Pallade Veneta - Luftwaffenstützpunkt Bagram: Trump droht Afghanistan mit "schlimmen Dingen"

Luftwaffenstützpunkt Bagram: Trump droht Afghanistan mit "schlimmen Dingen"


Luftwaffenstützpunkt Bagram: Trump droht Afghanistan mit "schlimmen Dingen"
Luftwaffenstützpunkt Bagram: Trump droht Afghanistan mit "schlimmen Dingen" / Foto: ROSLAN RAHMAN - AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einer Rückgabe des US-Luftwaffenstützpunkts Bagram in Afghanistan erneuert - und mit einer Drohung an die radikalislamischen Taliban verknüpft. "Wenn Afghanistan den Luftwaffenstützpunkt Bagram nicht an diejenigen zurückgibt, die ihn gebaut haben, nämlich die Vereinigten Staaten von Amerika, werden schlimme Dinge passieren", schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Die in Afghanistan herrschenden Taliban wiesen die Drohung zurück.

Textgröße ändern:

"Ein Deal über auch nur einen Zentimeter afghanischen Bodens ist nicht möglich", erklärte am Sonntag der Stabschef des afghanischen Verteidigungsministeriums, Fasihuddin Fitrat. "Kürzlich haben einige erklärt, sie hätten Verhandlungen mit Afghanistan über die Rückeroberung des Luftwaffenstützpunkts Bagram aufgenommen", sagte er laut afghanischen Medien. Es werde aber keinen Deal geben. "Wir brauchen ihn nicht."

Später hieß es in einer offiziellen Erklärung der Taliban-Regierung, dass "die Unabhängigkeit und territoriale Integrität Afghanistans von größter Bedeutung sind".

Trump hatte am Donnerstag bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien erstmals öffentlich erwähnt, dass seine Regierung den 2021 aufgegebenen Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückhaben will. "Wir wollen diesen Stützpunkt zurück", sagte er bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer. Als einen der Gründe, warum die USA die Basis zurück haben wollten, nannte er, dass sie "eine Stunde entfernt von dem Ort liegt, wo China seine Atomwaffen herstellt".

Trump hatte die Aufgabe des Stützpunkts 2021 seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus wiederholt kritisiert, vor allem im Zusammenhang mit seiner generellen Kritik am US-Truppenabzug aus Afghanistan unter seinem Vorgänger Joe Biden. Trump beklagte sich auch über den wachsenden Einfluss Chinas in Afghanistan.

Als Trump am Samstag am Weißen Haus von Journalisten gefragt wurde, ob er erwäge, US-Soldaten zur Rückeroberung von Bagram nach Afghanistan zu schicken, sagte er: "Darüber werden wir nicht reden, aber wir reden jetzt mit Afghanistan und wir wollen ihn zurück, und zwar bald, sofort. Und wenn sie es nicht tun, werden Sie erfahren, was ich tun werde." Konkreter äußerte sich der US-Präsident aber nicht.

Bagram ist der größte Luftwaffenstützpunkt Afghanistans, er liegt etwa 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA und dem daraufhin folgenden Einmarsch einer von Washington angeführten internationalen Koalition in Afghanistan diente der Stützpunkt zwei Jahrzehnte lang den USA und der Nato als Basis für ihren Kampf gegen die Taliban.

2021 verließen die westlichen Truppen in einem teils chaotischen Abzug das Land. Im August 2024 hielten die Taliban in Bagram zum dritten Jahrestag ihrer Machtübernahme eine Militärparade ab, an ihr nahmen unter anderem Diplomaten aus China und dem Iran teil.

Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die Taliban im August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und ein sogenanntes islamisches Emirat ausgerufen. Seither setzen sie ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch und beschneiden insbesondere Frauenrechte.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Diplomatenkreise: USA übergeben zwei wichtige Nato-Kommandoposten an Europäer

Die USA übergeben Diplomatenkreisen zufolge zwei wichtige regionale Kommandoposten bei der Nato an europäische Staaten. Washington werde die Leitung des für den Süden zuständigen Nato-Kommandos in Neapel an Italien und die Leitung des für den Norden zuständigen Kommandos in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia an Großbritannien abgeben, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Nato-Diplomatenkreisen erfuhr. Die USA werden demnach im Gegenzug das Kommando über die Nato-Seestreitkräfte mit Sitz in Großbritannien übernehmen.

Trotz Festnahme von Vertrautem: Nobelpreisträgerin Machado will nach Venezuela zurück

Trotz der erneuten Festnahme eines ihrer Vertrauten will die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in ihre Heimat zurückkehren. Die Festnahme von Juan Pablo Guanipa nur wenige Stunden nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis werde sie nicht von ihrem Vorhaben abhalten, sagte die Oppositionspolitikerin am Montag in Washington der Nachrichtenagentur AFP. "Das beeinflusst meine Rückkehr absolut nicht. Im Gegenteil."

Epstein-Komplizin Maxwell verweigert Aussage und fordert Begnadigung durch Trump

Die Komplizin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, hat eine Anhörung im US-Repräsentantenhaus verweigert. Maxwell berief sich am Montag auf ihr Recht zu schweigen, wie der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, mitteilte. Sie sei nach Angaben ihres Anwalts nur dann zu einer Aussage bereit, wenn US-Präsident Donald Trump sie begnadige.

US-Vizepräsident JD Vance besucht Armenien und Aserbaidschan

US-Vizepräsident JD Vance ist am Montag nach Armenien gereist. Nach Beratungen mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan in der Hauptstadt Eriwan will er am Dienstag ins Nachbarland Aserbaidschan weiterreisen. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, Vance werde die beiden Kaukasusstaaten besuchen, um die "Friedensbemühungen" der USA fortzusetzen.

Textgröße ändern: