Pallade Veneta - Israelischer Ex-Geheimdienstchef Ajalon: Berlin sollte Palästinenserstaat anerkennen

Israelischer Ex-Geheimdienstchef Ajalon: Berlin sollte Palästinenserstaat anerkennen


Israelischer Ex-Geheimdienstchef Ajalon: Berlin sollte Palästinenserstaat anerkennen
Israelischer Ex-Geheimdienstchef Ajalon: Berlin sollte Palästinenserstaat anerkennen / Foto: YOAV LEMMER - AFP/Archiv

Der ehemalige Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Ami Ajalon, hat Deutschland zur Anerkennung eines Palästinenserstaates aufgerufen. Die Anerkennung eines Staates Palästina würde Hoffnung machen, sagte der im Jahr 2000 aus dem Amt geschiedene Ajalon im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Schließlich bestehe der einzige Weg, die islamistische Hamas zu besiegen, darin, eine Realität von zwei Staaten zu schaffen.

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Als Verfechter der Zweistaatenlösung sprach sich Ajalon dafür aus, dass Vertreter eines palästinensischen Staates gleichberechtigt mit denen des Staates Israel am Verhandlungstisch sitzen müssten. Die Anerkennung eines Staates Palästina wäre aus seiner Sicht eine Botschaft an die Radikalen auf beiden Seiten des Nahost-Konflikts.

Ajalon, der früher auch Oberbefehlshaber der israelischen Marine war, drang in dem DLF-Interview außerdem darauf, dass die israelische Regierung den Gaza-Krieg beenden müsse. In historischer Perspektive habe Israel einen der brillantesten Siege in seiner Militärgeschichte errungen, urteilte Ajalon mit Blick auf Israels militärisches Vorgehen gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und den Iran. Die gesamte Kommandostruktur und die Waffeninfrastruktur der Hamas seien zerstört. "Mehr kann eine Armee nicht erreichen", sagte Ajalon.

Bis Ende 2024 habe Israel im Gazastreifen einen gerechten Verteidigungskrieg geführt, seitdem sei der Krieg allerdings unnötig und "nicht gerecht". Dennoch ist das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen aus Ajalons Sicht "in keiner Weise ein Völkermord". Schließlich verfolge Israel nicht die Absicht, das palästinensische Volk zu vernichten. Allerdings sei es aber für die schlimme humanitäre Katastrophe in dem Palästinensergebiet verantwortlich.

Den Angriff der israelischen Luftwaffe auf Vertreter der Hamas-Führung in Katar kritisierte Ajalon als "nicht gerechtfertigt" und "ineffektiv". Er vertrete mit der großen Mehrheit der Israelis die Auffassung, "dass es eine Operation war, um ein Abkommen zur Befreiung der Geiseln zu verhindern", sagte der Ex-Geheimdienstchef mit Blick auf die von der Hamas nach Gaza verschleppten Israelis.

Mehrere westliche Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien und Kanada, hatten in den vergangenen Tagen einen Palästinenserstaat anerkannt. Damit wollen sie die Bemühungen um die sogenannte Zweistaatenlösung wiederbeleben, welche die friedliche Existenz eines Palästinenserstaats an der Seite Israels vorsieht. Deutschland gehört wie die USA hingegen nicht zu den inzwischen mehr als 150 der 193 UN-Mitgliedstaaten, die einen Palästinenserstaat anerkennen.

O.Mucciarone--PV

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