Pallade Veneta - Guterres: Geldkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit haben verheerende Folgen

Guterres: Geldkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit haben verheerende Folgen


Guterres: Geldkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit haben verheerende Folgen
Guterres: Geldkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit haben verheerende Folgen / Foto: TIMOTHY A. CLARY - AFP

Zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York hat Generalsekretär António Guterres die gravierenden Folgen der Mittelkürzungen für die weltweite Entwicklungszusammenarbeit angeprangert. "Kürzungen der Entwicklungshilfe haben verheerende Auswirkungen", sagte Guterres am Dienstag vor den in New York versammelten Staats- und Regierungschefs. "Sie sind für viele ein Todesurteil. Für noch viel mehr Menschen bedeuten sie eine gestohlene Zukunft."

Textgröße ändern:

Guterres erwähnte in seiner Kritik nicht ausdrücklich die USA, die unter der Führung von Präsident Donald Trump bedeutenden Finanzmittel für die UNO gestrichen haben. Der UN-Generalsekretär verwies in seiner Rede auf die zahlreichen Krisenherde in der Welt und warnte vor der Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen. "Viel zu viele Krisen bleiben unkontrolliert. Straflosigkeit herrscht vor. Gesetzlosigkeit ist ansteckend. Sie führt zu Chaos, beschleunigt den Terror und birgt die Gefahr eines nuklearen Wettrüstens", sagte Guterres.

Die Präsidentin der UN-Vollversammlung und frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung der UNO als "Kompass für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit" in der Welt. Angesichts der weltweiten Krisen und Konflikte hob sie hervor, dass nicht die nach den verheerenden Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges 1945 unterzeichnete Gründungscharta der UNO versagt habe und auch nicht die UNO als Institution.

"Die Charta ist nur so stark wie die Bereitschaft der Mitgliedstaaten, diese einzuhalten - und die Bereitschaft, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die gegen sie verstoßen", sagte Baerbock. "Wie vor 80 Jahren stehen wir an einem Scheideweg. Und es liegt an uns, an jedem einzelnen Mitgliederstaat, der gleichen Führungsrolle gerecht zu werden wie unsere Vorgänger." Die Grundsätze der Gründungscharta müssten hochgehalten werden, um "der ganzen Welt zu zeigen, dass diese Vereinten Nationen da sind", forderte Baerbock - "heute, morgen und für die nächsten acht Jahrzehnte, denn schließlich sind sie die Lebensversicherung für jedes Land".

Bei ihrer Wahl im Juni hatte die frühere deutsche Außenministerin allen 193 Mitgliedstaaten der UNO eine Zusammenarbeit "in stürmischen geopolitischen Zeiten" zugesichert und angekündigt, den Reformprozess bei den Vereinten Nationen vorantreiben zu wollen. Auch am Dienstag verwies sie darauf, dass die UNO einer "Renovierung" bedürfe und verwies darauf, dass in den 80 Jahren ihres Bestehens der UNO noch nie eine Frau das Amt der UN-Generalsekretärin innehatte.

Mit Blick auf die am Dienstag anstehende Rede Trumps sagte US-Außenminister Marco Rubio dem Sender Fox News, der US-Präsident werde die UNO aufrufen, ihrer Bedeutung, ihrem Zweck und ihrem Nutzen als Organisation gerecht zu werden - "denn offensichtlich macht sie nicht ihre Arbeit und ist ziemlich gut darin, viel Geld auszugeben". Trump hatte im Zuge seiner "America First"-Politik (Amerika zuerst) den Kurs der UNO wiederholt scharf kritisiert und nach seinem Amtsantritt im Januar erhebliche Kürzungen der Gelder veranlasst.

Bei der Generaldebatte in New York debattieren einmal jährlich im Herbst mehr als hundert Staats- und Regierungschefs über die weltpolitischen Herausforderungen. Die diesjährige Generaldebatte wird insbesondere vom Gaza-Krieg und dem Krieg in der Ukraine beherrscht. Die Bundesregierung wird in New York durch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vertreten, der am Samstag vor der Vollversammlung sprechen wird.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi Jinping ist nach Ansicht von Fachleuten höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern. Der Datenforensiker Matthew Stamm von der Drexel University sagte der Nachrichtenagentur AFP, das von Trump veröffentlichte Foto, auf dem der Präsident neben Xi während des Überflugs eines Jets salutiert, weise "mit hoher Sicherheit" Spuren auf, "die von generativer KI hinterlassen wurden."

Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook-Mutter Meta unterliegt vor US-Gericht

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten hat der Mutterkonzern Meta einen Prozess in den USA verloren. Ein Geschworenengericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico entschied am Freitag nach Angaben von US-Medien, Meta habe Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht. Dem Konzern droht nun eine Geldbuße in Milliardenhöhe.

Putin: Russland bereitet sich nicht auf "irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat beteuert, dass sich sein Land "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vorbereite. "Viele in Europa sagen, dass sie eine Aggression vonseiten der Russischen Föderation erwarten und dass sie sich deshalb selbst auf Kämpfe, auf einen Krieg mit Russland, vorbereiten müssen", sagte Putin am Freitag vor Journalisten in St. Petersburg. Er wolle jedoch nochmals unterstreichen, dass Russland keine Vorbereitungen für eine solche Aggression treffe.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien "auf das Schärfste"

Die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Saudi-Arabien sind einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verurteilt worden. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Textgröße ändern: