dessen jüngster Vorsitzender. 2019 wurde Uribe dann zum Senator gewählt.

Uribe war ein entschiedener Gegner der Guerillagruppen und mächtigen Drogenkartelle in Kolumbien. Seine Mutter wurde entführt und erschossen, als er noch ein Kind war. Der Tod seiner Mutter habe zu seinem Bestreben geführt, "gegen Gewalt und Drogen-Terrorismus" zu kämpfen, schrieb der Politiker auf seiner Website.

G.Riotto--PV

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