Pallade Veneta - Frankreichs Ex-Premier Philippe fordert vorgezogene Präsidentschaftswahl

Frankreichs Ex-Premier Philippe fordert vorgezogene Präsidentschaftswahl


Frankreichs Ex-Premier Philippe fordert vorgezogene Präsidentschaftswahl
Frankreichs Ex-Premier Philippe fordert vorgezogene Präsidentschaftswahl / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Regierungskrise in Frankreich hat der ehemalige Premierminister Edouard Philippe eine vorgezogene Präsidentschaftswahl gefordert. "Ich bin nicht für seinen sofortigen Rücktritt", sagte Philippe mit Blick auf Präsident Emmanuel Macron am Dienstag dem Sender RTL. Er halte es aber für sinnvoll, dass zunächst der Haushalt verabschiedet werde und Macron anschließend eine "vorgezogene Präsidentschaftswahl" ausrufe.

Textgröße ändern:

"Die Lösung der Krise liegt bei ihm", betonte der frühere Regierungschef. "In einer Situation, in der die Autorität des Staates so sehr in Frage gestellt wird, muss (der Präsident) eine Entscheidung treffen, die seinem Amt gerecht wird", sagte Philippe, der selber bei den kommenden Präsidentschaftswahlen antreten will. Dies ermögliche Macron "einen geordneten Abgang".

Philippe warnte vor einer Neuwahl des Parlaments. "Es besteht immer das Risiko, dass sie nicht zu einer Mehrheit führen", sagte er. Der Ex-Regierungschef warf Macron vor, 2024 Neuwahlen ausgerufen zu haben, "um eine politische Krise zu lösen". Dies habe erst zu der aktuellen Lage geführt, erklärte er.

Bei der Parlamentswahl im Sommer 2024 hatte das Regierungslager seine relative Mehrheit verloren. Seitdem ist die Nationalversammlung ist in drei polarisierte Blöcke gespalten. Philippe hat eine eigene Partei namens Horizonte gegründet, die bislang Teil des Regierungslagers ist. Er ist der erste hochrangige Vertreter dieses Lagers, der sich offen für einen Rückzug Macrons ausspricht.

Neben Philippe bringt sich ein weiterer ehemaliger Premierminister Macrons für die nächste Präsidentschaftswahl in Stellung. Ex-Regierungschef Gabriel Attal, derzeit Fraktionschef der Präsidentenpartei Renaissance, ging am Montag deutlich auf Distanz zu Macron. "Wie viele Franzosen verstehe ich die Entscheidungen des Präsidenten nicht mehr", erklärte er. Er habe den Eindruck, dass dieser sich an sein Amt klammere, fügte er hinzu.

Macron hatte am Vortag zunächst den Rücktritt von Premierminister Sébastien Lecornu angenommen und ihn anschließend mit einem letzten Verhandlungsversuch beauftragt. Falls dieser scheitere, wolle er sich "Verantwortung zu stellen", hieß es in Macrons Umfeld.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Zusammenstöße bei Protesten gegen Olympische Spiele und US-Behörde ICE in Mailand

"Weniger ICE, mehr Gletscher": In Mailand haben tausende Menschen gegen die Umweltauswirkungen der Olympischen Winterspiele in Norditalien sowie gegen die Anwesenheit von ICE-Bediensteten aus den USA während der Spiele protestiert. Dabei kam es am Samstagabend zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei, als einige Teilnehmer Feuerwerkskörper zündeten und Steine auf die Einsatzkräfte warfen. Die Polizei trieb die Menge mit Wasserwerfern auseinander.

Stärkung des Sozialstaats: SPD startet Arbeit an neuem Grundsatzprogramm

Mit einem Bekenntnis zur Bewahrung und Stärkung des Sozialstaats will die SPD ihr politisches Profil schärfen. In einer zweitägigen Klausur in der Berliner Parteizentrale leitete der SPD-Vorstand am Wochenende die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm ein - und verabschiedete Positionspapiere zur Gesundheits-, Steuer- und Außenpolitik. Unter anderem fordert die SPD einen Paradigmenwechsel zur Finanzierung des Gesundheitssystems, um den Kreis der Einzahler zu erhöhen.

Selenskyj: Nächste Gespräche mit Russland in den USA geplant

Die US-Regierung will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Krieg in der Ukraine bis zum Sommer beenden und lädt in der kommenden Woche zu einer neuen Gesprächsrunde mit Russland ein - dieses Mal in den Vereinigten Staaten. Washington habe "erstmals vorgeschlagen", dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen, teilte Selenskyj am Samstag mit. Der russische Geheimdienst meldete indes eine Festnahme nach einem am Freitag erfolgten Schusswaffenangriff auf einen russischen General.

Wahlhelfer der AfD in Baden-Württemberg bedrängt und mit Reizgas attackiert

In Tübingen in Baden-Württemberg sind zwei Wahlhelfer der AfD mit Reizgas attackiert und leicht verletzt worden. Sie wurden in der Nacht zu Sonntag beim Aufhängen von Wahlplakaten der Partei von einer achtköpfigen Gruppe bedrängt, wie die Polizei in Reutlingen mitteilte. Nach einem kurzen Wortwechsel seien die beiden Wahlhelfer im Alter von 21 Jahren und 54 Jahren aus der Gruppe heraus mit Pfefferspray besprüht worden.

Textgröße ändern: