Pallade Veneta - Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien: Königlicher Empfang und Proteste

Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien: Königlicher Empfang und Proteste


Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien: Königlicher Empfang und Proteste
Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien: Königlicher Empfang und Proteste / Foto: JUSTIN TALLIS - AFP

Ein pompöser Empfang auf der einen Seite, massive Proteste auf der anderen: US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch mit seiner Frau Melania den ersten Tag seines Staatsbesuchs in Großbritannien absolviert, mit einem Empfang durch die britische Königsfamilie, einer gemeinsamen Kutschfahrt auf Schloss Windsor, einer Militärzeremonie sowie einem Staatsbankett am Abend. Der Staatsbesuch fand abseits der Hauptstadt London statt, wo am Nachmittag Tausende gegen den US-Präsidenten demonstrierten, dem sie unter anderem Rassismus vorwarfen.

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Trump und seine Frau, die am Dienstagabend in London gelandet waren, flogen am Mittwoch per Hubschrauber zum Schloss Windsor. Dort wurden sie zunächst vom britischen Thronfolger Prinz William und dessen Frau Catherine begrüßt, anschließend von König Charles III. und Königin Camilla. Es folgte eine gemeinsame Kutschfahrt auf dem Gelände des Schlosses.

Später verfolgten Trump und die First Lady an der Seite des britischen Königspaares eine Militärzeremonie, an der rund 120 Pferde und 1300 Soldaten teilnahmen; es war die größte Militärzeremonie zu Ehren eines Staatsgastes in der jüngeren Geschichte des Landes. Am Abend war ein Staatsbankett mit Reden des britischen Königs und des US-Präsidenten geplant.

Trump ist der erste US-Präsident, dem die Ehre eines zweiten Staatsbesuchs in Großbritannien zuteil wird. Unter den Briten stößt sein Besuch jedoch auch auf Protest. An einer Kundgebung in London nahmen Schätzungen zufolge rund 3000 Menschen teil. Einige Teilnehmer hielten Plakate mit Aufschriften wie "Migranten sind willkommen, Trump ist nicht willkommen" oder "Nein zum Rassismus, nein zu Trump" hoch.

Zu den Protesten hatte ein Bündnis mit dem Namen "Stop Trump" aufgerufen. "Wir wollen den Briten die Gelegenheit geben, ihren Hass gegen Donald Trump, gegen seine Politik und seinen Rassismus auszudrücken", sagte Zoe Gardner von "Stop Trump". Nach Angaben der Londoner Polizei waren mehr als 1600 Sicherheitsbeamte im Einsatz.

"Es macht mir Angst, wie die Welt von wirklich bösen Menschen überrannt wird", sagte die 58-jährige Demonstrantin Jo Williamson. "Wir hatten hier am Wochenende eine große, sehr rassistische Demonstration und wollten uns dazu äußern", fügte sie mit Blick auf die von dem rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson organisierte Kundgebung mit mindestens 110.000 Teilnehmern am vergangenen Samstag hinzu.

Lynn Iliffe, eine Rentnerin aus dem Osten Londons, schwenkte ein Plakat, auf dem jedem Buchstaben aus Trumps Name eine Eigenschaft zugeschrieben wurde: "Tyrant, Racist, Untruthful, Misogynist, Putinist" (Tyrann, Rassist, Unaufrichtig, Frauenfeind, Putinist).

Trump ist Umfragen zufolge in Großbritannien extrem unbeliebt. Im Rahmen seines Staatsbesuches sind keine öffentlichen Termine in London geplant. Auch eine sonst bei Staatsbesuchen übliche Rede des Gasts vor dem Parlament wird aufgrund einer Parlamentspause nicht stattfinden. Dies hat zu Spekulationen geführt, die Labour-Regierung könne den Besuchstermin bewusst gewählt haben, um eine möglicherweise heikle Rede Trumps vor dem Parlament zu vermeiden.

Bereits am Dienstagabend hatten sich Gegner von Trump in Windsor versammelt, um gegen den Besuch des US-Präsidenten zu protestieren. Die Gruppe Led by Donkeys projizierte Aufnahmen auf Schloss Windsor, auf denen der US-Präsident gemeinsam mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu sehen ist. Es gab mehrere Festnahmen.

Am Mittwoch versammelten sich einige dutzend Schaulustige in Windsor. "Es ist traurig, dass die Öffentlichkeit den Präsidenten nicht sehen kann", sagte die 40-jährige Charlene Bryan, die aus London angereist war. Trump war bereits 2019 während seiner ersten Amtszeit zu einem Staatsbesuch nach Großbritannien gereist. Damals wurde er von Königin Elizabeth II., der Mutter von König Charles III., empfangen. Am Mittwoch legte Trump einen Kranz am Grab der Queen nieder.

Am Donnerstag kommt der US-Präsident mit dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammen. Auf Starmers Landsitz Chequers soll nach britischen und US-Angaben ein milliardenschweres Wirtschaftsabkommen zu Technologie und Atomkraft unterzeichnet werden.

Vor seinem Abflug hatte der US-Präsident gesagt, er wolle seinen Besuch im Vereinigten Königreich nutzen, um das beiderseitige Handelsabkommen vom Mai weiter auszuarbeiten. Die USA und Großbritannien hatten Anfang Mai ein Grundsatzabkommen zu Zöllen und zum Handel geschlossen.

I.Saccomanno--PV

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