Pallade Veneta - Spannungen mit Venezuela überschatten Wahl in Guyana

Spannungen mit Venezuela überschatten Wahl in Guyana


Spannungen mit Venezuela überschatten Wahl in Guyana
Spannungen mit Venezuela überschatten Wahl in Guyana / Foto: JOAQUIN SARMIENTO - AFP

Inmitten der Spannungen mit dem Nachbarland Venezuela ist am Montag in Guyana ein neues Parlament gewählt worden. Die Wahllokale öffneten am Montagmorgen und sollten bis zum Abend (Mitternacht MESZ) geöffnet bleiben. Die Partei, die als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgeht, bestimmt den nächsten Präsidenten. Am Sonntag hatten die Behörden des ölreichen Landes Schüsse aus Venezuela auf ein Schiff mit Wahlunterlagen für die von beiden Ländern beanspruchte Region Essequibo gemeldet.

Textgröße ändern:

Als Favoriten der Wahl in Guyana gelten der amtierende Staatschef Irfaan Ali, der Oppositionskandidat Aubrey Norton und der Milliardär Azruddin Mohamed, der mit einer neuen Partei das traditionelle Zwei-Parteien-System aufbrachen will. Das Wahlergebnis wird frühestens für Donnerstag erwartet.

Der künftige Präsident muss die riesigen Ölvorkommen in dem südamerikanischen Land verwalten, dank derer sich der Staatshaushalt innerhalb von fünf Jahren vervierfacht hat. Guyana verzeichnete im vergangenen Jahr mit gut 43 Prozent das höchste Wirtschaftswachstum in Lateinamerika.

Einen Tag vor der Wahl hatten die Behörden einen Zwischenfall in der von Guyana und Venezuela beanspruchten Region Essequibo gemeldet. Aus dem Nachbarland seien am Sonntagnachmittag (Ortszeit) Schüsse auf ein Patrouillenschiff mit Wahlunterlagen für die Region auf dem Fluss Cuyuní in Essequibo abgegeben worden, erklärten Guyanas Armee und Polizei. Unmittelbar nach dem Beschuss in Höhe des Ortes Bamboo habe die Besatzung des guyanischen Patrouillenbootes zurückgeschossen.

Bei dem Vorfall sei auf guyanischer Seite niemand verletzt worden, hieß es in der Mitteilung von Armee und Polizei. Die Besatzung habe ihre Fahrt fortgesetzt und die Wahlunterlagen planmäßig zu den Wahllokalen gebracht. Die mutmaßlichen Verantwortlichen für den Angriff benannten die guyanischen Sicherheitsbehörden nicht. Sie erklärten lediglich, die Schüsse seien "vom venezolanischen Ufer" abgegeben worden.

Die beiden Nachbarländer haben einander in der Vergangenheit wiederholt Schüsse auf ihre Schiffe vorgeworfen. Meist schrecken sie aber davor zurück, das Militär des jeweils anderen Landes öffentlich verantwortlich zu machen. Hintergrund der Vorwürfe ist der Streit zwischen Guyana und Venezuela um das Gebiet Essequibo, das zwei Drittel der Landfläche Guyanas ausmacht.

Venezuela reklamiert Essequibo seit mehr als einem Jahrhundert für sich. Caracas' Begehrlichkeiten nahmen zu, nachdem ExxonMobil 2015 in dem Gebiet Ölvorkommen entdeckt hatte. In Essequibo leben rund 125.000 der insgesamt rund 850.000 Bewohner der ehemaligen britischen und niederländischen Kolonie Guyana. In dem Gebietsstreit hatte Guyanas scheidender Staatschef Irfaan Ali eine harte Haltung eingenommen und Rückendeckung der USA erhalten.

Im April 2024 ließ Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro ein Gesetz verabschieden, das Essequibo zu einem Bundesstaat Venezuelas erklärt und die Einrichtung "geheimer Militärbasen" durch die USA in der Region anprangert. Die Regierung in Georgetown nannte das Gesetz einen "eklatanten Verstoß" gegen das Völkerrecht. US-Außenminister Marco Rubio hatte im März bei einem Besuch in Guyana vor "Konsequenzen" für Venezuela gewarnt, sollte es das Nachbarland angreifen.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Keine Deeskalation in Sicht: Erneut US-Angriffe auf Iran und Gegenschläge Teherans

Im Iran-Krieg scheint eine Deeskalation nicht in Sicht, im Gegenteil: Die US-Streitstreitkräfte haben erneut Angriffe auf Ziele im Iran gestartet, im Gegenzug meldete die Armee der Islamischen Republik in der Nacht zum Donnerstag Attacken auf US-Stützpunkte in der Region. Inmitten der Spannungen ließ Teheran eine seit mehr als anderthalb Jahren im Iran festgehaltene US-Staatsbürgerin ausreisen.

Iranische Staatsmedien: Luftabwehrsysteme in Teheran aktiviert

In Teheran sind am Donnerstagmorgen laut den Berichten iranischer Staatsmedien die Luftabwehrsysteme aktiviert worden. "Das Signal zur Aktivierung der Verteidigungssysteme war in mehreren Teilen Teherans zu hören", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Unter anderem sei das Alarmsignal "im Westen und Osten der iranischen Hauptstadt" zu hören gewesen. Opfer seien zunächst nicht gemeldet worden, hieß es bei Irna weiter.

Trump: Iran hat "zu Unrecht" festgehaltene US-Staatsbürgerin ausreisen lassen

Inmitten der zunehmenden Eskalation im Iran-Krieg hat die Führung in Teheran eine seit mehr als anderthalb Jahren im Iran festgehaltene US-Staatsbürgerin ausreisen lassen. "Sie befindet sich nun sicher außerhalb des Iran und ist wohlauf", schrieb US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auf seiner Online-Plattform Truth Social. "Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens von Seiten des Iran zu schätzen!"

Merz und Steinmeier empfangen algerischen Präsidenten Tebboune in Berlin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen am Donnerstag den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune in Berlin. Nach einem Empfang bei Steinmeier mit militärischen Ehren in der Villa Borsig und einem anschließenden Gespräch um 11.30 Uhr trifft Tebboune Merz um 14.15 Uhr im Bundeskanzleramt. Nach einem Vier-Augen-Gespräch wollen Merz und Tebboune um 15.15 Uhr gemeinsam vor die Presse treten.

Textgröße ändern: