Pallade Veneta - Anteil von Ostdeutschen mit Top-Jobs in Bundesverwaltung sinkt

Anteil von Ostdeutschen mit Top-Jobs in Bundesverwaltung sinkt


Anteil von Ostdeutschen mit Top-Jobs in Bundesverwaltung sinkt
Anteil von Ostdeutschen mit Top-Jobs in Bundesverwaltung sinkt / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

35 Jahre nach der deutschen Vereinigung kommt die Förderung der Karrieren von Ostdeutschen in der Bundesveraltung nicht wie von der Bundesregierung gewünscht voran. Im Gegenteil - von 2022 bis 2025 ging der Anteil gebürtiger Ostdeutscher auf der obersten Leitungsebene der Bundesverwaltung sogar zurück, von 6,8 auf 3,7 Prozent: Dies geht aus dem Jahresbericht hervor, den die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Textgröße ändern:

Werden die in Berlin Geborenen aus der Statistik herausgenommen, sank der Anteil Ostdeutscher auf der obersten Leitungsebene demnach sogar von 4,5 auf 1,9 Prozent. Dies ist weit entfernt vom Ziel der Bundesregierung, Ostdeutsche in den Leitungsebenen ihrem Bevölkerungsanteil von rund 20 Prozent entsprechend zu repräsentieren.

Auch wenn der Anteil Ostdeutscher auf der höchsten Leitungsebene zurückging, stieg er bei der Betrachtung aller Führungskräfte in den Bundesbehörden - also auch jener auf der mittleren Ebene und der Nachwuchsebene - etwas an: von 13,9 Prozent im Jahr 2022 auf 15,5 Prozent in diesem Jahr.

Berücksichtigt wurden dabei rund 14.000 Führungskräfte sowie 341 Richterinnen und Richter an den obersten Bundesgerichten. "Damit sind Fortschritte sichtbar, zugleich bleibt die Lücke zum Bevölkerungsanteil bestehen", heißt es in dem Bericht.

In den mittleren Führungsebenen zeigte sich dem Bericht der Ostbeauftragten zufolge eine positive Entwicklung. So stieg der Anteil Ostdeutscher bei den Unterabteilungsleitungen von 9,6 auf 12,5 Prozent, bei den Referatsleitungen von 15,1 auf 16,7 Prozent. Bei den Abteilungsleitungen blieb der Anteil gebürtiger Ostdeutscher mit 8,8 Prozent nahezu konstant.

Als "besonders ermutigend" wertet der Bericht die Entwicklung auf der Nachwuchsebene der Bundesverwaltung. Der Anteil mit ostdeutschem Geburtsort lag hier 2025 bei 24,8 Prozent. Damit übersteigt die Quote in Teilen sogar den Bevölkerungsanteil und deutet "auf ein erhebliches Potenzial für künftige Führung hin", wie es in dem Bericht heißt.

Als Fazit resümiert der Bericht: "35 Jahre nach der deutschen Einheit sind Ostdeutsche in Spitzenfunktionen der Bundesverwaltung und Justiz weiterhin klar unterrepräsentiert." Ziel der Bundesregierung sei es, die "positive Dynamik zu verstetigen, bestehende Hürden abzubauen und die Repräsentationslücke Schritt für Schritt zu schließen".

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Mögliche Hormus-Mission: Großbritannien schickt Zerstörer in die Golfregion

Die britische Armee hat am Samstag angekündigt, den Zerstörer "HMS Dragon" aus dem Mittelmeer in die Golfregion zu schicken. Dort könne er sich an einer möglichen internationalen Mission zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beteiligen, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt London am Samstag mit.

Diskussion über Zukunft der Entlastungsprämie hält nach Scheitern im Bundesrat an

Nach dem Stopp der geplanten 1000-Euro-Prämie durch den Bundesrat hält die Diskussion über die Zukunft des Gesetzes an. Der SPD-Politiker Sebastian Roloff sagte am Samstag, er halte die Prämie weiterhin für ein gutes Angebot und das Gesetz sei auch "noch nicht tot". Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sieht in dem Votum hingegen ein Zeichen, dass die Länder stärker eingebunden werden möchten.

Starmer holt nach Wahlniederlage Ex-Premierminister Brown zur Hilfe

Nach der Niederlage seiner Labour-Partei bei den Regionalwahlen und immer lauter vorgetragenen Rücktrittsforderungen holt sich der britische Premierminister Keir Starmer Hilfe. Am Samstag ernannte er den früheren Premierminister Gordon Brown zum Sondergesandten für globale Finanzen und die frühere Labour-Vizechefin Harriet Harman zur Beauftragten für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Washington erwartet Antwort Teherans auf US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges

Nach dem jüngsten Wiederaufflammen der Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran herrscht weiter Ungewissheit über eine mögliche Friedenslösung. Washington warte auf eine Antwort Teherans auf den jüngsten US-Vorschlag für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs, erklärten US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi äußerte am Samstag Zweifel an der Ernsthaftigkeit der US-Diplomatie.

Textgröße ändern: