Pallade Veneta - 15 Verdächtige in Litauen wegen von Russland beauftragten Paketbränden in Europa angeklagt

15 Verdächtige in Litauen wegen von Russland beauftragten Paketbränden in Europa angeklagt


15 Verdächtige in Litauen wegen von Russland beauftragten Paketbränden in Europa angeklagt
15 Verdächtige in Litauen wegen von Russland beauftragten Paketbränden in Europa angeklagt / Foto: JOHN MACDOUGALL - AFP/Archiv

Litauen hat nach mehreren Paketbränden in Europa im vergangenen Jahr 15 mutmaßlich von Russland beauftragte Verdächtige wegen "terroristischer Straftaten" angeklagt. Die Staatsanwaltschaft in Vilnius erklärte am Mittwoch, die Verdächtigen hätten die Versandunternehmen DHL und DPD genutzt, um vier Pakete mit in Kosmetikbehältern verstecktem Sprengstoff aus der litauischen Hauptstadt in verschiedene europäische Länder zu verschicken, darunter Deutschland, Polen und Großbritannien.

Textgröße ändern:

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es, die Straftaten seien "von Bürgern der Russischen Föderation organisiert und koordiniert wurden, die mit den militärischen Geheimdiensten der Russischen Föderation in Verbindung stehen".

Im Sommer vergangenen Jahres waren Pakete mit Brandsätzen in Lagerhäusern des Logistikkonzerns DHL in Leipzig und im britischen Birmingham aufgetaucht, wo sie in Brand gerieten. In Polen setzte ein Paket auch einen DHL-Lkw in Brand. Nach dem Brand in Leipzig leitete die Bundesanwaltschaft Ermittlungen ein.

Laut dem damaligen Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang hätte die brennende Paketsendung in Leipzig einen Flugzeugabsturz auslösen können. Sicherheitsbehörden zufolge sei es nur ein glücklicher Zufall gewesen, dass die Pakete nicht während des Fluges Feuer gefangen hätten.

Ein vierter Sprengkörper sei nicht explodiert, erklärte die litauische Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Sie fügte hinzu, dass es sich um eine internationale Ermittlung handele. Bei den Angeklagten handelt es sich demnach um russische, litauische, lettische, estnische und ukrainische Staatsbürger. Wie viele von ihnen in Haft sind, war zunächst unklar.

Die Paketanschläge reihen sich ein in eine Serie verdächtiger Vorfälle, über die ein Recherchekollektiv von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" im April berichtet hatte. Demnach gehen die westlichen Geheimdienste davon aus, dass der russische Militärgeheimdienst GRU hinter den Paketbränden steckte. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine habe der GRU bereits mehrere Anschläge und Sabotageakte begangen. Unter anderem wird er verantwortlich gemacht für einen Brandanschlag auf ein Möbelhaus in Litauen 2024.

Eine dem GRU zugeordnete Gruppe soll zudem in Deutschland ab Ende 2022 einen Cyberangriff auf die SPD-Zentrale und Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Rüstung, Luft- und Raumfahrt und IT begangen haben.

Laut dem Recherchekollektiv soll ein GRU-Oberst an den Sabotageplänen in Leipzig beteiligt gewesen sein, der seit Dezember 2024 von der Europäischen Union sanktioniert ist. In der veröffentlichten Sanktionsbegründung heißt es laut den Medien, der GRU-Oberst habe über soziale Medien "Agenten für Sabotageakte in der Union" rekrutiert. Verdächtige in Litauen, Polen, Bosnien-Herzegowina und Großbritannien seien daraufhin festgenommen worden.

Die russische Botschaft in Berlin hatte im April bestritten, dass Moskau hinter den Vorfällen steckt. Sie sprach von "Paranoia" und "Verschwörungstheorien".

P.Colombo--PV

Empfohlen

Iran bekräftigt Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen

Die iranische Regierung hat ihren bereits zuvor unterbreiteten Vorschlag an die USA zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt. "Die Frist von sieben Tagen beginnt, sobald die Vereinigten Staaten diesen Plan akzeptieren", sagte Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag vor Journalisten bei der UNO in New York. Die Entscheidung liege nun in Washington.

Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi Jinping ist nach Ansicht von Fachleuten höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern. Der Datenforensiker Matthew Stamm von der Drexel University sagte der Nachrichtenagentur AFP, das von Trump veröffentlichte Foto, auf dem der Präsident neben Xi während des Überflugs eines Jets salutiert, weise "mit hoher Sicherheit" Spuren auf, "die von generativer KI hinterlassen wurden."

Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook-Mutter Meta unterliegt vor US-Gericht

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten hat der Mutterkonzern Meta einen Prozess in den USA verloren. Ein Geschworenengericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico entschied am Freitag nach Angaben von US-Medien, Meta habe Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht. Dem Konzern droht nun eine Geldbuße in Milliardenhöhe.

Putin: Russland bereitet sich nicht auf "irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat beteuert, dass sich sein Land "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vorbereite. "Viele in Europa sagen, dass sie eine Aggression vonseiten der Russischen Föderation erwarten und dass sie sich deshalb selbst auf Kämpfe, auf einen Krieg mit Russland, vorbereiten müssen", sagte Putin am Freitag vor Journalisten in St. Petersburg. Er wolle jedoch nochmals unterstreichen, dass Russland keine Vorbereitungen für eine solche Aggression treffe.

Textgröße ändern: