Pallade Veneta - Linken-Abgeordnete Becker bei russischem Angriff auf Lwiw stundenlang in Keller ausgeharrt

Linken-Abgeordnete Becker bei russischem Angriff auf Lwiw stundenlang in Keller ausgeharrt


Linken-Abgeordnete Becker bei russischem Angriff auf Lwiw stundenlang in Keller ausgeharrt
Linken-Abgeordnete Becker bei russischem Angriff auf Lwiw stundenlang in Keller ausgeharrt / Foto: STRINGER - AFP

Die Bundestagsabgeordnete Desiree Becker (Die Linke) hat während russischer Angriffe auf die westukrainische Stadt Lwiw in der Nacht auf Sonntag stundenlang in einem Keller Schutz suchen müssen. "Wir saßen fast die ganze Nacht im Keller", sagte Becker am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Becker forderte finanzielle Unterstützung für die Ukraine, lehnte aber Waffenlieferungen weiterhin ab.

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Becker war eigenen Angaben zufolge als Teil einer von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten politischen Delegation in der Ukraine gewesen. Begleitet wurde sie von linksgerichteten Abgeordneten aus anderen europäischen Ländern sowie weiteren Bundestagsmitgliedern.

In der Nacht auf Sonntag hätten Sirenen russische Angriffe angekündigt, erklärte Becker. Daraufhin habe sie sich gegen 3.45 Uhr Ortszeit in einen Schutzkeller begeben und dort mehrere Stunden lang ausgeharrt. "Man hört die Drohnen und man hört natürlich auch die Luftabwehr", sagte die Linken-Abgeordnete. Um 9.00 Uhr sei der Luftalarm beendet worden.

Becker, die im Anschluss mit dem Bus wie geplant zurück nach Deutschland fuhr, berichtete von Zerstörung rund um Industriegebiete in Lwiw. "Wir sind auch an Häusern vorbei, wo es Einschläge gab", sagte die Bundestagsabgeordnete. Sie gehe davon aus, dass es sich dabei jedoch um versehentliche Treffer gehandelt habe: "Da ist hinten dran Industrie und man hat halt das Ziel verfehlt. Dennoch nimmt Russland in Kauf, dass Wohnhäuser getroffen werden."

Vor dem Eindruck der Erlebnisse forderte Becker finanzielle Unterstützung für die Ukraine und diplomatischen Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Waffenlieferungen an Kiew schloss die Linken-Abgeordnete jedoch weiterhin aus. Das sei von Partnerorganisationen vor Ort sowie von einigen Abgeordneten, die Teil der Delegation waren, etwa aus Finnland und Schweden, gefordert worden. "Dieses Erlebnis führt mich nicht zu der Schlussfolgerung, dass wir noch mehr Bomben und Raketen brauchen, sondern schnellstmöglich eine Waffenruhe", betonte Becker.

Moskau griff die Ukraine in der Nacht auf Sonntag nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit mehr als 50 Raketen und etwa 500 Drohnen an. In der westlichen Region Lwiw verloren vier Menschen ihr Leben, wie örtliche ukrainische Behörden erklärten. Mehrere Wohngebäude und auch ein Industriekomplex seien angegriffen worden, erklärte Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj. Ein Teil der Stadt sei ohne Strom, der öffentliche Nahverkehr sei zudem aufgrund eines "massiven feindlichen Angriffs" eingestellt worden.

U.Paccione--PV

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